​Dem ​1. FC Nürnberg wurden vor dem Start der aktuellen Zweitligasaison im Kampf um die begehrten Aufstiegsplätze zumindest Außenseiterchancen eingeräumt. Diesen Ansprüchen laufen die Franken nun aber bereits seit Wochen meilenweit hinterher - auch am gestrigen Montagabend musste der Club beim Spiel gegen den VfL Bochum die nächste Niederlage hinnehmen. Stellt sich die Frage, wie fest Cheftrainer Damir Canadi noch im Sattel sitzt.


Eines ist klar: Bei den Ergebnissen konnte ​Damir Canadi in den vergangenen Wochen keine Werbung in eigener Sache betreiben. Die 1:3-Pleite gegen die Bochumer war nun schon das fünfte Pflichtspiel in Folge ohne Sieg und insgesamt konnten die Nürnberger nur eine ihrer letzten neun Partien für sich entscheiden. Keine überzeugende Bilanz also für den erfahrenen Übungsleiter, der erst in diesem Sommer das FCN-Ruder übernommen hatte.


Zahlreiche Unzulänglichkeiten gegen Bochum


Unter der Woche hatten die Nürnberger bei ihrem Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Drittligist 1. FC Kaiserslautern bereits keinen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Anstatt sich für diesen Auftritt zu rehabilitieren, war auch das Spiel gegen die Bochumer erneut ein Spiegelbild für die sportliche Krise des stolzen Traditionsvereins. 22 Gegentore in zwölf Ligaspielen sind eindeutig viel zu viel, um realistische Chancen auf einen Platz im oberen Tabellendrittel zu haben.


Auffällig war dabei wieder einmal, welch eklatante Aussetzer sich die Hintermannschaft der Clubberer leistete und es ihrem Gegner so alles andere als schwer machte. Auch Canadi monierte auf der Pressekonferenz nach Abpfiff laut dem kicker die "großen individuellen Fehler" seiner Schützlinge, insbesondere in der ersten Halbzeit. Unterm Strich sei der Auftritt "nicht zufriedenstellend gewesen" und schlussendlich sei auch er selbst "dafür verantwortlich". 


Palikuca hüllt sich in Schweigen


Abgesehen von seinen Statements auf der Pressekonferenz wollte sich Canadi nicht weiter äußern. Auch ​Sportvorstand Robert Palikuca stand für keine Interviews zur Verfügung. Wie Canadi bereits offenbarte, werden sich die beiden aber bereits am heutigen Dienstag gemeinsam an einen Tisch "zusammensetzen und die gesamte Situation besprechen, das ist auch für mich wichtig".


Die bisherige Saisonbilanz des 1. FC Nürnberg:

Siege​Remis​Niederlagen​Tore​Gegentore​
2. Bundesliga​​3​5​4​20​22
​DFB-Pokal​1​-1​​8​8
​Insgesamt​4​5​5​28​30

All dies klingt nicht unbedingt danach, dass sich die sportliche Führung geschlossen hinter ihren Coach stellt. Doch selbst wenn der gebürtige Wiener vorerst im Amt bleibt, kommen auf den Cheftrainer knifflige Wochen zu, geht es doch am kommenden Wochenende gegen den Zweitplatzierten, Arminia Bielefeld - nach der Länderspielpause steht zudem das hitzige Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth an. Im Umkehrschluss könnte Canadi bei Achtungserfolgen gegen beide Teams aber auch für ihn wichtige Pluspunkte sammeln.