Im Old Trafford ist derzeit mächtig was los: Das Team taumelt durch die Premier League, Ole Gunnar Solskjaer steht in der Kritik und Nachfolger in den Startlöchern. Entgegen der diversen Berichte, soll der Norweger (noch) aber fest im Sattel sitzen. Alternativen hat man bei United dennoch bereits im Blick.


​​Manchester United ist in der Krise - mal wieder. Dieses Mal erwischte es die Red Devils so hart wie noch nie: Unter Ole Gunnar Solskjaer legte man 19/20 den schlechtesten Saisonstart der Premier-League-Ära hin. Nur neun Punkte nach acht Spielen und Rang Zwölf sind indiskutabel für den englischen Rekordmeister.


Die Vorschusslorbeeren für Trainer Ole Gunnar Solskjaer sind längst passé. Nach der Entlassung von José Mourinho hatte der Ex-United-Stürmer als Interimscoach für Aufbruchsstimmung im Old Trafford gesorgt. Ein neues, dynamisches und vor allem wieder erfolgreiches United sollte unter dem Norweger wachsen. Doch seit der 46-Jährige seine Unterschrift unter einen Dreijahresvertrag gesetzt hat, läuft es nicht mehr.


From Hero in Richtung Zero läuft es für Solskjaer aktuell. In den Medien werden bereits laut seine möglichen Nachfolger gehandelt. ​Ex-Juve-Trainer Massimilliano Allegri soll bereits in den Startlöchern stehen, heißt es von der Insel. Und auch Julian Nagelsmann sei auf dem Radar der Bosse. 


Hoffnung auf langfristige Lösung - Zweifel an Allegri


Wie unsere englischen Kollegen von ​90minUK erfahren haben, entspricht das auch der Wahrheit. Nagelsmann gilt in der Tat als einer der Kandidaten auf den Trainerposten der Red Devils. Bei Allegri sei man sich dagegen nicht so sicher: Der Italiener arbeite zwar fleißig an seinem schlechten Englisch, um bereit zu sein, wenn bei den europäischen Spitzenklubs ein Posten frei wird. Allerdings sieht man in ihm einen erfahrenen Trainer, was absolute Titelanwärter angeht - ein Status, den United derzeit wahrlich nicht inne hat.


Und so wäre die Idealvorstellung eine Art "zweiten Jürgen Klopp" zu finden. Ein Trainer, der den Klub wieder zur absoluten Spitze führt und eine Lösung über viele Jahre sein kann. Neben Nagelsmann steht dafür auch Ajax-Coach Erik ten Haag und ein weiterer Übungsleiter aus dem RB-Imperium auf der Liste. Salzburgs Trainer Jesse Marsch habe man bei United ebenfalls auf dem Zettel. Der US-Coach war im vergangenen Jahr noch Assistent unter Rangnick in Leipzig und beeindruckte an den ersten beiden Spieltagen in der Champions League.



Solskjaers Stuhl wackelt (noch) nicht


Bislang sitzt Solskjaer entgegen vieler Berichte aber noch fest im Sattel. United-Boss Ed Woodward ist zwar enttäuscht über die schwachen Ergebnisse, kurzfristig sei das Vertrauen in den Trainer aber noch intakt. Hinzu komme, dass man in Manchester nicht schon wieder einen Trainer während der Saison entlassen möchte, um dann erneut eine kurzfristige Lösung finden zu müssen. 


Das kann sich aber ganz schnell ändern - wenn die Winter-Transferperiode näher rückt und die Ergebnisse weiter ausbleiben. United könnte dann gezwungen sein zu handeln - und würde das mit etwas Vorlauf auf den Start der Wechselperiode tun. So könnte der neue Trainer seine Vorstellungen auf dem Transfermarkt besser umsetzen.


Hier spielt ​Solskjaer eine zentrale Rolle: Als Manager (wie in England üblich) hat er das letzte Wort bei Transfers und war im Sommer einer der Initiatoren für einen Paradigmenwechsel in der Einkaufspolitik. Doch im Zuge dessen, hat man sich bei United den kontinentalen Gegebenheiten angepasst. Sprich, man will unabhängiger vom jeweiligen Trainer werden und künftig mit einem Sportdirektor arbeiten, wie u.a. in Deutschland üblich.


Selbst wenn man sich von Solskjaer trennen müsste, soll die Strategie beim englischen Rekordmeister gleich bleiben. Mit dem eingeleiteten Weg und den neuen Strukturen sei man glücklich. Jetzt müssten nur noch die Ergebnisse stimmen...