​Sieben Spieltage sind mittlerweile absolviert und ​Borussia Mönchengladbach kann einen erfolgreichen Start in die Bundesliga verzeichnen und steht derzeit sogar auf dem ersten Tabellenplatz. In der Europa League hängt man derzeit jedoch den Erwartungen hinterher. 
​Wir nehmen die Neuzugänge der Borussia in den Fokus und geben ein erstes (Zwischen-) Zeugnis über deren Leistung ab. 


Stefan Lainer


Als Marco Roses Wunschspieler verpflichtete Borussia Mönchengladbach den Österreicher von seinem ehemaligen Arbeitgeber RB Salzburg und nahm eine stolze Summe von 12,5 Millionen Euro für den Rechtsverteidiger in die Hand. Marco Rose selbst bezeichnete Lainer gegenüber dem kicker als "Naturgewalt"​. Diesem Ruf wurde Lainer bisher mehr als gerecht. Mit viel Wucht und Dynamik beackert er die rechte Seite und reißt die Mannschaft mit seiner Mentalität mit, geht mit seiner Art zu spielen aber auch ein hohes Risiko ein. 


Zu seinem Bedauern und dem der Mannschaft ​verletzte sich Lainer beim Heimspiel gegen den FC Augsburg und fällt mit einem Kapselbandriss im Sprunggelenk vorerst aus. 


Note: 1-


Breel Embolo


Nach drei persönlich enttäuschenden Jahren ​beim ​FC Schalke 04 mit vielen Verletzungen entschieden sich die Knappen und Embolo in diesem Sommer getrennte Wege zu gehen. Nutznießer sollte Borussia Mönchengladbach sein. Die Borussen, die den bulligen Angreifer schon damals vom FC Basel loseisen wollten, konnten einst nicht die finanziellen Mittel für einen Transfer aufbringen. Nun konnte Embolo drei Jahre später für eine bedeutend geringere Ablöse von zehn Millionen Euro (inklusive mögliche Bonuszahlungen) verpflichtet werden. Schalke 04 überwies vor drei Jahren noch 26,5 Millionen Euro an den FC Basel für die Dienste des Schweizers.


Mit dem Transfer des Offensivspielers ging man ein bewusstes Risiko ein. Bisher konnte Embolo verletzungsfrei bleiben und stellt mit seiner Dynamik und seinem Zug zum Tor eine Bereicherung für die Offensive der Gladbacher dar. In der Bundesliga konnte Embolo in sieben Spielen bereits drei Tore erzielen. 


Note 2


Marcus Thuram


Mit Marcus Thuram verpflichtete die Borussia ein vielverprechendes französisches Talent ​für EA Guingamp für eine Ablöse von neun Millionen Euro. Der 1,92-Meter-Hüne stand bisher in jedem Spiel auf dem Platz, erzielte in zehn Pflichtspielen bereits vier Tore und kann zwei Torvorlagen verbuchen. In den letzten drei Spielen der Bundesliga hatte Thuram maßgeblichen Anteil am Erfolg der Borussia. Nach dem Debakel in der Europa League gegen den AC Wolfsberg erzielte Thuram nach seiner Einwechslung beide Treffer beim 2:1-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf, gegen die TSG Hoffenheim steuerte Thuram ein Tor und eine Vorlage bei und auch gegen Augsburg bereitete er das 1:0 vor. 


Thuram scheint sich am Niederrhein immer besser einzuleben und bringt wie Embolo und Lainer Wucht und Dynamik in das Spiel der Borussia. Manchmal trifft der junge Franzose jedoch noch die falsche Entscheidung, wenn es darum geht im richtigen Moment selbst abzuschließen oder einen Pass zu spielen. 

​Note: 2


Ramy Bensebaini 


Borussia Mönchengladbach verpflichtete den algerischen Linksverteiger für eine Ablöse von acht Millionen Euro vom französischen Pokalsieger Stade Rennes. Durch den Sieg im Afrika-Cup und dem anschließenden Urlaub stieß Bensebaini erst spät zur Borussia, hatte noch Trainingsrückstände aufzuholen und verpasste demnach die ersten Partien. Beim Derby in Köln stand der Algerier das erste Mal in der Startelf und zeigte eine solide Partie. Nach einer schwachen Partie der gesamten Mannschaft gegen den AC Wolfsberg musste sich Bensebaini erstmal wieder hinter Dauerbrenner Oscar Wendt anstellen. 


Gegen den FC Augsburg bekam der Linksverteidiger eine erneute Chance mit einem Startelf-Einsatz, die er prompt nutze. Gegen die Fuggerstädter zeigte Bensebaini seine bisher beste Leistung im Dress der Borussen, leitete mit einem starken Pass auf Marcus Thuram das 1:0 für Mönchengladbach ein, fand oft gute Lösungen im Offensivspiel und zeigte sich in der Defensive kompromisslos. Der Konkurrenzkampf mit Oscar Wendt bleibt weiter spannend, durch die Partie gegen den FCA sollte Bensebaini momentan aber leicht die Nase vorn haben. 


Note: 3


Max Grün


Der 32-jährige wechselte als dritter Torwart zu der Borussia und verzeichnete bisher lediglich in der Regionalliga West Spielzeit. 


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Fazit


Die Verpflichtung von Trainer Marco Rose war wohl die wichtigste Maßnahme am Borussia Park. Mit Rose soll ein neuer, dynamischerer Fußball einhergehen. Die Transferpolitik war dementsprechend ausgerichtet: Thuram und Embolo sollen der Offensive mehr Wucht verleihen - und passen ins neue System des Trainers. Mit Lainer kam ein Rechtsverteidiger, der dessen Philosophie bereits verinnerlicht hat und vorleben soll.


Schaut man dazu auf die Abgänge, von denen lediglich Thorgan Hazard ein Loch riss - Cuisance hatte schon in der vergangenen Saison Probleme und konnte für einen stolzen Preis an den FC Bayern verkauft werden - muss man ein erstes, sehr positives Fazit ziehen.


Und dieses hängt nur bedingt am derzeitigen Tabellenstand, auch wenn dieser eine tolle Bestätigung ist. Max Eberl hat in seiner Transferbilanz lediglich ein Minus von 1,4 Millionen Euro aufzuweisen und damit viel Potenzial verpflichtet. Embolo könnte zum echten Glücksfall werden, Thurams (rohes) Potenzial ist bereits sichtbar - und nach einer weiteren Eingewöhnungszeit könnte Bensebaini der gesuchte Wendt-Nachfolger werden. Stefan Lainer ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und passt perfekt zu dieser "neuen Borussia".


Insgesamt muss die Transferpolitik des Sommers als sehr positiv bewertet werden: Gesamtnote 2+ mit dem Potenzial für eine 1!