Der FC Bayern hat das Auswärtsspiel in der Champions League bei Olympiakos Piräus mit 3:2 gewonnen. Der Deutsche Rekordmeister wusste allerdings nach zuletzt schwachen Auftritten in der Bundesliga auch in der Champions League in Athen nicht zu überzeugen. Innenverteidiger Lucas Hernandez verletzte sich zudem womöglich schwer.


​Die Bayern reisten mit schwerem Gepäck zum Champions-League-Spiel gegen Olympiakos nach Athen. In der Bundesliga verlor man zuletzt gegen Hoffenheim und spielte nur Unentschieden gegen den FC Augsburg, zudem riss sich Niklas Süle das Kreuzband. Gegen Olympiakos brauchte das Team von Niko Kovac (und der Trainer selbst) ein Erfolgserlebnis. ​Überschattet wurde die Partie von Ausschreitungen beim vorangegangenen Youth-League-Spiel zwischen den jeweiligen U19-Mannschaften der beiden Teams.


Vor feuriger Kulisse in Piräus knüpfte der FC Bayern allerdings an das Formtief der letzten Wochen an. Javi Martinez als alleiniger Sechser wirkte im Spielaufbau behebig, Olympiakos deckte Thiago gut ab und ließ den Spanier nicht zur Entfaltung kommen. Dem Spiel der Bayern fehlte es dadurch an Dominanz und auch durch Tiefe. Das Tempo von Kingsley Coman auf dem Flügel fehlte - an seiner statt spielte Serge Gnabry auf dem linken Flügel, Thomas Müller durfte auf der rechten Offensivseite beginnen.


Olympiakos bestraft schwachen FC Bayern


Das Experiment mit Müller und Coutinho auf dem Rasen fruchtete jedoch nicht. Die Bayern kamen in der Anfangsphase lediglich durch individuelle Fehler zu Chancen, vor allem Olympiakos-Innenverteidiger Ruben Semedo wirkte nicht immer sattelfest. Die Griechen hingegen arbeiteten aus einem festen Defensiv-Bollwerk und waren in den Zweikämpfen deutlich griffiger als die Gäste aus München. Gleich zwei gewonnene Zweikämpfe und der darauf folgende Konter bescherten den Hausherren schließlich auch die Führung: Tsimikas schickte nach 23 Minuten auf Links Thomas Müller auf den Hosenboden und fand mit seiner Flanke El Arabi in der Mitte, der zum 1:0 einköpfte. Manuel Neuer hatte die Pfoten zwar noch am Ball, das Leder war allerdings knapp hinter der Linie.


Aus dem Spiel heraus fanden die Bayern nach dem Gegentreffer wenig Möglichkeiten. Einen guten Abschluss von Thomas Müller konnte Olympiakos-Keeper Jose Sa allerdings nach 34 Minuten nicht festhalten und der handlungsschnelle Robert Lewandowski staubte zum Ausgleich ab. Mit dem 1:1 ging es für beide Mannschaften in die Kabinen. Javi Martinez musste angeschlagen draußen bleiben, für ihn kam Corentin Tolisso ins Spiel.


Bayern übersteht wilde Schlussphase - Sorgen um Hernandez


Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Olympiakos deutlich aktiver und hatte immer wieder lange Ballbesitzphasen. Die letzte Durchschlagskraft fehlte zwar, doch die Bayern wirkten - in beiden Durchgängen - defensiv nicht immer auf der Höhe. Ein Bild, das sich schon in den vergangenen Wochen bot. Olympiakos konnte die Nachlässigkeiten des Deutschen Rekordmeisters jedoch nicht bestrafen; stattdessen war es erneut Robert Lewandowski, der nach einer Ecke in der 62. Minute auf 2:1 für die Gäste stellte. Wermutstropfen beim Bundesligisten: Drei Minuten zuvor musste Lucas Hernandez verletzt ausgewechselt werden und scheint sich schlimmer am Knie verletzt zu haben.


Einen nicht wirklich überzeugenden Auftritt konnten die Bayern auch nicht souverän nach Hause fahren. Für einen kurzen Moment schien die Partie entschieden, als Corentin Tolisso sich nach 74 Minuten aus 20 Metern ein Herz fasste und mit einem Sonntagsschuss auf 3:1 für die Gäste erhöhte. Doch Olympiakos schlug zurück: Guilherme zog nur fünf Minuten aus ordentlicher Distanz einfach mal ab, der Ball trudelte noch abgefälscht von Thiago ins Bayern-Tor. 15 Minuten lang musste der Deutsche Rekordmeister noch zittern, rettete das 3:2 aber schlussendlich über die Zeit. Damit hält der Bundesligist in der Gruppe zwar weiterhin alle Trümpfe in der Hand, muss sich aber erneut Kritik für einen schwachen Auftritt gefallen lassen. Die womöglich schwere Verletzung von Lucas Hernandez bereitet zudem Sorgen.