​Der ​1. FC Köln tut sich in dieser Saison bislang wie auch die beiden anderen Aufsteiger sehr schwer und konnte in sieben Spielen nur vier Punkte für sich verbuchen. Eine Symbolfigur der sportlichen Krise ist derzeit der sonst so treffsichere Torjäger Anthony Modeste. Unterkriegen will sich der Angreifer von seiner Schaffenskrise aber nicht und überzeugt durch seine Einstellung nicht zuletzt seinen ​Coach Achim Beierlorzer.


Im November 2018 war der französische Stürmer mit ordentlich Tamm-tamm von seiner Zeit im fernen China in die Domstadt zurückgekehrt. Mit Simon Terodde hatten die Kölner dabei zwar zu diesem Zeitpunkt bereits einen Angreifer in ihren Reihen, bei dem fast jeder Schuss ein Treffer war, dennoch galt die Verpflichtung von ​Anthony Modeste als wichtige Weichenstellung, um sich bei einem bereits damals abzeichnenden Aufstieg auch im Oberhaus behaupten zu können.


Modeste überzeugte in der zweiten Liga


Dabei mussten die Geißböcke noch lange auf die Spielberechtigung für ihren Rückkehrer warten und konnten ihn so erst am 22. Spieltag wieder einsetzen. Obwohl der heute 31-Jährige im weiteren Saisonverlauf auch noch körperliche Probleme zu bekämpfen hatte, gelangen dem Goalgetter in der Rückrunde bei zehn Einsätzen immerhin sechs Tore. Diese Quote machte allen Beteiligten daher Mut für die Folgesaison.


Unter dem neuen Coach Achim Beierlorzer war der ​Mittelstürmer dann auch zu Saisonbeginn gesetzt, konnte sich aber keineswegs unverzichtbar machen. Nach lediglich einem Treffer aus vier Spielen, kam er bei der Partie gegen den FC Bayern München überhaupt nicht zum Einsatz und beim letzten Spiel vor der Länderspielpause durfte Modeste gegen Hertha BSC auch erst in der Schlussphase mitwirken.


Modeste zeigt tadellose Einstellung


Wer von dem weitgereisten Offensivspieler nun eine divenhafte Reaktion erwartet, sieht sich (bislang) komplett getäuscht. Vielmehr ist der Angreifer dieser Tage mit einer der fleißigsten Spieler der Kölner und hat sich daher nun lobende Worte aus dem Munde seines Trainers redlich verdient.


"Er macht etwas zusätzlich, weil er sich so fühlt, dass er es für seine Fitness braucht. Tony gehört zu den Spielern, die mehr machen, weil sie besser werden wollen und nicht, weil sie gerade schlecht unterwegs sind", wird Beierlorzer vom General-Anzeiger Bonn zitiert.


Beierlorzer glaubt an seinen Stürmer


Durch seine gute Einstellungen, könnte es Modeste gelingen, schnell wieder zur ersten Wahl in der Offensive zu werden. "Vor dem Schalke-Spiel hat er beim Anschwitzen eine vorbildliche Einstellung gezeigt. Obwohl er ahnte, dass er nicht von Beginn an spielt, hat er für gute Stimmung gesorgt, war locker und hat die anderen gepusht. Diese Mentalität ist in der Mannschaft. Wir wollen sie noch mehr herauskitzeln und verstärken", so Beierlorzer weiter.


Nach Ansicht des Effzeh-Trainers nimmt Modeste seine Rolle als Führungsspieler immer mehr an und habe erkannt, dass man nicht nur dann vorne weg gehen muss, wenn man auf dem Platz steht. Rein sportlich erhofft sich der 51-Jährige aber eine Leistungssteigerung seines Schützlings, der seine "Selbstverständlichkeit wiederfinden" müsse.


Die Effzeh-Leistungsdaten von Modeste:

​Spiele​Tore​Vorlagen
​1. Bundesliga​74​41​6
​2. Bundesliga​10​6​-
​DFB-Pokal​6​5​-
Insgesamt​90​52​6

Mut macht allen Beteiligten dabei, dass Modeste in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen hat, dass er sich am eigenen Schopf aus einer Formkrise ziehen kann. So durchlief er nicht nur bei der TSG 1899 Hoffenheim, sondern auch in seiner ersten Zeit bei den Kölnern schwache Phasen, konnte sich unterm Strich aber dennoch das Prädikat eines echten Knipsers erarbeiten.


Rechnet man all seine Bundesligaspiele zusammen, kommt Modeste - Formkrise hin oder her - schließlich noch immer auf die überzeugende Bilanz, dass er durchschnittlich in etwas in jedem zweiten Spiel an einem Tor direkt beteiligt war.​