​​Borussia Dortmund musste in den letzten Jahren immer wieder wichtige Leistungsträger ziehen lassen. Für viele Spieler, zum Beispiel Ousmane Dembelé, Henrikh Mkhitaryan oder Nuri Sahin (zu Real Madrid) erwies sich der Abgang vom BVB nicht als der erhoffte Karrieresprung. Deutlich besser lief es für die folgenden Spieler, die auch bei ihrem neuen Klub eine wichtige Rolle einnehmen/einnahmen bzw. richtig durchgestartet sind.


Ivan Perisic

Anderthalb Jahre lang stand Perisic bei den Schwarz-Gelben unter Vertrag, ehe er im Januar 2013 zum ​VfL Wolfsburg wechselte. Der kroatische Nationalspieler durfte sich in seiner ersten Saison beim BVB zwar über den Doublegewinn freuen, wirklich glücklich wurde er in Dortmund aber nicht. Deutlich besser erging es dem Flügelspieler in Wolfsburg, wo er zu den wichtigsten Leistungsträgern zählte. Im Jahr 2014 wurde Perisic in seinem Heimatland zum Fußballer des Jahres gewählt.


Die bislang erfolgreichste Zeit aus persönlicher Sicht verbrachte Perisic bei Inter Mailand. Während seiner vier Jahre beim italienischen Traditionsklub schraubte der Kroate seinen Marktwert nicht nur von 13 auf zwischenzeitlich 45 Millionen Euro in die Höhe, sondern glänzte in 163 Pflichtspielen auch mit zahlreichen Torbeteiligungen (40 Treffer/37 Vorlagen). Im Sommer folgte der Leihwechsel zum ​FC Bayern, wo sich der 30-Jährige bislang als verlässliche Alternative für die Flügel erwies. 


Ilkay Gündogan

Mit der Verpflichtung von Gündogan hat der BVB im Sommer 2011 einen sehr guten Griff gemacht. 5,5 Millionen Euro überwiesen die Schwarz-Gelben für den zentralen Mittelfeldspieler an den ​1. FC Nürnberg. In Dortmund entwickelte sich der 28-Jährige nicht nur zu einem wichtigen Leistungsträger, sondern feierte wenige Monate nach seinem Wechsel auch sein Debüt für die Deutsche Nationalmannschaft. 35 Länderspiele (sieben Tore) hat Gündogan mittlerweile auf dem Konto. 


City-Coach Pep Guardiola gilt als großer Fan des Nationalspielers. Der spanische Übungsleiter wollte den Ex-Nürnberger bereits während seiner Zeit beim FC Bayern zu sich holen, handelte sich jedoch eine Absage ein. Im Sommer 2016 fanden beide schließlich bei ​Manchester City zusammen. Über sieben Titelgewinne, darunter zwei Meisterschaften, durfte sich Gündogan seit seinem Wechsel auf die Insel freuen. Im August verlängerte der 28-Jährige seinen Vertrag vorzeitig bis 2023.


Kevin Kampl

Sein Gastspiel bei Borussia Dortmund hatte sich Kampl sicherlich ganz anders vorgestellt. Nach gerade einmal acht Monaten trennten sich Ende August 2015 die Wege und der zentrale Mittelfeldspieler kehrte nach sechs Jahren zu seinem Ausbildungsklub ​Bayer 04 Leverkusen zurück. Beim BVB kam der slowenische Nationalspieler zuvor trotz zahlreicher Einsätze nicht wirklich auf einen grünen Zweig.


Im Sommer 2017 stand Kampl vor einem Wechsel nach China, wo Mentor Roger Schmidt Anfang Juli den Trainerposten beim Erstligisten Beijing Sinobo Guoan übernommen hatte. Der Wechsel kam jedoch nicht zustande und der gebürtige Solinger schloss sich stattdessen auf den letzten Drücker ​RB Leipzig an. Bei den Roten Bullen zählt Kampl nicht nur zum Stammpersonal, sondern auch zu den wichtigsten Führungsspielern. 


Matthias Ginter

Im Sommer 2014 wagte der frisch gebackene Weltmeister den Sprung zum BVB, nachdem er zuvor neun Jahre lang das Trikot des ​SC Freiburg getragen hatte. Für schlappe zehn Millionen Euro sicherten sich die Schwarz-Gelben eines der größten Verteidiger-Talente der ​Bundesliga. Beim BVB brauchte der 25-Jährige jedoch eine gewisse Eingewöhnungszeit. In seiner zweiten Spielzeit schaffte es der Nationalspieler, sich in der Stammelf zu etablieren. 


Zu den großen Stärken von Ginter zählte auch seine Variabilität. Der Defensivspieler, eigentlich im Abwehrzentrum zu Hause, half auch als Rechtsverteidiger sowie im defensiven Mittelfeld aus. Nach drei Jahren in Dortmund entschied sich der Ex-Freiburger jedoch für einen Wechsel. "Matthias Ginter ist aufgrund der Konkurrenzsituation in unserer Defensive mit seinem Wechselwunsch an uns herangetreten. Dem haben wir entsprochen", vermeldete der BVB nach dem Transfer zu ​Borussia Mönchengladbach, wo Ginter seit knapp zweieinhalb Jahren Abwehrchef ist. 


Robert Lewandowski

Der Torjäger befindet sich derzeit in der Form seines Lebens. Lewandowski hat in den letzten elf Pflichtspielen immer mindestens einen Treffer erzielt und nach acht Spieltagen stolze zwölf Treffer auf dem Konto. Der Bayern-Profi traf bereits in den letzten Jahren fast nach Belieben und scheint in dieser Saison noch eine Schippe drauflegen zu können. Der ablösefreie Wechsel des polnischen Nationalspielers zum deutschen Rekordmeister im Sommer 2014 ist zweifelsohne einer der schmerzlichsten Verluste, die der BVB in den letzten Jahren verkraften musste. 


Während seines vierjährigen Gastspiels in Dortmund entwickelte sich Lewandowski zu einem der gefragtesten Mittelstürmer in Europa. Unvergessen ist sein Viererpack in der Champions League gegen ​Real Madrid (4:1), mit dem er die Schwarz-Gelben fast im Alleingang ins Finale schoss. 103 Tore und 42 Vorlagen lautet die beeindruckende BVB-Bilanz des Angreifers. 


Pierre-Emerick Aubameyang

Ende Januar 2018 hat auch Lewandowski-Nachfolger Aubameyang die Borussen verlassen. Der Torjäger hat sich seinen Wechsel zum ​FC Arsenal regelrecht erstreikt und die Geduld der Verantwortlichen zuvor auf eine harte Probe gestellt. Dass man dem Gabuner sein Wechsel-Theater in Dortmund immer noch krumm nimmt, zeigte Anfang Oktober die Aussage von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegenüber der Süddeutschen Zeitung: "Pierre-Emerick Aubameyang, der beim FC Arsenal großartig spielt, wird wahrscheinlich warm ums Herz, wenn er auf sein Konto schaut, aber mittwochs guckt er bei der Champions League regelmäßig nur im Fernsehen zu und ist traurig." 


Die Antwort des Angreifers ließ nicht lange auf sich warten. Aubameyang beschimpfte den BVB-Boss ​in den sozialen Netzwerken als Clown. Dass der 30-Jährige mit den Gunners sportlich nicht die größte Rolle spielt, ist allerdings unbestritten. Die persönliche Bilanz des Mittelstürmers kann sich jedoch wahrlich sehen lassen. 49 Tore und zwölf Vorlagen in 75 Pflichtspielen kann der Ex-Dortmunder im Arsenal-Trikot vorweisen. In der vergangenen Saison wurde der Offensivspieler mit 22 Treffern Torschützenkönig der ​Premier League.


Sven Bender

Durch den Abgang von Bender verloren die Borussen eine große Identifikationsfigur, die sich nicht nur wegen ihres vorbildlichen Einsatzes auf dem Platz in die Herzen der Fans gespielt hatte. Nach acht Jahren in Schwarz-Gelb folgte der für viele überraschende Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen (Sommer 2017). Der Defensivspieler hatte zuvor um die Freigabe gebeten, die ihm die Verantwortlichen schweren Herzens erteilt haben. 


Bender wollte mit seinen 28 Jahren eine Führungsposition übernehmen und sah dafür bei einem anderen Klub deutlich bessere Chancen. Seit seinem Wechsel spielt Bender nicht nur wieder mit seinem Zwillingsbruder Lars zusammen, sondern zählt bei der Werkself auch zu den tragenden Säulen der Defensive. In der laufenden Saison stand der 30-Jährige in allen Pflichtspielen über die komplette Dauer auf dem Platz.


Mats Hummels

Mit der Rückkehr zu Borussia Dortmund sorgte Hummels im Sommer für eine große Überraschung. Nach drei erfolgreichen Jahren beim FC Bayern, in denen der Innenverteidiger meist eine wichtige Rolle gespielt hat, ging der Weltmeister der teuren Konkurrenz aus dem Weg und kehrte stattdessen an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er sich erstaunlich schnell wieder zurechtfand und bislang mit starken Leistungen zu überzeugen wusste. 


Zum zweiten Mal in seiner Karriere ging der Ex-Nationalspieler diesen Weg. Im Januar 2008 wechselte Hummels zunächst auf Leihbasis nach Dortmund, eineinhalb Jahre später wurde er fest verpflichtet. Beim BVB entwickelte sich der Weltmeister unter Cheftrainer Jürgen Klopp zu einem der besten Innenverteidiger der Welt.