Platz 13 in unserem großen 90min-Ranking belegt Eden Hazard. Der belgische Flügelspieler erfüllte sich in diesem Sommer den Traum von ​Real Madrid, sorgte zuvor sieben stolze Jahre lang beim ​FC Chelsea für Furore. Angefangen hat die Karriere des Belgiers aber bei der Talenteschmiede des OSC Lille. 


Aktuell ist Eden Hazard stolze 150 Millionen Euro wert (via transfermarkt.de) und wechselte im Sommer für 100 Millionen Euro zu Real Madrid - wer hätte das gedacht, als er im Alter von sieben Jahren für Stade Brainois spielte? Wie seine jüngeren Brüder Thorgan (Borussia Dortmund) und Kylian (Cercle Brügge) wechselt der in La Louviére geborene Eden zum AFC Tubize, wagt als erster der drei Brüder den Schritt nach Frankreich.


2005 wechselt er in die Jugend des OSC Lille, zwei Jahre später geht Thorgan zum RC Lens. Als Kylian 2010 ebenfalls nach Lille wechselt, ist Eden dort schon längst Stammspieler. Am 24. November 2007 debütiert er unter dem damaligen Trainer Claude Puel in der Ligue 1, wird nach 78 Minuten für Nicolas Fauvergue eingewechselt. Ab Sommer 2008 ist Hazard Stammspieler, absolviert in der darauffolgenden Spielzeit 30 Ligaspiele und trifft viermal.

Eden Hazard

Sein erstes Profitor stammt vom 15. November 2008. Nach 25 Minuten erzielt er beim 3:0-Sieg über die AS Saint-Étienne die Führung, steht damals mit bekannten Spielern wie Michel Bastos, Yohan Cabaye, Ludovic Obraniak oder dem Ex-Nürnberger Robert Vittek auf dem Platz. Auf Seiten von Saint-Étienne spielten unter anderem Bafétimbi Gomis, Dimitri Payet und Blaise Matuidi, die Augen richteten sich damals allerdings auf den erst 17 Jahre jungen Eden Hazard.


In Lille steigert er sich sukzessive, wird in 131 Spielen auf dem linken und rechten Flügel immer wichtiger. In der Ligue 1 liefert er in der Saison 2009/10 15 Torbeteiligungen, ein Jahr später werden es 18. Am Ende der Saison wird der Klub Meister und Pokalsieger, Hazard feiert die ersten Titel in seiner noch jungen Karriere. Die Spielzeit 2011/12, das war früh klar, sollte aber seine letzte sein - und er beendete sie mit herausragenden 38 Scorerpunkten. 20 seiner 50 Tore für Lille stammen aus dieser Saison, in der der Titelverteidiger hinter dem Überraschungsmeister HSC Montpellier und Paris St. Germain auf dem dritten Tabellenplatz landet.


Der große Schritt zum FC Chelsea


Schon im Sommer 2011 muss Lille umbauen, verliert Gervinho an Arsenal London, Moussa Sow an Fenerbahce Istanbul, Adil Rami an den FC Valencia und Yohan Cabaye an Newcastle United. Ein Jahr später geht Eden Hazard, gejagt von vielen Topklubs, für 35 Millionen Euro zum FC Chelsea. 


In seiner ersten Saison bei den Londonern wird er Europa-League-Sieger, gewinnt 2015 sowie 2017 die Premier League und 2018 den FA Cup. Egal, wie gut oder schwach die Leistungen des FC Chelsea, der seit 2012 sechs Mal den Trainer austauschte, waren - auf Hazard war immer Verlass. Die Nummer 10 traf in fünf von sieben Spielzeiten zweistellig, war in seiner letzten Saison sogar an 31 Toren beteiligt. In 352 Pflichtspielen lieferte Hazard 110 Tore und 92 Vorlagen, auf dem linken Flügel war er schlicht und ergreifend unersetzlich. 

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Auch bei der Nationalmannschaft ist er auf Anhieb regelmäßig dabei. Im November 2008 feiert er sein Debüt beim 1:1 gegen Luxemburg, aktuell steht er bei 104 Länderspielen. Seit Ende 2015 ist er der Mannschaftskapitän, führte Belgien bei der WM 2018 zu einem starken dritten Platz.


Es gibt wenig, das Hazard nicht kann. Er hat das Auge für den entscheidenden Pass, liebt das Dribbling, ist dabei oftmals nur per Foul vom Ball zu trennen. Ob lange oder kurze Bälle, Flanken, der direkte Abschluss oder Standards, der 28-Jährige ist überall zur Stelle. Vom linken Flügel zieht er gerne in die Mitte, beim Zuspiel mit dem Rücken zum Gegner kann er sich trotz hohen Drucks immer wieder befreien und entscheidend in Szene setzen.


Der Traum von Real Madrid


Er bringt viel von dem mit, was Real Madrid mit dem Abgang von Cristiano Ronaldo in Richtung Juventus Turin verlor. Die Königlichen hätten Hazard am liebsten schon nach der WM in Russland verpflichtet, er selbst sprach schon damals öffentlich von seinem Traum, für Real zu spielen; doch Chelsea blieb stur, erklärte sich nicht gesprächsbereit. 


Das Problem: Der Vertrag endete 2020, für eine Verlängerung zeigte er keine Bereitschaft. Trotz einer Transfersperre ließ Chelsea Hazard nach langen Verhandlungen ziehen, erhielt 100 Millionen Euro von den Madrilenen. Gegenüber Corriere della Serra freute er sich über den erfolgreichen Transfer (zitiert via ​AS): "Als Kind habe ich davon geträumt, eines Tages das Trikot von Real Madrid zu tragen. Wenn Real an deine Tür klopft, kannst du nur eine Sache tun: sie öffnen. Ich habe unvergessliche Jahre bei Chelsea verbracht, aber hier bin ich im siebten Himmel. Als ich ein Kind war, war Zinedine Zidane eines meiner Idole. Ich hatte sein Poster in meinem Zimmer und jetzt habe ich die Gelegenheit, von ihm trainiert zu werden."


Aller Anfang ist schwer


Doch in Madrid tut sich Hazard zunächst schwer. Laut spanischen Medienberichten soll er mit sieben Kilo Übergewicht aus dem Urlaub zurückgekehrt sein, muss wegen einer Verletzung am Oberschenkel bis zum 14. September auf sein Debüt warten. Belgiens Nationaltrainer Roberto Martinez kann die Aufregung wenig verstehen, sagt gegenüber Deportes Cuatro (via fußballeuropa): "Unabhängig von seinem Gewicht kann Hazard die Verteidigung aufreißen, beim Gegner für Verunsicherung sorgen und den Unterschied machen. Sein angeborenes Talent hängt nicht davon ab, wie viel er gerade wiegt."


Am 05. Oktober erzielte er beim 4:2 über den FC Granada endlich sein erstes Tor, bereitete zudem einen weiteren Treffer vor. Mit der Rückennummer 7 tritt Hazard in die Fußstapfen von Cristiano Ronaldo und Raúl, der Druck ist entsprechend groß. Doch die Zuversicht ist groß, dass Eden Hazard der neue Superstar von Real Madrid wird. 


Die 20 besten Spieler des Jahrzehnts: Das große 90min Ranking


Platz 20: Giorgio Chiellini - der unzerstörbare Turm von Juventus Turin

Platz 19: Luka Modric - der unauffällige Edeltechniker

Platz 18: Philipp Lahm - der "perfekte Spieler" für Pep Guardiola

Platz 17: Gianluigi Buffon - die unsterbliche Legende

Platz 16: Kevin De Bruyne - das belgische Genie

Platz 15: Franck Ribéry - als Bayern endlich wieder einen König hatte

Platz 14: ​Thomas Müller - das letzte echte Eigengewächs des FC Bayern