Rein sportlich hatte die ​englische Nationalmannschaft beim Auswärtsspiel in Bulgarien keinerlei Mühe und konnte durch einen 6:0-Erfolg einen wichtigen Schritt in Richtung EM-Qualifikation machen. Da aber Teile der Heimfans dabei die Spieler der Three Lions durch ​rassistische Vorfälle verunglimpft hatten und das Spiel sogar zwei Mal unterbrochen werden musste, erwartet der englische Verband nun ein rigoroses Eingreifen seitens der UEFA.​


Bereits in der ersten Halbzeit musste die Partie aufgrund rassistischer Äußerungen einer dunkel gekleideten Gruppe in einem der Heimblöcke unterbrochen werden. Schiedsrichter Ivan Brabek ließ dabei durch den Stadionsprecher verkünden, dass bei weiteren verbalen Entgleisungen ein Spielabbruch bevorstehe. Nach Rücksprache mit dem englischen Nationaltrainer verständigte man sich aber darauf das Spiel trotz dieser unsäglichen Aktionen fortzuführen.


Englischer Verband fordert Konsequenzen


Unbestraft dürfen die indiskutablen Entgleisungen aber nicht nur aus Sicht des englischen Verbandes definitiv nicht bleiben. "Wie wir bedauerlicherweise wissen, ist es nicht das erste Mal, dass unsere Spieler von dieser Art Missbrauch betroffen sind", zitiert der Spiegel eine Mitteilung der FA. Greg Clarke, seines Zeichens Vorsitzender der FA, sprach gar von einer der "schrecklichsten Nächte, die ich je im Fußball gesehen habe."


Bereits bei einem Länderspiel gegen Montenegro waren die englischen Nationalspieler mit rassistischen Attacken konfrontiert gewesen. So wurde etwa Außenverteidiger Danny Rose bei jedem Ballkontakt mit Affenlauten verunglimpft. Auch die bulgarischen Anhänger hatten sich durch rassistische Schlachtrufe bei den Spielen gegen den Kosovo und Tschechien in ein schlechtes Licht gerückt und so die UEFA dazu veranlasst, beim Spiel gegen England Teile der Tribüne geschlossen zu halten.


Nationalspieler setzen Zeichen gegen Rassismus


Wirklich überraschend kamen die rassistischen Attacken beim Spiel gegen die Three Lions daher leider nicht. Um dem ganzen doch Einhalt zu gebieten, hatten die Nationalspieler von der Insel bereits im Vorfeld der Partie damit gedroht, bei verbalen Entgleisungen sofort das Spielfeld zu verlassen. Als es dann am Montagabend tatsächlich zu den befürchteten Ereignissen kam, einigten sich die Spieler jedoch auf eine andere Herangehensweise.


"Die Spieler kamen zusammen und haben gesagt: Nein, wir wollen spielen, wir wollen gewinnen. Und wir wollen nicht, dass die Rassisten gewinnen", so Clarke. Coach Gareth Soutgate bezeichnete diesen mutigen Schritt im Nachklapp als ein "wichtiges Statement" und lobte seine Schützlinge dafür, wie sie unter diesen schwierigen Umständen gespielt hatten. "Ich glaube nicht, dass ein Spiel dieser Größenordnung jemals zweimal unterbrochen wurde. Ich bin unglaublich stolz auf alle Spieler und Mitarbeiter", so der 49-Jährige laut dem Spiegel.


Sterling widerspricht Balakov


Im Vorfeld der Partie hatte auch Bulgariens Nationaltrainer Krassimir Balakov keine gute Figur abgegeben. Dabei hatte der ehemalige Spielmacher des VfB Stuttgart sein Heimatland versucht zu verteidigen und die Behauptung in den Raum gestellt, dass England mit  größeren Rassismus-Problemen zu kämpfen habe als Bulgarien.


Quervergleiche dieser Art gehen ohnehin stets am Ziel vorbei und hatten mit der prognostizierten Problematik bei dem Länderspiel nichts zu tun, wurden durch die Aktionen der sogenannten bulgarischen Fans, die am Montag gar vor Hitlergrüßen nicht zurückschreckten, aber erst recht ad absurdum geführt. Englands Nationalspieler ​Raheem Sterling hatte daher wenig überraschend via Twitter wenig Verständnis für die Äußerungen von Balakov und konterte übersetzt: "Mmh, bin mir da nicht so sicher Chef..."