Die Spiele zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach haben im deutschen Fußball eine lange Tradition. In der Bundesliga treffen beide Mannschaften am Samstagabend (18:30 Uhr) zum 95. Mal aufeinander, vor heimischem Publikum will der BVB die aktuelle Siegesserie gegen den Lieblingsgegner ausbauen. Datendienstleister Opta stellt wieder einmal ein paar Zahlen und Fakten zur Verfügung, die im Folgenden ein wenig näher beleuchtet werden sollen.


Pflichtspiele gegen Dortmund waren für Gladbach in der Vergangenheit kein gutes Omen. Die letzten acht Spiele konnte der BVB allesamt für sich entscheiden, ausgerechnet Lucien Favre gelang der letzte Erfolg gegen Schwarz-Gelb. Im April 2015 siegten die Fohlen im Borussia-Park mit 3:1, seitdem gab es keinen einzigen Punkt mehr.


Acht Erfolge in Serie bedeuten einen Rekord im Borussen-Duell. Zuvor war die Bilanz mit 29 Siegen für beide Mannschaften bei insgesamt 28 Unentschieden ausgeglichen, mittlerweile steht Dortmund bei 37 Siegen. 


Diese Siegesserie ist zudem die längste, die der BVB gegen die aktuelle Bundesliga-Konkurrenz vorweisen kann. Für ein Ende spricht allerdings der jüngste Negativtrend: In den vergangenen drei Bundesligaspielen verspielte Schwarz-Gelb stets eine 2:1-Führung, spielte am Ende nur 2:2 und verlor sechs wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenführung. Insgesamt gab die Mannschaft im Kalenderjahr 2019 satte 15 Punkte nach einer Führung ab, nur Fortuna Düsseldorf (17) und 1899 Hoffenheim (19) haben noch mehr Zähler verspielt.


Gladbach: Effektiv nach Einwechslungen


Vor einem Jahr wurde Favre für seine effektiven Einwechslungen gefeiert, im zweiten Durchgang lieferten die Joker häufig wichtige Tore. Nun aber ist Gladbach in dieser Kategorie Spitzenreiter: In diesem Kalenderjahr waren die Einwechselspieler zehn Mal zur Stelle, beim 5:1 über den FC Augsburg markierte Breel Embolo zudem bereits das vierte Jokertor in dieser Saison. Auch deshalb ist Gladbach erstmals seit dem dritten Spieltag der Saison 2011/12 Tabellenführer.


Ob die Mannschaft an der Spitze bleibt, ist allerdings nicht nur ob folgender Statistik fraglich: Die vergangenen sechs Bundesligaspiele als Tabellenführer konnten nicht gewonnen werden, neben drei Remis stehen drei Niederlagen zu Buche. 


Gladbacher Vergangenheit beim BVB


Denn im BVB ist seit vielen Jahren ein Stück Gladbach enthalten: Marco Reus, Mahmoud Dahoud und Thorgan Hazard wechselten direkt vom Niederrhein in den Ruhrpott, ​die Verantwortlichen baggern nun angeblich auch an Denis Zakaria. Nico Schulz hat ebenfalls eine Gladbacher Vergangenheit, wurde nach zwei glücklosen Jahren aber an 1899 Hoffenheim abgegeben - und in diesem Sommer von Dortmund verpflichtet. 


Auch Lucien Favre ist längst an der Hennes-Weisweiler-Allee bekannt. 2011 bewahrte er die Borussia vor dem Abstieg, führte sie in Champions- und Europa League und trat am 20. September 2015 nach fünf Bundesliga-Niederlagen in Serie zurück. Knapp ein Jahr später heuerte er bei OGC Nizza an, ehe 2018 der Anruf aus Dortmund einging. 


Auf der anderen Seite stehen mit Matthias Ginter und Jonas Hofmann zwei Profis mit BVB-Vergangenheit im Aufgebot der Fohlen, allerdings werden beide verletzungsbedingt ausfallen.


Tore garantiert


Mit 19 Toren stellt Dortmund hinter Bayern München (20) die zweitbeste Offensive, mit 15 erzielten Treffern teilt sich Gladbach gemeinsam mit RB Leipzig und dem SC Freiburg den dritten Platz in diesem Ranking. Doch nicht nur deshalb ist mit mindestens einem Tor zu rechnen: Historisch betrachtet endete keines der vergangenen 46 Duelle 0:0, letztmals war dies im April 1994 der Fall. Wer das anstehende Borussen-Duell für sich entscheiden wird, ist aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse beider Mannschaften jedoch völlig offen - auch wenn die Vorzeichen für Borussia Dortmund sprechen.