Es ist noch gar nicht so lange her, etwas mehr als drei Jahre, dass der BVB den hochtalentierten Emre Mor unter Vertrag nahm. Mittlerweile ist Emre Mor schon fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden; dabei ist der Türke noch immer erst 22 Jahre alt. 


Türkischer Messi wurde er genannt. Als ganz großes Ding wurde er angepriesen. Doch seit seinem Wechsel von Nordsjaelland (Dänemark) zum BVB, geht es für Emre Mor nur noch in eine Richtung: bergab. In Dortmund wurde der Youngster nie wirklich glücklich. Zu eigensinnig war er, zu lernunwillig. Unter der harten Ägide von Thomas Tuchel geriet Mor schnell ins Abseits. Nach nur einem Jahr (19 Spiele, 1 Tor und 3 Vorlagen) verkaufte der Bundesligist den Türken an Celta Vigo - und machte sogar ein Transferplus von etwas mehr als drei Millionen Euro.


Emre Mor und das Problem mit dem Profidasein


Auch in Spanien gelang dem quirligen Angreifer aber nicht der Durchbruch. Ganz im Gegenteil. Während er bei Celta Vigo nur die Bank hütete und es sich mit den Verantwortlichen verscherzte, kümmerte sich Mor lieber um seinen Instagram-Account - und postete ein Bild von sich auf einem Thron. Stichwort Selbstbild, Fremdbild. Zu diesem Zeitpunkt war Emre Mor nämlich am Tiefpunkt seiner sportlichen Karriere angekommen. In seiner zweiten Saison bei Celta Vigo pendelte der 15-fache türkische Nationalspieler zwischen Ersatzbank und Tribüne. Vom türkischen Messi war nicht mehr viel zu sehen. Ein eiskalter Sprung in die Bedeutungslosigkeit. 


Mit nur 22 Jahren steht Emre Mor nun bereits am Scheideweg. Fußball spielen, das kann dieses junge Ausnahmetalent. Was der Angreifer nicht auf die Kette kriegt, ist, wie man sich als Profi verhält. Das war sein Manko beim BVB und auch bei Celta Vigo. Eine neue Heimat - und einen weiteren Versuch, seine Karriere anzukurbeln - fand der gebürtige Däne dann im Sommer in Istanbul. Galatasaray erklärte sich - ​trotz erneuter Eskapaden - dazu bereit, Mor leihweise (inklusive Kaufoption) unter Vertrag zu nehmen. Und die Löwen vom Bosporus lassen den 22-Jährigen sogar spielen: bereits sieben Mal kam Mor für Gala zum Einsatz, stand allerdings erst einmal in der Startelf und konnte noch keine Torbeteiligung verzeichnen. 


Galatasaray der letzte Strohhalm?


Galatasaray ist möglicherweise die letzte Chance für den Youngster. Wirklich empfehlen kann ihn keiner seiner bisherigen Arbeitgeber und irgendwann ist der Kredit des türkischen Messi auch verbraucht. Sollte Gala die Kaufoption für den 22-Jährigen nicht ziehen, muss er zurück zu Celta Vigo, bei denen er keine Perspektive haben wird. Im schlimmsten Fall muss Mor sogar noch seinen bis 2022 laufenden Vertrag in Spanien aussitzen. Spätestens dann wäre er endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.