​Der ​FC Liverpool musste am Sonntagabend den ersten kleinen Rückschlag in dieser Saison hinnehmen und kam beim schwach gestarteten Erzrivalen ​Manchester United nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Reds-Coach ​Jürgen Klopp präsentierte sich nach der Partie von gleich mehreren Dingen sichtlich genervt. Der ehemalige United-Trainer Jose Mourinho hingegen konnte eine gewisse Schadenfreude nicht verbergen.


Die beiden Startrainer verbindet bereits seit Jahren eine leidenschaftliche Rivalität. Nicht von ungefähr war ​Jose Mourinho vor dem Spiel der beiden englischen Schwergewichte einer der wenigen Experten gewesen, der den Red Devils durchaus Chancen auf Punkte ausgerechnet hatte. Der bisherige Saisonverlauf hatte dies zuvor nicht gerade nahegelegt, schließlich waren die Gäste mit acht Saisonsiegen in Folge ins Old Trafford gereist und konnte United im gleichen Zeitraum gerade einmal neun Zähler ansammeln.


VAR bringt Klopp auf die Palme


Nach dem 1:1-Remis war mit Klopp alles andere als gut Kirschen essen. Beim Rundumschlag des 52-Jährigen traf es dabei nicht zuletzt auch den Videoschiedsrichter, der vor dem Treffer der Gastgeber durch Marcus Rashford ein klares Foul an Liverpool-Angreifer Divock Origi als nicht eindeutig genug betrachtet hatte, um einzuschreiten. 


Der nicht zustande kommende Austausch zwischen dem VAR und Schiedsrichter Mark Atkinson ließ den aufgebrachten Übungsleiter nach Abpfiff an der allgemeinen Sinnhaftigkeit des Videobeweises zweifeln. "Das Problem ist, dass der Referee es laufen lässt. Denn wir haben den VAR und der VAR möchte nicht den Referee überstimmen. Es macht keinen Sinn. Für mich war es so klar", sagte Klopp nach dem Spiel.


Klopp hadert mit Spielweise des Gegners


Den verpassten Sieg der Liverpooler einzig und allein den Schiedsrichterentscheidungen zuzuschustern, wäre aber viel zu kurz gegriffen. So war doch über weite Strecken der Partie offensichtlich, welch große Probleme das Team des englischen Spitzenreiters hatte, die massive Defensive von United zu knacken. Auch Klopp räumte nach der Partie daher zumindest ein, dass er vor allem den Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Spielzeit "nicht mochte."


Anstatt sich in die Fehleranalyse zu vertiefen, lenkte der Reds-Coach in der Folge aber vielmehr den Fokus auf die Spielweise der Gastgeber und monierte die zurückhaltende Herangehensweise der Red Devils. "Eine Mannschaft versucht nur zu verteidigen und die andere das Spiel zu machen. Seit ich in England bin, spielt ManUnited gegen uns immer so", so der sichtlich angesäuerte Klopp.


Nach Ansicht von Kloppo mache es sich United mit dieser Spielweise allzu leicht: "Wenn man ein Team mit der Qualität von ManUnited nur verteidigen lässt, ist es wirklich schwer. Es ist natürlich leichter, so zu spielen, als durch diese Linien zu passen." Da der Plan von United-Coach ​Ole Gunnar Solskjaer am Ende aufgegangen ist, dürfte sich aber auch in Zukunft an dem Matchplan des Klubs aus Manchester nur wenig ändern.


Mourinho fühlt sich bestätigt


​Der Punktverlust der Reds geht nicht zuletzt Jose Mourinho runter wie Öl. Nach der Partie bemühte sich der 56-jährige Portugiese in seiner Funktion als TV-Experte bei Sky Sports daher gar nicht erst seine Schadenfreude zu verbergen und verwies auf die alles andere als ruhmreiche Bilanz des Liverpool-Trainers bei Gastspielen im Old Trafford, wo ihm noch kein einziger Sieg gelungen ist.


"Ihm gefällt die Speisekarte nicht: Er wollte Fleisch und bekam Fisch", so Mourinho. Ohnehin habe der ehemalige United-Coach bei Liverpool Schwächen im Spiel gegen tief stehende Mannschaften ausgemacht. Die Aussagen Klopps seien daher aus einer offensichtlichen Frustration heraus entstanden.