Nach der Länderspielpause erwartet Borussia Mönchengladbach ein knallhartes Programm. In der Bundesliga treffen die Fohlen auf Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Werder Bremen, hinzu kommt die Zweitrundenpartie im DFB-Pokal beim BVB sowie der Doppelschlag in der Europa League gegen die AS Rom. Ausgerechnet in dieser Periode wird Marco Rose auf Matthias Ginter und Stefan Lainer verzichten müssen. Wie kann der 42-Jährige den Ausfall beider Schlüsselspieler kompensieren?


Das Verletzungspech bleibt den Fohlen weiter treu. Schon vor der Partie gegen den ​FC Augsburg (5:1) verzeichnete der Kader sieben Ausfälle, darunter Tobias Strobl, Jonas Hofmann, Ibrahima Traoré und Lars Stindl. Mit Matthias Ginter und Stefan Lainer kommt ein Duo dazu, das in den ersten Wochen der Saison unverzichtbar war.


In der Innenverteidigung ist Ginter der Abwehrchef, Lainer hat die Probleme auf dem Rechtsverteidiger-Posten auf Anhieb gelöst. Der Österreicher kam auf Wunsch von Marco Rose, überzeugte bislang mit seiner Wucht in den Zweikämpfen, seinen unermüdlichen Sprints und immer präziseren Flanken. 


Am Sonntag kugelte sich Ginter nach Klubangaben die Schulter aus, wurde dabei auch an den Bändern verletzt. ​Ihm drohen eine OP samt sechs Wochen Pause. Lainer ist nach einem Riss des Kapselbandes im linken Sprunggelenk ebenfalls vorerst außer Gefecht. Noch besteht die (wage) Hoffnung auf eine Rückkehr gegen Dortmund. 

Marco Rose

Knifflige Aufgabe: Wie ersetzt Marco Rose (Foto) Matthias Ginter und Stefan Lainer?



Nominell stehen neun Verteidiger zur Verfügung. Linksverteidiger Andreas Poulsen, der flexible Jordan Beyer sowie Mamadou Doucouré dürften aber nicht zur ersten Wahl von Rose gehören. Dem 42-Jährigen bieten sich zwei Konstellationen, wenn er der Viererkette weiterhin treu bleibt. 


Gibt Elvedi wieder den Rechtsverteidiger?


Nachdem Tony Jantschke am Sonntag seinen zweiten Startelfeinsatz in der Bundesliga feierte, dürfte der 29-Jährige nun auch Ginter vertreten. Jantschke ist noch immer ein solider Innenverteidiger, der die Erfahrung von 211 Bundesligaspielen besitzt. An seine Seite könnte sich Ramy Bensebaini gesellen. Der Sommer-Neuzugang kann auch in der Innenverteidigung auflaufen, spielte bei Stade Rennes 23 Mal auf dieser Position. 


Oscar Wendt würde dann weiterhin die linke Abwehrseite übernehmen und Elvedi auf rechts rücken. Dort etablierte sich der flexible Schweizer einst unter André Schubert und Dieter Hecking, erst nach dem Transfer von Jannik Vestergaard zum FC Southampton in Sommer 2018 kehrte er auf seine ursprüngliche Position zurück.


Erhält Beyer überraschend den Vorzug?


Die zweite Alternative beinhaltet eine Abänderung: Statt Bensebaini könnte Elvedi weiterhin in der Innenverteidigung spielen, dafür Jordan Beyer die Aufgabe des Rechtsverteidigers übernehmen. Der 19-Jährige feierte in der abgelaufenen Saison neun Einsätze in der Bundesliga, wurde in den vergangenen beiden Spielen aber nicht mehr für den Kader nominiert. Diese Alternative würde ein höheres Risiko bedeuten, weshalb Rose gerade in den kommenden Spielen auf die erstgenannte Variante setzen dürfte.