Power-Fußball kündigte Marco Rose bei seiner Präsentation als neuer Trainer von Borussia Mönchengladbach an. Nach den ersten Wochen der Saison steht fest: Der 42-Jährige hat seinen Worten Taten folgen lassen. Die von Beginn an geforderte Intensität lässt sich an einigen statistischen Werten ablesen, die Spieler sprachen gegenüber Sport Bild positiv über die Änderungen unter Rose.


Auch in der Vorsaison wussten die Fohlen zu überzeugen, überwinterten mit 33 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und lagen nach dem 20. Spieltag sogar punktgleich mit dem FC Bayern auf Rang zwei. Im damals neuen 4-3-3, eingeführt von Dieter Hecking, spielte die Borussia schnellen Konterfußball, angetrieben von Jonas Hofmann und Florian Neuhaus im zentralen Mittelfeld sowie Thorgan Hazard, Lars Stindl und Alassane Plea im Angriff.


Nach dem Absturz im Frühjahr gab der Klub vorzeitig die Trennung von Hecking bekannt, zur neuen Saison sollte Marco Rose übernehmen. Der gebürtige Sachse sorgte mit RB Salzburg auch international für Furore, wurde unter anderem mit 1899 Hoffenheim, dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 in Verbindung gebracht. Wieso Rose so begehrt war, ist in Gladbach klar ersichtlich.


Die Mannschaft, im Sommer mit Breel Embolo, Marcus Thuram, Stefan Lainer und Ramy Bensebaini verstärkt, ​spielt im neuen 4-4-2 mit Mittelfeld-Raute einen intensiveren Fußball. Laut Sport Bild gewinnt die Mannschaft durchschnittlich 214 Zweikämpfe pro Spiel, vor einem Jahr habe der Wert noch bei 179 gewonnenen Zweikämpfen gelegen, womit die Borussia in der Bundesliga den letzten Platz belegt habe. Statt 625 intensiven Läufen seien nun 649 gemessen worden, auch die Sprints sollen sich von 192 auf 205 gesteigert haben. Laut Florian Neuhaus steigere sich die Mannschaft "von Spiel zu Spiel. Wir lernen, unsere Kräfte richtig einzuteilen, haben das System verinnerlicht, und der Fußball wird besser. Wir schalten schnell um, erspielen uns Torchancen."


Kramer: "Mannschaft fühlt sich wohl"


Passend dazu münzen die Gladbacher jeden siebten Abschluss in einen Tor um. 16 Punkte aus sieben Spielen, so Sport Bild, seien der beste Saisonstart seit 43 Jahren. "Die Mannschaft merkt jetzt, dass die Dinge funktionieren, die der Trainer und stein Stab vorgeben", freut sich Sportdirektor Max Eberl, Christoph Kramer bestätigt diese Annahme: "Die Mannschaft fühlt sich wohl damit, wir setzen es gut um und bewegen uns immer mehr in die richtige Richtung."


"Am Ende der Entwicklung sind wir aber noch nicht", mahnte der 28-Jährige, der in fünf der vergangenen sechs Pflichtspiele von Anfang an begann. Auch Rose sieht noch einen weiten Weg vor sich. "Der Prozess", sagt er, "ist noch nicht am Ende." Die Hoffnung dürfte vor allem darauf liegen, dass die Mannschaft die gesamte Saison über konstant spielt; etwas, das während der zweieinhalb Jahre Amtszeit von Hecking immer wieder vermisst wurde.