​In unserem ​​​ersten Teil haben wir bereits rückblickend auf die Karriere ehemaliger Gladbacher Talente geschaut. Auch im zweiten Teil betrachten wir die Karrieren von ehemalig verheißungsvollen Youngsters aus dem Gladbacher Fohlenstall und nehmen den unterschiedlichen Werdegang in den Blick.


Seit Anfang der 2000er Jahre entwickelten sich im Nachwuchsbereich von​ Borussia Mönchengladbach einige Talente, die in ihrer Karriere verschiedene Wege gegangen sind. Einige Spieler aus der Nachwuchsabteilung wie Patrick Herrmann und Tony Jantschke fanden ihren Weg in die Bundesliga und blieben der Borussia bis heute treu. Andere Spieler versuchten in ihrer Karriere einen anderen Weg einzuschlagen und wechselten den Verein. 
​Wir blicken auf ehemalige Fohlen-Talente zurück. 


Marlon Ritter  


Marlon Ritter wechselte im Sommer 2011 ablösefrei von der U17 von Rot-Weiß Essen in die U19 von Borussia Mönchengladbach. In den folgenden Jahren gehörte Ritter in der U19 und in der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach zu den Leistungsträgern. In der Saison 2014/2015 war er maßgeblich daran beteiligt, dass Borussia Mönchengladbach in der Relegation gegen den SV Werder Bremen II um den Aufstieg in die dritte Bundesliga spielen durfte. Jedoch verlor Borussia Mönchengladbach II die Relegation gegen die Bremer und verweilt bis heute in der Regionalliga West. 


​Im Winter 2015 wurde Marlon Ritter als Belohnung seiner vielversprechenden Leistungen bei Borussia Mönchengladbach mit einem Profi-Vertrag ausgestattet, spielte in der Saisonvorbereitung 15/16 in jedem Testspiel und konnte sein Potential durchaus unter Beweis stellen. Nachdem er aber keinen Einsatz in einem Pflichtspiel verzeichnen konnte, wechselte er im Sommer 2016 zu ​Fortuna Düsseldorf. In der folgenden Saison kam Ritter bei Fortuna Düsseldorf nur in fünf Spielen zum Einsatz, gehörte oftmals nicht einmal zum Kader und half in der zweiten Mannschaft der Fortuna aus. 


Nachdem Ritter dann im Sommer 2017 auf Leih-Basis zum ​SC Paderborn wechselte, verkaufte ihn die Fortuna ein Jahr später endgültig für eine Ablöse von 500.000 Euro an die Paderborner. 


Mit dem SC Paderborn konnte Marlon Ritter in der letzten Saison den Aufstieg in die Bundesliga feiern, stand in 19 Partien auf dem Platz (zwei Tore, drei Torvorlagen). In dieser Saison kam der mittlerweile 25-Jährige bisher nur in drei Spielen als Joker zum Einsatz und bekam lediglich 55 Minuten Einsatzzeit. 


Marc-André ter Stegen


Ohne Frage ist ter Ste​gen mittlerweile der größte Weltstar, der aus dem Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach stammt. 


Sein Debüt bei den Profis der Fohlen feierte ter Stegen ausgerechnet gegen der Erzrivalen aus der Domstadt. An diesen Tag wird der der deutsche Keeper wohl mit schönen Erinnerungen zurückdenken, konnte die Borussia das Derby doch mit 5:1 für sich entscheiden. Anschließend war ter Stegen aus dem Tor der Borussia nicht mehr wegzudenken, zeigte herausragende Leistungen und spielte sich auch international in den Vordergrund. 


Im Sommer 2014 verließ ter Stegen die Borussia schweren Herzens, und wechselte für eine Ablöse von zwölf Millionen Euro zum ​FC Barcelona. Zunächst tat sich ter Stegen bei den Katalanen schwer und kam nur in der Champions League und in den Pokalwettbewerben zum Einsatz, musste in der Liga dem Chilenen Claudio Bravo den Vortritt lassen. Nachdem Claudio Bravo dann im Sommer 2016 den FC Barcelona in Richtung Manchester City verließ, schlug die Stunde des Marc André ter Stegen. 


Mittlerweile ist er beim FC Barcelona unumstritten und gehört zu den besten Torhütern der Welt. Mit einem Marktwert von 90 Millionen Euro steht der Deutsche hinter Jan Oblak von ​Atlético Madrid auf Platz zwei der wertvollsten Torhüter überhaupt! (Marktwerte: transfermarkt.de)


In diesem Jahr stand ter Stegen bei der Wahl zum Welttorhüter in der Endauswahl der besten drei Keeper, musste sich jedoch Alisson Becker vom ​FC Liverpool geschlagen geben. In der Nationalmannschaft kommt der ehemalige Gladbacher allerdings nicht an Manuel Neuer vorbei, der zuletzt ebenfalls mit starken Leistungen überzeugen konnte. 


Amin Younes


Auch Amin Younes durchlief viele Stationen der Nachwuchsabteilung von Borussia Mönchengladbach. Nachdem Younes im April 2012 sein Debüt für die Profis feiern konnte, kam er in den beiden darauf folgenden Saisons nur auf 27 Einsätze in allen Wettbewerben, zumeist jedoch nur als Joker und zeigte nicht die erhofften Leistungen. 


2014 wurde Younes an der 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen, wo der Außenstürmer in 15 Einsätzen vier Torbeteiligungen nachweisen konnte. Ein Jahr später sah man bei der Borussia für Amin Younes keine Zukunft mehr. 


​Younes wechselte anschließend für eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro in die Eredivisie zu Ajax Amsterdam. In seiner erfolgreichen Zeit in Amsterdam konnte Younes 100 Spiele absolvieren, erzielte 17 Tore und bereite 25 Tore vor. 2017 feierte Younes sogar sein Debüt in der Nationalmannschaft und war in Russland beim Confederations Cup dabei. 


Jedoch katapultierte sich Younes bei Ajax selbst ins Aus, versprach sich einen großen Karrieresprung mit einem Wechsel zum SSC Neapel, den er schon im Winter 2017 vollziehen wollte. Zudem verweigerte er bei Ajax Amsterdam eine Einwechslung, sodass er im Nachhinein nur noch in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam.


Im Sommer 2018 wechselte der mittlerweile 26-Jährige dann endgültig zum SSC Neapel. Am Anfang tat sich Younes zunächst schwer bei Napoli, wurde auch durch Verletzungen immer wieder ausgebremst. Zum Ende der letzten Saison blühte der deutsche Außenstürmer allerdings auf und konnte in elf verbliebenen Spielen der Serie A sechs Torbeteiligungen beisteuern. 

In dieser Saison kam Younes jedoch erst in einem Spiel über zehn Minuten zum Einsatz. 


Sinan Kurt


Vom Wunderkind in die Bedeutungslosigkeit - ​hier könnt ihr den Werdegang von Sinan Kurt nachlesen