​Borussia Dortmund setzte sich am ​Ende nur knapp gegen den aktuellen Tabellenführer aus ​Mönchengladbach durch. Doch den Fans und Beteiligten war bewusst, dass das Spiel auch ganz anders hätte ausgehen können. Das lag vor allem am Videobeweis, der die Partie lange offen hielt - zum Ärger beider Mannschaften.


Die Zuschauer sahen das angekündigt spannende Spiel zwischen dem BVB und den Fohlen aus Gladbach. Von Beginn an ging es hin und her, neben hochkarätigen Chancen gab es aber auch hektische Fehler und Unaufmerksamkeiten. Mit 0:0 ging es in die Pause, obwohl beide Klubs einige Möglichkeiten vorweisen konnten. Allen voran der Treffer von Thorgan Hazard hätte dem Duell früh eine andere Wendung geben können.


Abseits-Entscheidungen bitter, aber korrekt


Nach 33 Minuten netzte der ehemalige Gladbacher ein und ließ sich von seinen Teamkollegen feiern. Doch nach wenigen Sekunden schaltete sich der Videobeweis ein und überprüfte den Treffer. Denn bei der Entstehung lag eine Abseitsstellung von Marco Reus vor, der einen langen Ball weiter geleitet hat. Die extrem enge Entscheidung dürfte im Nachhinein aber durchaus richtig getroffen worden sein.


Das sah Dortmund-Trainer Lucien Favre laut Express ähnlich. "Wenn es Abseits ist, muss man konsequent sein", so der Übungsleiter nach dem Spiel. Doch das erste nicht gegebene Tor sollte nicht das einzige an diesem Abend sein. Mit einem weiteren Tor kurz vor dem Abpfiff hätte Julian Brandt den Sack zumachen können. Doch sein Treffer wurde ebenfalls nach kurzer Überprüfung aberkannt.

Teamkollege Marco Reus stand dem Gäste-Keeper Yann Sommer nämlich direkt im Blickfeld. Dieser konnte so nicht auf den starken Abschluss des Dortmunders reagieren, Reus trat also vom passiven ins aktive Abseits. Diese Entscheidung führte bei Favre schon zu deutlich mehr Kritik: "Da frage ich mich: Warum? Der Torhüter kann sowieso nichts machen. Das ist schade, weil es nicht gut für den Fußball ist."


Auch Gladbach fühlt sich benachteiligt


Dem Schiedsrichtergespann blieb allerdings keine andere Wahl, als das Tor wegen Abseits zurückzunehmen. Denn die Regelauslegung ist ziemlich eindeutig, auch wenn Sommer den Ball im Normalfall nicht gehalten hätte. Dafür gab es aber auch auf der anderen Seite einige Proteste, und zwar bei einer Szene, die sich noch vor der möglichen Entscheidung abspielte.


Nach 70 Minuten kam Marcus Thuram mit Tempo über die linke Seite und spielte den Ball scharf in den Strafraum. Der eingewechselte Patrick Herrmann stand bereits kurz vor dem Einschuss, wurde letztendlich aber von BVB-Verteidiger Mats Hummels gestört. Der Ball ging somit neben des Tor, doch anders als erst vermutet, spielte Hummels bei seiner Klärungsaktion nicht nur den Ball.

Im Nachhinein hätte hier durchaus auf Elfmeter entschieden werden können. Deswegen äußerte Trainer Marco Rose sein Unverständnis. "Der Videobeweis ist eine tolle Sache, wenn es um Abseits geht. Aber ansonsten ist mir da zu viel Willkür drin. Tut mir leid: Wenn man sich das nicht anschaut und das kein Elfmeter ist, brauchen wir ihn nicht."


Am Ende des Abends war also klar, dass der Videobeweis einen großen Einfluss auf das Spielgeschehen und das Ergebnis hatte. Alle Situationen hätten ohne ihn nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden können. Zumindest in den Dortmunder fällen wurde er angewendet und zwei Treffer berechtigt zurückgenommen. Die Diskussionen um den besonderen Assistenten werden also auch weiterhin kein Ende nehmen.