Nach dem Kovac-Beben ist vor der Champions League, dieser Tage beim ​FC Bayern. Interimscoach Hansi Flick gab vor dem Heimspiel gegen Piräus seine erste PK als FCB-Chefcoach. Flick schwärmte von der Qualität der Spieler und verriet bereits, dass Javi Martinez und Thomas Müller von Beginn an auflaufen werden. Zuvor sprach bereits Joshua Kimmich, der ebenfalls eine Einsatzgarantie erhielt. Die wichtigsten Aussagen der PK:


Keine Alibis mehr


​"Für uns Spieler ein Stück weit ein Versagen. Wenn wir erfolgreich gewesen wären, wäre es nicht soweit gekommen. Deshalb müssen auch wir Spieler uns hinterfragen und uns verbessern", erklärte Joshua Kimmich auf der PK vor dem ​Champions-League-Spiel gegen Piräus.


"Die Hauptverantwortung tragen jetzt wir Spieler. Keiner hat mehr ein Alibi, die Ausrede 'Trainer' gibt es nicht mehr", hielt Kimmich fest. Über den neuen Interimscoach beim FC Bayern schwärmte der Nationalspieler:


"Er ist ein top Typ, angenehm in der Ansprache,. Es war heute nicht die erste Ansprache. Als Cheftrainer ist es nochmal was anderes, aber er hat es locker flockig gemacht. Man hat aber schon gemerkt, dass es auch für ihn eine schwierige Situation ist. Unser Ziel ist es, mit Hansi die beiden Spiele zu gewinnen. Es war zu sehen, dass eine gewisse Unsicherheit auf dem Platz war. Mal gucken, was die Verantwortlichen machen. Diese Entscheidung treffen nicht wir Spieler."


Flick: "Was kommt, interessiert mich null"


Damit verabschiedete sich Kimmich dann auch vom Pressepodium. Wenig später betrat dann Flick die Blitzlicht-Bühne und erklärte den Ablauf der vergangenen Tage aus seiner Sicht:


"Für mich war klar, auch aus Loyalität dem Verein gegenüber, dass ich es mache. Es war nicht ganz so einfach. Weil ich Niko und Robert als Menschen schätzen gelernt habe. Aber auch als Trainerkollegen." 


Ob er sich vorstellen könnte, auch länger den Posten als Chefcoach inne zu haben? "Ich bin keiner, der in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebt. Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgabe jetzt. Alles was kommt, interessiert mich null", machte er deutlich, auch wenn es keine klare Absage gab.


Vielmehr schwärmte er von Hermann Gerland, der ihm als Co-Trainer beiseite steht und über seine erste Einheit als Hauptverantwortlicher: "Wir hatten ein tolles Training. Die Mannschaft hat verstanden, dass sie jetzt in der Verantwortung ist."


Martinez und Müller in der Startelf


Flick machte dabei deutlich, dass es Änderungen geben werde - sowohl in der taktischen Ausrichtung, als auch personell: "Wir werden vielleicht das ein oder andere ändern. Javi Martinez wird spielen und auch Thomas Müller wird spielen. Mehr will ich nicht verraten. Es wird aber einige taktische Veränderungen geben", so Flick. 


Wichtig war ihm aber vor allem das Kollektiv herauszustellen. "Es geht um die Einstellung. Mir ist wichtig, dass die Mannschaft aktiv ist. Vor allem gegen den Ball. Mit den Ball muss ich sagen, bin ich, seit ich hier bin, beeindruckt, welche Qualität in der Mannschaft steckt. Alle müssen auf Weltklasse-Niveau spielen, nicht nur Manu und Lewy. Mir ist es ein Anliegen, mit jedem zu sprechen. Um aufzuzeigen, was in jedem einzelnen steckt, aber auch, welche Verantwortung er gegenüber dem Verein hat."


Besonders die Bedeutung von einem hob er dabei heraus: "Ich kenne ihn ja ein bisschen länger. Thomas ist einer, der für den Verein wichtig ist, eine Identifikationsfigur. Er hat alles gewonnen, was man gewinnen kann. Auf dem Platz ist er sehr intelligent, kann die Mannschaft mitnehmen und führen", schwärmte Flick über Thomas Müller.


Zusammen mit Lewandowski dürfte er deshalb morgen im Sturmzentrum auflaufen. Eben jener Lewandowski soll dann wieder von Müllers "intelligentem Spiel" profitieren und weiterhin seine Weltklasse unter Beweis stellen. Die notwendige Operation wegen den Leistenproblemen des Polen wird zumindest nicht vor der Länderspielpause stattfinden, meinte Flick: "Er hat Probleme, aber keine Schmerzen. Dass es irgendwann mal gemacht werden muss, ist klar. Seinen aktuellen Lauf zu unterbrechen, wäre nicht so gut. Es ist seine Entscheidung. Wir müssen gucken, wann er möglichst wenig Spiele verpasst."


Flick über Kovac-Abschied


Von den Pressevertretern wurde Flick dann auch noch befragt, ob Kovac zum Schluss auf ihn ratlos gewirkt habe. Seine vehemente Antwort: "Niko ist nie ratlos. Ich habe ihn als Mensch schätzen gelernt. Er ist immer gerade heraus. Er ist immer ehrlich. Niko hat sich heute Morgen stilvoll verabschiedet. Viele mussten schlucken. Das geht nicht spurlos an einem vorüber."