Nach der Stichelei von ​Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ließ die Antwort von Pierre-Emerick Aubameyang nicht lange auf sich warten. Der frühere Angreifer der Schwarz-Gelben antwortete via Twitter auf Watzkes Aussagen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, in welchem er Aubameyang unterstellte, des Geldes wegen seinen Wechsel zum FC Arsenal im Januar 2018 forciert zu haben. Laut BILD gebe es einen ganz bestimmten Grund für den plötzlichen Schlagabtausch. 


"Klar ist es schwer, einen Spieler angesichts solcher Summen zu halten. Manche gehen dann wegen dieses Geldes zu Klubs, wo sie jahrelang nicht mehr Champions League spielen. Aubameyang, der beim FC Arsenal großartig spielt, wird wahrscheinlich warm ums Herz, wenn er auf sein Konto schaut, aber Mittwochs guckt er bei der Champions League regelmäßig nur im Fernsehen zu und ist traurig." Mit dieser Aussage sendete Hans-Joachim Watzke noch einmal eine Spitze in Richtung Pierre-Emerick Aubameyang. Seit 2017 ist Arsenal nur noch in der Europa League vertreten, der BVB hingegen qualifizierte sich seit 2011 acht Mal für die Königsklasse.


An Aubameyangs Leistungen liegen die schwachen Resultate der Gunners aber nicht. In 74 Pflichtspielen erzielte er 49 Tore, in der neuen Saison traf er in sieben Premier-League-Partien sieben Mal. Für den Wechsel nach London seien andere Gründe ausschlaggebend gewesen, wie er am Donnerstag andeutete: "Es ist besser für Sie, wenn ich niemals darüber spreche, warum ich Dortmund wirklich verlassen habe, Herr Watzke. Sie sind so ein Clown. Ich erinnere mich an die Zeit, als Sie sagten, dass wir Ousmane [Dembélé, Anm. d. Red.] niemals verkaufen würden. Dann sahen Sie mehr als 100 Millionen und waren der Erste, der das Geld nahm. Reden Sie bitte nicht über Geld. Lassen Sie mich bitte in Ruhe", schoss er über den Kurznachrichtendienst Twitter zurück.


Geplatzter China-Wechsel offenbar der Auslöser


An das Ende seiner viereinhalb Jahre währenden Zeit beim BVB (213 Spiele, 141 Tore) scheint er nur ungerne zurückzudenken, wie sich aus seiner Antwort herausliest. Laut BILD könnte der Sommer 2017 eine entscheidende Rolle für Aubameyangs geladene Antwort spielen. 


Damals sei ihm ein Wechsel versprochen worden, das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (2:1) sollte dementsprechend sein letzter Auftritt im Dortmunder Trikot sein. Beim chinesischen Erstligisten Tianjin Quanjian (heute: Tianjin Tianhai) habe der Gabuner angeblich 20 Millionen Euro pro Jahr verdienen können, die beiden Klubs seien sich jedoch nicht einig geworden, weshalb der Transfer platzte.

Pierre-Emerick Aubameyang

Zu Aubameyangs Verhalten nach dem gescheiterten Transfer im Sommer hatten die Fans eine klare Meinung.


In der Folge lieferte er auf dem Platz mit 13 Toren in 16 Bundesligaspielen gewohnt gute Leistungen, aufgrund von disziplinarischen Verfehlungen wurde er jedoch an den Spieltagen 12, 18 und 19 aus dem Kader gestrichen. Verspätungen beim Training, das Schwänzen einer Teamsitzung sowie die stetige Präsenz seiner Entourage, die sogar im Winter-Trainingslager von Marbella aufkreuzte, sollen das Tischtuch endgültig zerschnitten haben. 


Aubameyang, so scheint es, hatte aufgrund des geplatzten Wechsels im Sommer keine Lust mehr auf Dortmund und provozierte letztlich seinen Wechsel zu Arsenal - ähnlich wie Ousmane Dembélé, der, anders als Aubameyang, im Sommer gehen durfte und sich zum FC Barcelona streikte. Im Januar zahlte Arsenal eine Ablösesumme in Höhe von 63,75 Millionen Euro und nahm den Torjäger bis 2021 unter Vertrag.


Watzke erhält Rückendeckung von Zorc


Am Freitagmittag meldete sich auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc zu Wort und reagierte auf die Äußerungen von Aubameyang mit deutlichen Worten. "Ich finde, Auba hat sich dort im Ton und in der Wortwahl vergriffen", so der Kaderplaner auf der heutigen Pressekonferenz laut den Ruhrnachrichten. "Watzke hat nichts Böses gesagt und auch nichts Böses gemeint."