​Der ​VfB Stuttgart musste am vergangenen Spieltag nicht nur die erste Saisonniederlage hinnehmen. Weit schwerer als die Punkteverluste aus der ​Partie gegen Wehen Wiesbaden wiegt die Verletzung von Spielmacher Daniel Didavi. Durch den Ausfall des Offensivspielers erhöhen sich aber zumindest die Einsatzchancen einiger seiner Teamkollegen. Größter Nutznießer könnte dabei Philipp Klement werden.


Didavi war beim Spiel gegen das Tabellenschlusslicht bereits nach nur wenigen Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt worden. Eine genaue Diagnose am Folgetag hatte dann ergeben, dass sich der gebürtige Schwabe einen Muskelbündelriss zugezogen hat und ​voraussichtlich bis zu acht Wochen ausfallen wird


Klement wieder zurück im Training


Auch Philipp Klement hatte zuletzt der eigene Körper einen Strich durch die Rechnung gemacht. So plagte sich der Neuzugang in den vergangenen Wochen mit hartnäckigen Sprunggelenksproblemen herum und stand daher an den letzten beiden Spieltagen nicht im Kader der Schwaben. Am gestrigen Mittwoch kehrte der offensive Mittelfeldspieler aber wieder in den Trainingsbetrieb zurück und dürfte daher bis zum nächsten Ligaspiel gegen Holstein Kiel am 20. Oktober wieder voll einsatzfähig sein.


Für ​Coach Tim Walter besteht daher trotz des Ausfalls des bislang absolut unumstrittenen Didavis im offensiven Mittelfeld die Qual der Wahl. Klement kann sich aber mit Sicherheit gute Chancen ausrechnen, kam er doch vor seiner Verletzung mit Ausnahme des Heimspiels gegen den FC St. Pauli am dritten Spieltag in jedem Pflichtspiel der Stuttgarter zum Einsatz.


Förster hat die besten Karten​


Durch den Ausfall von Didavi fällt für Klement nun ein großer Konkurrent auf einen Posten in der Startelf vorerst weg. Der aussichtsreichste Kandidat für die Besetzung der vakanten Stelle im offensiven Mittelfeld dürfte aber Philipp Förster sein. Der Last-Minute-Transfer ist seit seiner Ankunft aus Sandhausen im Ländle absolut gesetzt und gilt schon jetzt als Lieblingsschüler von Walter. 


Zumeist kam der 24-Jährige dabei im zentralen Mittelfeld zum Einsatz, interpretierte seine Rolle aber derart offensiv, dass er nun für die Spielmacherposition prädestiniert erscheint. Wer die weiteren Posten im voraussichtlich weiterhin bestehenden Vierer-Mittelfeld der Schwaben bekleiden wird, ist indes völlig offen.


Klement als offensivste Variante​


Viele VfB-Anhänger würden es sehr begrüßen, dass mit Philipp Klement ein weiterer Spieler im Mittelfeld aufgeboten würde, der sich durch einen guten Zug zum gegnerischen Gehäuse auszeichnet und auch nicht vor Abschlüssen aus der zweiten Reihe zurückschreckt. Weiterer heißer Anwärter auf einen Posten auf der Acht ist aber auch Gonzalo Castro, obwohl der Routinier zuletzt nur selten die erste Wahl war.


Deutlich defensiver agiert ​Santiago Ascacibar, den daher nicht nur viele Fans der Stuttgarter, sondern auch zahlreiche Experten, lieber auf der Sechs sehen würden. Leidtragender dieser Rochade wäre Atakan Karazor, der zuletzt insbesondere gegen Wiesbaden aber nun auch wirklich nicht gerade Werbung in eigener Sache machen konnte.


Das Spielerprofil von Philipp Klement:


Position​​OMF
​Alter​27
​Marktwert​2,5 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2023
​VfB-Spiele​7
​VfB-Scorerpunkte​2

(Marktwert laut transfermarkt.de)


Als gesetzt dürfte weiterhin Orel Mangala eingestuft werden. Der große Pluspunkt des jungen Belgiers ist dabei, dass auf ihn sowohl defensiv, als auch offensiv Verlass ist. Als Bindeglied zwischen den verschiedenen Mannschaftsteilen und als Mentalitätsspieler, dürfte er daher auch in den kommenden Wochen eine tragende Rolle einnehmen.


Bislang im Ländle noch komplett ohne Einsatzminute ist Wataru Endo. Der 26-jährige Japaner der mit seiner Nationalmannschaft derzeit wieder jede Menge Kilometer abspult, gilt aber, wie auch Ascacibar, als Experte für defensive Aufgaben und wird wohl erst mittel- bis langfristig zur echten Alternative werden.​