​RB Leipzig hat seine kleine Formkrise überwunden und in der ​Champions League einen wichtigen 2:1-Sieg gegen Zenit St. Petersburg eingefahren. Trotz eines Rückstand ließen sich die Sachsen nicht unterkriegen.


Leipzig stand vor dem Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg bereits ein wenig unter Druck. Das Team von Julian Nagelsmann konnte die vier letzten Pflichtspiele allesamt nicht gewinnen (2U, 2N). Um aufkommende Unruhe im Keim zu ersticken, wäre ein (überzeugender) Sieg gegen Zenit die beste Medizin gewesen - trotz einer einfallslosen ersten Hälfte gelang dieser dann auch.


Der Start in die Partie hatte aus RBL-Sicht richtig gut angefangen: Bereits in der ersten Minute hatte sich Kampl aus 25 Metern ein Herz gefasst und Zenit-Keeper Kerzhakov zu einer Glanzparade gezwungen - der Ball klatsche an die Latte. Wer nun dachte, dass ​Leipzig einen Sturmlauf starten würde, sah sich aber getäuscht. Das lag vor allem auch an den Gästen, die sehr defensiv agierten und zwei massive Viererketten vor dem eigenen Strafraum aufbauten.


Leipzig hatte dementsprechend zwar mehr Ballbesitz, doch wirklich zwingend oder gefährlich wurden die Roten Bullen nach dem Laimer-Knaller in Hälfte eins nicht mehr. 


Insgesamt war die erste Halbzeit ein Spiegelbild der vergangenen Wochen: Optisch überlegen, jedoch ohne jeglichen Zug zum Tor oder kreative Ideen. Ab 20 Metern vor dem gegnerischen Kasten fiel der Nagelsmann-Elf schlichtweg nicht viel ein.


Leipzig einfallslos, Zenit trifft


Ganz anders die Russen: Aus der stabilen Defensive heraus fuhr Zenit einige vielversprechende Konter-Angriffe. Einer davon führte in der 25. Minute zur 1:0-Führung der Gäste. Nach einer Flanke klärte Orban per Kopf unzureichend ins Zentrum - dort fackelte Rakytskyy nicht lange und versenkte den Ball aus über 25 Metern im Leipziger Tor. Kein unverdiente Führung der Russen, die deutlich schnörkelloser und zielstrebiger agierten als das Heimteam.


Nach der Halbzeitpause änderte sich jedoch das Bild. Nagelsmann nahm den erneut unglücklichen Werner vom Platz und brachte Cunha ins Spiel - allein an dieser Auswechslung lag es aber natürlich nicht, dass die Roten Bullen von nun an deutlich mehr Dampf machten und endlich mal ihre Offensivpower zeigen konnten.


Anderes Bild nach dem Pausenpfiff


Bereits in der 49. Minute wurde Leipzig dafür auch belohnt: Nach einer sehr feinen Kombination wurde der Ball im Strafraum auf Laimer durchgesteckt, der trotz spitzem Winkel Kerzhakov keine Chance ließ. 1:1 - und RBL hatte Blut geleckt.


Nur zehn Minuten später fiel dann auch der Führungstreffer der Sachsen. Nach einer Klostermann-Flanke pflückte Sabitzer den Ball am Strafraumeck mit der Brust runter und hämmerte ihn anschließend in den Winkel. Ein absolutes Traumtor, das die Fans komplett von den Sitzen riss!

​​Leipzig hatte das Heft des Handelns endgültig in der Hand, die Russen schienen von der Wucht des Bundesligisten überrascht und wirkten phasenweise überfordert. RBL verpasste es zwar, rechtzeitig den Deckel drauf zu machen und das 3:1 nachzulegen. Am Ende stand jedoch ein letztlich verdienter Heimsieg der Leipziger, die mit sechs Punkten aus drei Spielen auf Achtelfinal-Kurs liegen.


Die Aufstellungen im Überblick:


Gulacsi - Mukiele, Upamecano, Orban, Klostermann - Laimer (86., Demme), Kampl, Sabitzer, Forsberg - Werner (46., Cunha) , Lookman (69., Poulsen)


Kerzhakov - Karavaev, Ivanovic, Rakytskyy, Douglas Santos - Barrios, Ozdoev, Shatov (65., Osorio), Driussi (82., Mak) - Azmoun (75. Kuzyaev), Dzyuba