​Der ​VfB Stuttgart galt lange Zeit als eine der größten Talentschmieden des deutschen Fußballs. Auch Alexander Merkel wurde einst bei den Schwaben ausgebildet und wagte früh den Sprung ins Ausland. Nach vielen Stationen quer durch Europa kann sich der zentrale Mittelfeldspieler eine Rückkehr zu seinem Ausbildungsverein mittlerweile gut vorstellen und bezeichnete die Stuttgarter als eine Top-Adresse.


Im Nachhinein betrachtet, ist man bekanntlich immer schlauer. Würde der heute 27-Jährige noch einmal in den Sommer 2008 zurückversetzt werden, dürfte er sich daher zweimal überlegen, ob die Zeit für einen Wechsel in die U17 des großen AC Mailand wirklich schon reif ist. Ausgezahlt hat sich der Mut für den Mittelfeldspieler schließlich nicht wirklich - in drei Jahren kam er für die Rossoneri nicht über 13 Profieinsätze hinaus.


Glück in den Niederlanden gefunden


Bereits während seiner Mailänder Zeit wurde Merkel daher häufig ausgeliehen und kam so in der Serie A ordentlich rum. Später heuerte er dann auch noch in England und der Schweiz an, ehe es ihn für kurze Zeit zum Zweitligisten ​VfL Bochum verschlug. Über Österreich schlug er dann schlussendlich im vergangenen Sommer beim niederländischen Klub Heracles Almelo ein und scheint nach seiner langen Odyssee endlich den richtigen Verein gefunden zu haben.


In einem Gespräch mit der Sport BILD bezeichnete der gebürtige Kasache den Wechsel in die Eredivisie daher nun als einen echten "Glücksgriff", stand er doch auch in der aktuellen Spielzeit bislang unter dem deutschen Coach Frank Wormuth in jedem einzigen Ligaspiel der Holländer über die komplette Spielzeit auf dem Rasen.


Rückkehr zum VfB Stuttgart ein Thema ​


Nach Saisonende läuft das Arbeitspapier des trickreichen Mittelfeldakteurs aber aus und daher geht es für Merkel nun darum, mögliche Alternativen auszuloten. Auf Nachfrage der Sportzeitschrift machte der Rechtsfuß keinen Hehl daraus, dass auch eine Rückkehr zum VfB eine reizvolle Aufgabe wäre: "Stuttgart ist meine Heimat. Der VfB ist ein großer Verein in Deutschland, mit viel Tradition – natürlich wäre es toll, wieder in meiner Heimatstadt zu spielen."


Ob auch die Stuttgarter an der Verpflichtung eines weiteren zentralen Mittelfeldspieler interessiert wären, bleibt abzuwarten. Einen ablösefreien Spieler mit jeder Menge Motivation und Identifikation mit dem Verein, wäre aber mit Sicherheit für Kaderplaner ​Sven Mislintat zumindest eine Überlegung wert.


Merkel offenbart verpassten Wechsel


Während des ​Gesprächs geriet Merkel regelrecht ins Plaudern und erwähnte dabei eine verpasste Möglichkeit, bereits im Jahre 2014 nach Deutschland zurückzukehren. Dabei versicherte er, dass er damals mit einem Klub aus der Bundesliga bereits handelseinig gewesen sei, sein Verein Udinese Calcio aber ein Veto eingelegt habe. "Mir wurde die Chance genommen, zu wechseln. Du bist mit einem Verein einig, willst unbedingt dorthin, hast aber kein Recht, dahin zu wechseln", so Merkel.


Das Spielerprofil von Alexander Merkel

​Position​ZMF
​Alter​27
​Marktwert​1,25 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2020
​Spiele für Almelo​44
​Scorerpunkte für Almelo​4

(Marktwert laut transfermarkt.de)


Dieser Rückschlag sei für ihn damals als junger Spieler "ganz schwer zu verkraften gewesen". Ohnehin nutzte der dreifache kasachische Nationalspieler die Möglichkeit, auf den zuweilen grenzwertigen Umgang mit Fußballprofis hinzuweisen. Oft bliebe bei aller Wirtschaftlichkeit "die Menschlichkeit auf der Strecke".