​​Mats Köhlert erlebte im Mai einen tränenreichen Abschied von seinem Stammverein Hamburger SV. Aufgrund fehlender Einsatzseiten entschied sich das HSV-Eigengewächs für einen Wechsel nach Holland - und scheint mit dieser Entscheidung alles richtig gemacht zu haben.


Beim HSV nie das Vertrauen geschenkt bekommen


In den diversen Jugendmannschaften und in der Zweiten des HSV kam der 21-jährige Köhlert auf insgesamt 124 Spiele, in denen er 26 eigene Tore erzielen konnte und 27 Vorlagen gab. 

Immer wieder wurde er von verschiedenen Übungsleitern der Profis als interessante Personalie betitelt - allein: das Vertrauen sprach ihm keiner über einen längeren Zeitraum aus. Am Ende seiner Zeit bei seinem Leib- und Seelenklub standen drei Einsätze für die Profis, in denen ihm weder Tor noch Vorlagen gelangen. 


Bezeichnenderweise war sein letztes Spiel (am 34. Spieltag der vergangenen Saison) gegen den MSV Duisburg das absolute Highlight in seiner Ära bei den Rothosen: vor 51.000 Zuschauern kam der quirlige Flügelflitzer zu seinem Startelf-Debüt und überzeugte alle. ​In der Folge schien sogar eine Vertragsverlängerung möglich, doch am Ende stand die Entscheidung, in der holländischen Eredivisie sein neues Glück zu suchen. 


In Tilburg läuft's für Köhlert


Beim Traditionsklub Willem II Tilburg hat Köhlert nun also bis auf Weiteres eine neue sportliche Heimat gefunden. Und es läuft besser als selbst von ihm wohl erwartet. Nach neun Spielen in der höchsten holländischen Spielklasse weist seine persönliche Bilanz bereits drei Treffer aus. 


Dabei gelang ihm sogar etwas Historisches: Nicht nur, dass er beim 2:1-Sieg gegen den FC Emmen einen Doppelpack schaffte (was ihm auf Profi-Ebene noch nie gelungen war). Er schoss sich mit demselben auch in die Geschichtsbücher. Seit einem gewissen Hans-Georg Lambert, im Jahr 1962, ist Köhlert der erste Deutsche, der für Willem II doppelt traf. 


Ehemaliger HSV-Abwehrchef ist Tilburgs Sportdirektor


Doch dabei soll es nicht bleiben. Sein Vertrag bei den Niederländern, bei denen übrigens der ehemalige HSV-Abwehrchef Joris Mathijsen als Sportdirektor fungiert, ist bis 2022 datiert. 


Köhlert gegenüber der Bild über seine Zukunftspläne: "Ich möchte mich in der Profi-Liga etablieren. Es ist eine Top-Liga. Ich will mit beiden Füßen im Geschäft stehen, mich weiterentwickeln und mit dem Verein Erfolge sammeln." Wenn er so weiter trifft, steht diesem Vorhaben nichts im Wege.