Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist ​Jürgen Klopp für die gemeinsame Zeit bei ​Borussia Dortmund sehr dankbar und pflegt mit seinem ehemaligen Angestellten bekanntermaßen noch immer ein freundschaftliches Verhältnis. Neu ist nun jedoch ein Detail, welches Watzke in seiner Biografie verrät - nämlich dass der Macher der Schwarz-Gelben den Reds-Cheftrainer vor nicht allzu langer Zeit zurück ins Ruhrgebiet locken wollte.


Die BILD veröffentlicht derzeit regelmäßig Auszüge aus dem neuen Buch des 60-jährigen Funktionärs. So konnten die Sportfans erst unlängst einen noch tieferen Eindruck über die fast schon ​huldvolle Anerkennung gewinnen, die der BVB-Boss gegenüber dem ​frisch gebackenen Welttrainer verspürt. In dem neuesten Auszug aus "ECHTE LIEBE. Ein Leben mit dem BVB" wurde nun offenbart, dass diese Zuneigung Watzke vor wenigen Monaten zu konkreten Aktionen veranlasst hatte.


Gescheiterte Rückholaktion 


So geht aus der veröffentlichten Textpassage hervor, dass Watzke seinen Lieblingstrainer im Mai 2018 angerufen hatte, um bei dem dem 52-Jährigen die Bereitschaft abzuklopfen, der Anfield Road vorzeitig Lebewohl zu sagen und zur alten Liebe zurückzukehren. 


"Irgendwann (...) klingelte mein Telefon, als ich im Flieger saß. Aki war dran: 'Jürgen, du musst zurückkommen.' Ich habe gelacht. Ich dachte, er macht einen Scherz. 'Bist du doof, hast du getrunken? Wie kommst du denn auf die Idee? Ich habe doch noch ein paar Jahre Vertrag in Liverpool.' Ich weiß nicht, wie ernst das in dem Moment von ihm gemeint war, aber da habe ich schon gemerkt, dass er sich von mir eine größere Bereitschaft gewünscht hätte, darauf einzugehen", wird Jürgen Klopp von dem Boulevardblatt zitiert.


Watzke hätte sich verpasste Chance nicht verziehen


Dabei stellte Watzke in seinem literarischen Werk klar, dass er damals nicht ernsthaft damit gerechnet habe, seinen alten Kumpel von einer Rückkehr zu überzeugen, schließlich sei Klopp dafür bekannt, seine Verträge immer einzuhalten. Da sich alle Nachfolger von Klopp im Nachhinein mehr oder weniger jedoch als Fehler entpuppt hatten, sahen die Borussen damals die Dringlichkeit gegeben, beim BVB "einen neuen Weg" einzuschlagen.


"Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet, aber ich hätte mir nicht verziehen, ihn in diesem Moment nicht wenigstens gefragt zu haben", so der BVB-Boss weiter. Wie bereits beim letzten ​öffentlich gemachten Text-Auszug kommen auch diese warmen Worte in Richtung des Ex beim BVB derzeit zur Unzeit, stärken sie doch mit Sicherheit nicht dem derzeit angezählten Cheftrainer Lucien Favre den Rücken.


Klopp hält Rückkehr für unwahrscheinlich


​Wirklich Sorgen machen, dass Klopp ihn schon bald in Dortmund beerben wird, muss sich der Schweizer aber nicht. So geht aus den Auszügen hervor, dass eine Rückkehr für ihn kaum vorstellbar ist: "Als ich aus Dortmund wegging, hätte ich mir vorstellen können, irgendwann noch mal zurückzukehren. Ich habe aber gehofft, dass dafür für beide Seiten nicht die Notwendigkeit entsteht. Es war ein traumhafter Lebensabschnitt, und ich weiß nicht, ob man den toppen kann."


Ein kleines Hintertürchen ließ sich der gefeierte Startrainer aber doch offen und erklärte, dass er "als Retter in der Not" womöglich eines Tages doch nochmals in Dortmund aufschlagen könnte. Die favorisierte Variante wäre dies für den gebürtigen Schwaben aber nicht: "Aber eine so große Sache wie in Dortmund einfach nur aufwärmen, das möchte ich nicht. Es muss immer etwas Neues kommen."