Im Rahmen der letzten Länderspiele haben türkische Nationalspieler mit einem salutierenden Jubel ihre Sympathie für die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien bekundet - auch mit dabei: Ozan Kabak, Neuzugang von ​Schalke 04. Der Verein möchte das Thema in den kommenden Tagen intern mit dem 19-Jährigen besprechen.


Durch den stark umstrittenen Militärjubel der türkischen Fußballprofis hat es bislang verschiedene Reaktionen deutscher Vereine gegeben. So stellte der ​FC St. Pauli seinen Spieler Cenk Sahin frei, ​mittlerweile trainiert er bei Istanbul Basaksehir, dem sogenannten Erdogan-Club. 


​Fortuna Düsseldorf teilte mit, dass man ​Kaan Ayhan und Kenan Karaman um Gespräche gebeten habe, und dass den beiden Spielern "nichts ferner liegen würde, als ein politisches Statement abzugeben." Der Jubel sei lediglich als Solidaritätsbekundung für die Soldaten und deren Familien gedacht gewesen. Auch die deutschen Nationalspieler ​Ilkay Gündogan und Emre Can haben diese Bilder bei Instagram geliked, das später jedoch zurückgezogen.


Schalke sucht Gespräch mit Kabak


Nun muss sich auch Schalke 04 mit dem Thema beschäftigen. Ozan Kabak, im Sommer für 15 Millionen Euro verpflichtet, hat den Jubel mindestens zweimal vorgetragen: Einmal in der Kabine mit der gesamten Mannschaft und dem Betreuer-Stab, einmal auf dem Platz.

Gegenüber dem kicker stellte der Verein klar: "Wir werden darüber mit Ozan Kabak intern sprechen und danach das Thema auch abschließen." Dazu sei es selbstverständlich, "dass sich Schalke 04 von solchen symbolischen Gesten zum Geschehen in Syrien distanziert." Wie F95 auch, verzichtet man in Gelsenkirchen (vorerst?) auf direkte Konsequenzen - je nachdem, wie die angesprochenen internen Gespräche ablaufen werden. 


Wie auch in der Nationalmannschaft ​wartet Kabak auch auf Schalke noch immer auf seine Einsätze. Zuletzt musste er sich, ebenso wie Matija Nastasic, hinter Salif Sané und Benjamin Stambouli anstellen.