Abseits des Platzes ist die mögliche Vertragsverlängerung von Alex Nübel bei ​Schalke 04 das Thema der aktuellen Hinrunde. Neuzugang und Ersatzkeeper hinter Nübel, Markus Schubert, ist bislang in den Hintergrund geraten. Wann schlägt seine Stunde und wie sieht seine Zukunft aus, je nachdem wie Nübel sich entscheiden wird?


Als ablösefreier Transfer kam Markus Schubert über den Sommer von ​Dynamo Dresden zum S04. Der talentierte U21-Nationalkeeper kann auf Schalke eine große Zukunft vor sich haben, ​doch derzeit bestimmt Alex Nübel die Schlagzeilen. Noch immer gibt es keine Entscheidung, ob er seinen Vertrag verlängern oder ob er im Sommer (ebenfalls ablösefrei) wechseln wird. Schubert muss sich bislang in Geduld üben, das wusste er jedoch bereits. 


Dass Schubert bei seinem Wechsel nach Gelsenkirchen zunächst die Nummer Zwei hinter Nübel werden würde, wird ihm höchstwahrscheinlich klar gewesen und auch so kommuniziert worden sein. Der 21-Jährige gilt jedoch, ebenso wie Nübel, als großes Talent. Früher oder später wird er auf einen offenen Zweikampf und Einsatzzeiten aus sein. Je nachdem, wie sich sein Vorgänger der U21-Nationalelf entscheidet, wird das auch Einfluss auf ihn haben. 


Szenario 1: Nübel-Verlängerung und Fährmann-Rückkehr


Sollte Nübel seinen Vertrag dem aktuellen Angebot nach verlängern, wird er noch mindestens die Saison 2020/2021 auf Schalke spielen. Bis zum kommenden Sommer wird er noch die Nummer Eins im S04-Tor sein, sollte nichts Außergewöhnliches passieren. In die nach dem Sommer folgende Saison wird man dann voraussichtlich​ mit dem angesprochenen offenen Zweikampf gehen. Schubert ist auch als junger Torhüter in einem Alter, in dem er Spielpraxis braucht - das weiß er ebenso gut wie Trainer David Wagner und Sportvorstand Jochen Schneider. Selbst wenn man sich stark darum bemüht, Nübel zu halten, wird man Schubert nicht noch eine weitere Saison hinter ihm halten. 


Auch Ralf Fährmann wird nach seiner Leihe zu Norwich City (bislang 22 Minuten in der ​Premier League) zurückkehren. Vermutlich wird er jedoch weder gegen Nübel, noch gegen Schubert eine realistische Chance haben. Beide gehören einer neuen Generation Torhüter an und auch wenn es einigen Fans schmerzen wird, scheint die Zeit Fährmanns auf Schalke beendet zu sein - zumindest was regelmäßige Einsatzzeiten angeht. In diesem Szenario werden also die beiden jungen Keeper unter sich ausmachen, wer wann spielen darf.

Szenario 2: Nübel geht und Fährmann-Rückkehr


Sollte Nübel den Verein im Sommer jedoch verlassen, ergibt sich für Schubert eine gänzlich neue Situation. Ohne den 23-Jährigen wird er vermutlich zur neuen Nummer Eins aufsteigen. Das Zeug dazu hat er bereits jetzt und trotz seines noch jungen Alters wäre es für ihn auch kein Problem, die Verantwortung zu übernehmen. Mit 20 Jahren war er immerhin schon Stammspieler bei Dynamo Dresden in der zweiten Liga - auch alles andere als eine einfache und lockere Aufgabe. 


Schubert würde also ab der neuen Saison als neuer Stammkeeper fungieren und Fährmann dahinter als Ersatz haben. Auch in diesem Fall erscheint es eher unwahrscheinlich, dass der 31-Jährige nochmal in die routinemäßige Verantwortung kommt. Wagner setzt u. a. auf einen aktiv mitspielenden Torwart für den Spielaufbau - ein Faktor im Spiel, in dem Fährmann nicht unbedingt über die gefragten Stärken verfügt. 


Schubert wird sich vermutlich noch gedulden müssen - Sommer als Knackpunkt


Egal was mit Nübel passiert, egal wie seine Entscheidung aussehen wird, wird Schubert in dieser Saison vermutlich noch nicht zu mehreren Einsätzen kommen. Möglich, dass man in der Rückrunde das eine oder andere Spiel etwas rotieren wird, oder dass Nübel mal verletzt ausfallen wird. Der Sommer wird für den jungen Torhüter so oder so zum Knackpunkt werden: Entweder, weil der offene Zweikampf ​mit Nübel startet, oder weil er die Nummer Eins wird. 


Den Verein verlassen wird er nicht. Auch eine vorübergehende Leihe ist bis zum Ende der Saison ausgeschlossen, nach dem folgenden Sommer auch höchst unwahrscheinlich. Konfliktpotenzial bietet diese Angelegenheit eigentlich keine. Schubert wird gewusst haben, dass er sich in seiner ersten Saison auf Schalke keine allzu großen Hoffnungen auf direkte Einsätze haben wird und er sich gedulden muss.