​Die deutsche Nationalmannschaft erreichte mit einem ​stark ersatzgeschwächten Aufgebot beim Testspiel gegen Argentinien ein am Ende ​gerechtes 2:2-Unentschieden. Nach einer verdienten 2:0-Halbzeitführung offenbarte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw im zweiten Spielabschnitt dabei aber auch im neuen Gewand altbekannte Schwächen. 90min fasst die High-und Lowlights der Partie zusammen.


Top: Serge Gnabry weiter unaufhaltsam


Auffälligster Offensivspieler der Deutschen war wieder einmal ​Serge Gnabry. Der 24-jährige Flügelspieler knüpfte dabei an seine klasse Leistungen im Trikot des FC Bayern München an und steuerte beim Spiel gegen die Gauchos nicht nur einen eigenen Treffer und eine Torvorlage bei, sondern war auch sonst ein ständiger Unruheherd. Die Bilanz des Angreifer für die Nationalmannschaft mit zehn Toren bei elf Einsätzen ist regelrecht schwindelerregend.


Flop: Brandt ist bemüht, zeigt aber auch Schwächen


Im Offensivverbund der Mannschaft von Joachim Löw machte Julian Brandt von Start weg einen couragierten Eindruck und war gut im Spiel. In manchen Situationen, insbesondere in der zweiten Halbzeit​, wirkte er in seiner Entscheidungsfindung aber doch unglücklich und zeigte beim Pressing und Defensivverhalten noch einige Mängel auf. Unverzichtbar kann sich der BVB-Profi durch Auftritte dieser Art nicht machen.


Top: Neu formierte Mannschaft zeigt gute Ansätze


Joachim Löw musste vor dem Testspiel eine wahre Flut von Absagen über sich ergehen lassen und war zu zahlreichen personellen Umstellungen gezwungen. Unter dieser Prämisse agierten seine Schützlinge in der ersten Halbzeit aber überraschend spielfreudig und konnten durch einige schöne Passstafetten und schnelle Umschaltsituationen ihr großes Potenzial unterstreichen.


Flop: Team zeigt erneut zwei Gesichter


Hatte die erste Halbzeit noch richtig Mut gemacht, verfielen die DFB-Kicker in der zweiten Halbzeit wieder in altbekannte Muster und gaben ohne Not ihre Spielkontrolle ab. Die Argentinier kamen so immer stärker auf und drängten die Deutschen immer tiefer in die eigene Hälfte. Insbesondere den eingewechselten Bayer-Profi Lucas Alario bekam die Hintermannschaft dabei überhaupt nicht in den Griff und kassierte zwei keineswegs unverdiente Gegentore.


Top: Koch mit gelungenem Debüt


Da mit Niklas Stark kurzfristig ein weiterer Defensivspieler seine Teilnahme absagen musste, durfte sich Freiburgs Robin Koch nicht nur über seine ​erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft freuen, sondern wurde gegen die Argentinier prompt ins kalte Wasser geworfen. Der SC-Profi zeigte in der Dreierkette aber kaum Anpassungsprobleme und sah lediglich beim Anschlusstreffer der Gäste nicht gut aus. Dennoch insgesamt ein gelungenes Debüt!


​Flop: Störenfried bei Schweigeminute


Aufgrund des schrecklichen Anschlags in Halle, wurde vor Anpfiff eine Schweigeminute abgehalten. Ein Stadionbesucher störte die Gedenkminute aber, indem er völlig deplatziert die Nationalhymne grölte. Zum Glück wurde der Unruhestifter aber durch einen weiteren Fan durch die passenden Worte ("Halt die Fresse") schnell mundtot gemacht.


Top: Havertz belohnt sich mit erstem Länderspieltor


Auch Marco Reus war vor der Partie angeschlagen. Da Joachim Löw bei dem Testspiel zurecht kein Risiko eingehen wollte, stand Kai Havertz in der Startelf. Der Youngster von Bayer 04 Leverkusen war dabei vor allem in der ersten Halbzeit sehr präsent und strahlte eine große Ruhe, gleichwohl aber auch die nötige Handlungsschnelligkeit aus. Mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 - seinem ersten Tor für die A-Nationalmannschaft - belohnte er sich für seinen engagierten Auftritt.