​Fußball und Homosexualität? Für viele ist dies immer noch ein Tabuthema. Nicht erst seit Personen wie Ex-Profi Thomas Hitzelsberger oder die US-amerikanische Spielerin Megan Rapinoe ist die LGTB-Bewegung auch im Fußball zu finden. Man vermutet, dass viele aktuelle Profis aus Angst vor Medien und Fans sich nicht offen zu ihrer Sexualität bekennen können. Auf Twitter will sich nun angeblich ein Spieler aus der ​2. Bundesliga outen.


"Ich bin ein schwuler Spieler der 2. Bundesliga. Ich möchte mich bald outen, um das Versteckspiel zu beenden. Ich teste hier ob ich den Druck aushalten kann." Das sind die Worte, mit denen der Profi sein Twitter-Profil einleitet.


In einem Tweet lädt der Profi zu Fragen über sich und seine Situation ein. Die Reaktionen auf seinen Plan sind größtenteils zustimmend und unterstützend. Inzwischen hat der Tweet bereits knapp 2.200 Likes (Stand Freitag, 10 Uhr) und wurde über 210 Mal retweetet.

Der Spieler selbst zeigt sich von den Reaktionen überwältigt. Mehr Informationen werden seiner Aussage nach heute Abend folgen. Ob über seine Person oder die Fortsetzung des Outings, will er nicht verraten. Zunächst werde er sich auf das Training konzentrieren.

Neben viel Zustimmung trifft man in den Kommentaren auch ab und zu auf Skepsis. Ist die Geschichte wirklich wahr oder nur frei erfunden? Und selbst wenn sie wahr ist, ist eine "Umfrage" auf Twitter überhaupt sinnvoll?

​​Tatsächlich sollte man mit dem Tweet vorsichtig umgehen. Im Zeitalter der sogenannten Fake News sollte man nicht alles glauben, was im Netz zu finden ist. Zudem repräsentiert Twitter kaum die deutsche Fanszene. Die Reaktionen zwischen hier und dem Stadion würden sich - wie bereits im Tweet oben angemerkt - deutlich unterscheiden.

Doch da bisher nichts Gegenteiliges bewiesen wurde, ist die Geschichte des Fußballprofis glaubwürdig. Daher sollte man den Versuch des Outings ernst nehmen und den Spieler bei seinem Vorhaben unterstützen. Ein Outing sollte im 21. Jahrhundert keine Hürde, sondern eine Selbstverständlichkeit darstellen. Eine Diffamierung wegen einer anderen sexuellen Ausrichtung ist nicht nur an sich bescheuert, sondern widerspricht auch der immer groß propagierten "Fußballfamilie", in der wir alle leben. 


In diesem Sinne können wir alle nur hoffen, dass sich der Spieler zu einem Outing entschließt. Es könnte ein weiterer Schritt zur endgültigen Akzeptanz der Homosexualität im Fußball werden!

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