Der ​VfB Stuttgart krempelte seinen Kader vor dem Start der aktuellen Zweitligasaison derart tiefgreifend um, dass selbst eingefleischte Anhänger der Schwaben den Überblick verlieren können. Nur selten wird derzeit noch das Scheinwerferlicht auf ​Roberto Massimo gelenkt. Nicht nur anlässlich seines heutigen 19. Geburtstags lohnt es sich jedoch, den variabel einsetzbaren Youngster etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.​


Wirklich neu ist der Name Massimo im Umfeld der Schwaben dabei nicht, schließlich sicherten sich die Stuttgarter bereits im Sommer 2018, damals noch unter der Leitung von Sportvorstand Michael Reschke, die Rechte an dem Rechtsaußen. Realistische Chancen auf regelmäßige Einsatzzeiten in der Bundesliga räumte man dem Angreifer aber damals nicht ein und gewährte ihm daher ein weiteres Jahr bei seinem Ausbildungsverein Arminia Bielefeld.


Starke Auftritte in der U19


Auf dem Stuttgarter Radar aufgetaucht war Massimo 2018, da er zuvor für die U19 der Bielefelder in der Bundesliga-West unangefochtener Stammspieler war und dabei vor allem sein enormes Tempo und seine Handlungsschnelligkeit erfolgreich in die Waagschale werfen konnte. Nachdem er gegen Saisonende immer häufiger zu den Profis auf der Alm berufen wurde, schnappten die Kaderplaner vom Neckar endgültig zu und mussten für den ehemaligen Deutschen U19-Nationalspieler immerhin 2,5 Millionen Euro locker machen.


Im Sommer 2019 erfolgte nun endgültig der Wechsel an den Neckar und Massimo warf sich mit Feuereifer in den harten Konkurrenzkampf bei den Schwaben. Dabei zeigte sich rasch, dass die Stuttgarter in Sachen Personal eine ganz andere Hausnummer sind und vor allem in der Offensive jede Menge Spieler mit mehr als nur guten Anlagen vorweisen können. 


Massimo bislang nur eine Randfigur


In den ersten sieben Spieltagen packte Massimo daher zwar stets zumindest den Sprung in den Kader, eingesetzt wurde er von dem neuen ​Cheftrainer Tim Walter aber noch nicht. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Arminia Bielefeld durfte der Rechtsfuß dann endlich sein Debüt für die Schwaben feiern und in den Schlussminuten mithelfen, den knappen 1:0-Erfolg über die Ziellinie zu retten.


Bei der 1:2-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden durfte er dann bereits für knapp 20 Minuten sein Können unter Beweis stellen und scheint langsam aber sicher auch bei den Profis der Stuttgarter angekommen zu sein.


Walter und Mislintat sind von Massimo überzeugt


Nach der Partie gegen Bielefeld machte Walter seinem Schützling Mut für die kommenden Aufgaben und stellte ihm weitere Einsätze in Aussicht. "Wir sind brutal zufrieden mit ihm. Er bringt extrem viel Tempo mit und passt auch charakterlich vollkommen zu uns. Er hat immer die Möglichkeit zu spielen. Jetzt hat er die ersten Gehversuche gemacht – und ich glaube, dass er das sehr gut gemacht hat", wurde der Trainer von onefootball.com zitiert. 


Auch ​Sportdirektor Sven Mislintat zeigte sich zuletzt gegenüber westfalen-blatt.de äußerst angetan über die Entwicklung seines Spielers und lobte dabei vor allem auch die Einstellung des Youngsters: "Wir sind sehr zufrieden mit Robertos Entwicklung. Er trainiert gut und stand schon mehrfach im Kader der Profimannschaft."


Umschulung zum Außenverteidiger


In Bielefeld wurde Massimo vor allem in der Offensive eingesetzt. Walter hingegen schätzt die Qualitäten seines Schützlings etwas anders ein und versucht den gebürtigen Ghanaer mit viel Geduld ​in einen Rechtsverteidiger umzuwandeln. Erste erfolgreiche Testversuche legte der Neuzugang dabei in dieser Saison bereits für die zweite Mannschaft der Stuttgarter hin und stand in sechs Partien in der Oberliga als offensiv ausgerichteter Außenverteidiger seinen Mann.


Das Spielerprofil von Roberto Massimo:

Position​RV/RA​
​Alter​19
​Marktwert​1,5 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2023
​Spiele für den VfB​2
​Spiele für VfB II​6


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Bevor er auf dieser Position jedoch auch bei den Profis eine echte Alternative wird, dürfte noch eine Menge Wasser den Neckar herunterfließen, schließlich ist das Niveau der beiden Ligen nur kaum miteinander zu vergleichen. Ähnlich wie in der Offensive, ist das Hauptproblem von Massimo aber ohnehin auch in der Defensive die namhafte interne Konkurrenz. Pascal Stenzel ist bislang auf der rechten Defensivseite einer der konstantesten Spieler überhaupt und dürfte mittelfristig nicht zu verdrängen sein.


Dennoch kann sich Massimo durchaus in einer aussichtsreichen Position wähnen, schließlich ist Stenzel derzeit vom SC Freiburg nur ausgeliehen und muss - Stand jetzt - bereits im kommenden Sommer ins Breisgau zurückkehren. ​So oder so dürfte Massimo dem VfB langfristig noch viel Freude bereiten.