​Die reinen Zahlen sind erstmal beeindruckend. In der Jugend des FC Bayern hat ​Manuel Wintzheimer in 68 Spielen für die U17 und U19 sagenhafte 63 Tore geschossen und neunzehn Vorlagen gegeben. Doch im Profi-Bereich sieht die Bilanz schon wieder ganz anders aus.


Schwierige erste Profi-Saison


Mit Talenten, die in ihrer Jugend alles zusammengeschossen haben, um anschließend im Herren-Bereich kaum noch einen Fuß auf den Boden zu bekommen, kann man mittlerweile die Straßen nicht nur Hamburgs pflastern. 


Auch den Machern im Volkspark blieben die oben genannten Statistiken nicht verborgen. Also preschte man im vergangenen Jahr vor, nachdem die Bayern den Vertrag mit dem Stürmer hatten auslaufen lassen, und holte sich eines der vermeintlich vielversprechendsten Sturmtalente Deutschlands in den Volkspark. 


Doch seine erste Profi-Spielzeit (und die erste Zweitliga-Saison seines neuen Vereins) geriet für alle Beteiligten zum Flop. Der Verein stieg am Ende nicht auf, und der Stürmer kam lediglich auf sieben mickrige Spiele für den ​HSVIn denen erzielte er immerhin drei Treffer (alle im letzten Drittel der Saison, als der Nicht-Aufstieg des HSV schon absehbar war). 


Die meisten Einsätze hatte der 20-jährige in der Regionalliga Nord, wo ihm in sechzehn Partien immerhin neun Scorerpunkte gelangen. Unter dem Eindruck dieser Leistungsbilanz, und angesichts der Tatsache, dass Wintzheimer auch unter der neuen sportlichen Führung in Hamburg kaum eine Rolle spielte, hielt man es beim HSV (in Absprache mit dem Spieler) für eine gute Idee, ihn innerhalb der Liga zu verleihen, um seine Einsatzzeiten zu erhöhen. 


Neustart beim VfL Bochum


Also schloss sich der gebürtige Arnsteiner kurz vor Ende der Transferperiode dem ​VfL Bochum an. Dort, in einem medial etwas ruhigeren Umfeld, sollte sich das Sturm-Talent peu a peu freischwimmen und somit für höhere Aufgaben empfehlen. 


Doch das klappt bislang noch ganz und gar nicht. Denn auch beim Revierklub konnte sich Wintzheimer bislang nicht nachhaltig durchsetzen. Bislang kam er noch kein einziges Mal über neunzig Minuten zum Einsatz, verbucht nach fünf Spielen lediglich 42 Spielminuten (verteilt auf zwei Kurzeinsätze). 


Es ist offensichtlich: Wintzheimers Karriere stockt. Der VfL Bochum spielt, analog zum HSV, mit nur einer echten Spitze. Die heißt aber nicht Manuel Wintzheimer, sondern Silvère Ganvoula, der einen fantastischen Saisonstart hingelegt hat. 


Nach acht Spielen weist Ganvoulas Bilanz starke sieben eigene Tore und drei Assists auf. Nicht zuletzt den Toren des Kongolesen ist es zu verdanken, dass die Bochumer trotz des katastrophalen Saisonbeginns (der erste Sieg gelang am 9.Spieltag!) noch nicht abgeschlagen am Tabellenende stehen. 


Im DFB-Dress läuft es


Dennoch muss man einem gerademal dem Teenager-Alter entsprungenen Spieler die entsprechende Geduld entgegenbringen. Zumal seine Leistungen in den jeweiligen Nachwuchsteams des DFB durchaus ansprechend sind. Für die U20 konnte Wintzheimer in den letzten vier Spielen starke drei Treffer erzielen. 


Und auch in Hamburg hat der Youngster ja zum Ende der vergangenen Spielzeit gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht. Dass ihm dies auch bald in Bochum gelingt, darauf hoffen sie beim VfL. Und auch beim HSV.