Vor der Länderspielpause musste der ​VfB Stuttgart die erste Saisonniederlage hinnehmen. Bei der Heimpleite gegen Wehen Wiesbaden wirkte dabei längst nicht jeder Spieler der Schwaben auf der Höhe. Da Coach Tim Walter trotz zahlreicher verletzter Spieler auf einen extrem breiten Kader zurückgreifen kann, könnten die Karten daher nun wieder neu gemischt werden. 90min zeigt die spannendsten internen Duelle bei den Stuttgartern auf.


Linksverteidiger: Sosa vs. Insua


Auf der linken Defensivseite bieten sich Borna Sosa und Emiliano Insua seit Saisonstart einen erbitterten Kampf auf Augenhöhe. Dabei bringen beide Außenverteidiger verschiedene Qualitäten mit. Sosa steht bei den VfB-Fans aufgrund seines starken Offensivdrangs hoch im Kurs, leistete sich aber auch in dieser Spielzeit bereits zu viele Aussetzter, die im sehr riskanten System von Walter prompt bestraft werden können.


Insua hingegen, ist längst mit allen Wassern gewaschen und nicht so fehleranfällig wie sein junger Konkurrent. Wirklich sattelfest ist der 30-jährige Argentinier aber auch längst nicht immer und bringt zudem weitaus weniger Dynamik mit, wie der kroatische U21-Nationalspieler. Da sich Sosa beim Spiel gegen Wehen eine Gehirnerschütterung zugezogen hat und die Schwaben spätestens seit der langen Ausfallzeit von Timo Baumgartl im vergangenen Jahr bei Beschwerden dieser Art überhaupt kein Risiko eingehen wollen, dürfte Insua zumindest beim kommenden Spiel gegen Holstein Kiel den Vorzug erhalten.


Zentrales Mittelfeld: Karazor vs. Ascacibar vs. Mangala vs. Castro


Tim Walter ließ seine Mannschaft in dieser Saison bislang stets in einem 4-3-1-2-System auflaufen. Unterschiede gab es dabei aber vor allem in der Gewichtung im zentralen Mittelfeld. Je nach Matchplan setzte der Coach dabei auf unterschiedliche Spielertypen mit defensiven oder offensiven Qualitäten.


Lange Zeit galt dabei Atakan Karazor in der Mittelfeldzentrale als gesetzt. Der ehemalige Kieler machte gegen Wiesbaden aber nicht zum ersten Mal eine mehr als schlechte Figur und dürfte vorerst auf die Ersatzbank degradiert werden. Aussichtsreichste Chancen auf den Platz im Zentrum kann daher Orel Mangala für sich beanspruchen. Der junge Belgier bringt eine starke Physis mit und ist zudem in der Lage seine Mitspieler gekonnt in Szene zu setzen.


Ebenfalls gute Karten auf einen Platz in der Mittelfeldkette hat ​Santiago Ascacibar. Auch der Argentinier ist ein echtes Zweikampfmonster, offenbart aber oft Schwächen in seinem Stellungsspiel. Auf der Acht ist der umtriebige Gaucho daher am besten aufgehoben. ​


Bleibt noch Gonzalo Castro. Der Routinier spielte zuletzt kaum eine Rolle und lässt zuweilen das nötige Tempo vermissen. Mit seiner Erfahrung kann er der jungen Mannschaft aber in einigen kniffligen Situationen durchaus helfen. Komplett außen vor, ist bislang Neuzugang Wataru Endo, der aktuell mit der japanischen Nationalmannschaft jede Menge Kilometer abspult und somit nicht im Kreise seiner Teamkollegen an Feinheiten feilen kann. Auch in den kommenden Wochen wird sich der 26-Jährige daher wohl mit einem Reservistendasein zufrieden geben müssen.


Spielmacher: Förster vs. Klement


​Bislang trug Daniel Didavi als Spielmacher die Hauptverantwortung für das Offensivspiel der Schwaben. Der 29-Jährige zog sich beim Spiel gegen Wiesbaden aber einen Muskelbündelriss zu und wird dem VfB wochenlang fehlen. Bei der Suche nach einem Nachfolger auf der Zehn werfen vor allem zwei Spieler ihren Hut in den Ring.


Da wäre zum einen Philipp Förster. Der Last-Minute-Transfer konnte sich nach seinem Wechsel vom beschaulichen SV Sandhausen in Rekordzeit beim schwäbischen Traditionsverein etablieren und stand seit seiner Ankunft stets in der Startelf. Dabei nahm er zumeist einen Posten auf der Acht ein, dürfte durch den Ausfall von Didavi aber noch weiter nach vorne rücken.


​Der andere Hauptkandidat ist Philipp Klement. Nachdem der 27-Jährige aufrund von Sprunggelenksproblemen zuletzt zwei Mal pausieren musste, meldete er sich unlängst zurück und konnte wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Prinzipiell ist der ehemalige Paderborner daher bereits gegen Kiel eine Option. Vermutlich hat er dabei aber bessere Chancen Försters Posten auf der Acht zu bekleiden.


Angriff: Silas vs. Gonzalez vs. Al Ghaddioui vs. Gomez


Auch in der Offensive hat Walter die Qual der Wahl. Sind alle Spieler komplett im Saft haben derzeit aber vermutlich weiterhin die beiden schnellsten und damit auch am besten fürs Waltersche Spielsystem geeignete Spieler die Nase vorn. Die Rede ist dabei zum einen von ​Nicolas Gonzalez, der unlängst sein erstes Länderspiel für die A-Nationalmannschaft Argentiniens bestritt und somit nur so vor Selbstvertrauen strotzt.


Neben dem jungen Gaucho kann sich auch Silas Wamangituka wohl in der Pole-Position wähnen. Der kongolesische Neuzugang wartet zwar noch auf seinen ersten Treffer, verkörpert aber die von Walter geforderten Attribute Mut und Spielfreude nahezu ideal. Deutlich unterkühlter und auch träger agiert hingegen Hamadi Al Ghaddioui. Der größte Pluspunkt des 29-Jährigen ist aber seine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse.


Einst war diese Treffsicherheit auch das große Markenzeichen von ​Mario Gomez. Aktuell lässt der Torjäger bei seinen wenigen Einsatzminuten aber viel zu viele Chancen ungenutzt liegen, um einen Stammplatz zu rechtfertigen. Als wichtiger Einwechselspieler, kann der ehemalige Nationalspieler aber schon allein aufgrund seiner Ausstrahlung noch immer eine echte Waffe sein.