​​Emre Can steht bei Juventus Turin auf dem Abstellgleis. Der Deutsche Nationalspieler würde die Alte Dame lieber gestern als morgen verlassen. In seiner Karriere steht er nun an einem Scheideweg. 


Als Emre Can, ausgebildet beim ​FC Bayern, vor sechs Jahren nach ​Leverkusen wechselte, ging es für den Mittelfeldmotor steil aufwärts. Nach einer starken Saison bei der Werkself schlug der ​FC Liverpool zu und lotste Can an die Anfield Road. Unter Jürgen Klopp avancierte Can auf der Insel zu einem Spieler mit Weltklasse-Format und zum Deutschen Nationalspieler. Sein ablösefreier Wechsel nach Turin, im Sommer 2018, erwies sich dann allerdings als Karriereknick.


Can im Wartestand


Can kam in seiner ersten Saison in Italien zwar noch in 37 Pflichtspielen zum Einsatz, ist in dieser Spielzeit unter dem neuen Trainer Maurizio Sarri aber außen vor. Seine Nicht-Nominierung für den Champions-League-Kader des italienischen Serienmeisters ​brachte das Fass zum Überlaufen; Can will weg. Das Leben ist allerdings kein Wunschkonzert. Und der Fußball noch weniger. Der Vertrag des 25-Jährigen läuft in Turin noch bis 2022; ein vorzeitiger Abschied liegt nicht in seiner Hand. 


Juventus ist im Mittelfeld hoch dekoriert besetzt und würde Can wohl keine Steine in den Weg legen. Dafür muss allerdings das Angebot eines Interessenten passen. Wer ist bereit, Juventus' Ablöseforderungen zu bezahlen? Seinen neuen Arbeitgeber wird sich Can nicht aussuchen können. Paris Saint-Germain soll interessiert sein, ansonsten führen kalte Spuren nach England, Deutschland und Spanien. Es wirkt nicht so, als würden Interessenten für Can Schlange stehen. 


Emre Can: Winterwechsel oder harte Saison


Von diesem Wechsel könnte allerdings Cans gesamte Karriere abhängen. Der Deutsche Nationalspieler ist im besten Fußballeralter, muss jetzt nachweisen, dass er auf dem Niveau spielen kann, das in Liverpool oder Turin gefordert wird. Ansonsten wird der 25-Jährige den nächsten Schritt in seiner fußballerischen Entwicklung verpassen, was schnell dazu führen kann, dass sich der Trend gegen ihn wendet. Die Wahl seines neuen Arbeitgebers sollte also passen. 


Die Situation für Can bleibt aber verquer. Der Winter-Transfermarkt ist bekanntlich ein schwieriges Pflaster; ob sich das passende Angebot für Juventus und Can finden lässt, ist nicht garantiert. Sollte Can - der seine Wechselabsichten öffentlich deutlich gemacht hat - erst im Sommer wechseln können, droht eine lange Saison. Zwar kommt Can weiter sporadisch zum Einsatz (zuletzt 72 Minuten am vorletzten Spieltag gegen Lecce). Mit einer Wiedereingliederung bei der Alten Dame ist aber nicht zu rechnen. Und sollte der Mittelfeldspieler die Saison tatsächlich auf der Bank in Turin absitzen müssen, dürfte Can nicht gerade interessanter für andere Vereine werden.