​Der ​FC Liverpool konnte sich am Mittwochabend in der ​Champions League bei einem irrwitzigen Spiel gegen RB Salzburg mit 4:3 durchsetzen. Dabei verspielten die Reds um ein Haar eine eigentlich komfortable 3:0-Führung. Bei Coach ​Jürgen Klopp überwog nach dem Sieg dennoch die Freude, auch wenn seine Defensive unter anderem beim Treffer von Salzburgs Shootingstar Erling Haaland nicht gut ausgesehen hatte.


Nachdem die Reds das erste Gruppenspiel beim SSC Neapel mit 0:2 verloren hatten, war beim Heimspiel an der Anfield Road nun der erste Dreier quasi Pflicht. Dabei machten die Liverpooler zu Beginn den Eindruck, dass sie den Ansprüchen eines amtierenden Champions-League-Siegers an diesem Abend absolut gerecht werden könnten und gingen bereits in der 9. Spielminute durch Sadio Mané in Führung.


Liverpool sorgt schnell für klare Verhältnisse - eigentlich


Auch in der Folge zeigte sich die Offensive der Reds gewohnt spielfreudig und schraubte den Zwischenstand durch Treffer von Andrew Robertson (25.) und ​Mohamed Salah (36.) bereits früh auf ein eigentlich komfortables 3:0. Der Treffer von Salzburgs Hee-chan Hwang in der 39. Spielminute erschien da noch lediglich ein lästiger Schönheitsfehler zu sein.


Die Gäste zogen aus diesem Tor jedoch jede Menge Selbstvertrauen und warfen sich in der zweiten Halbzeit mit Feuereifer in jeden Zweikampf. Bereits nach gerade einmal einer Stunde war das Spiel durch Tore von Takumi Minamino und den eingewechselten Youngster Erling Haaland plötzlich komplett auf den Kopf gestellt.


Die Klopp-Elf zeigte trotz der Nachlässigkeiten in der Defensive und den wie entfesselt aufspielenden Österreichern schlussendlich aber eine starke Moral und konnte in der 69. Spielminute durch einen weiteren Treffer von Salah dann doch den Sack endlich zumachen. Die Roten Bullen aus Salzburg konnten bei ihrem erst zweiten Champions-League-Spiel überhaupt aber definitiv mächtig Werbung in eigener Sache machen.


Haaland trifft und trifft


Nicht nur den Reds in Erinnerung bleiben wird dabei der Auftritt von RB-Angreifer ​Erling Haaland. Der norwegische Stürmer war im Januar zum österreichischen Topklub gewechselt und befindet sich derzeit in einer absoluten Ausnahmeform.


Trotz seines zarten Alters von gerade einmal 19 Jahren gelangen dem Skandinavier in der laufenden Saison in acht Ligaspielen bereits elf eigene Treffer und zudem fünf Torvorlagen. Noch beeindruckender ist jedoch seine Statistik in der Champions League, hatte er zum Auftakt gegen KRC Genk doch gar einen Dreierpack schnüren können und belegt nun mit vier Treffern aus zwei Spielen in der Torschützenliste der Königsklasse gemeinsam mit ​Bayerns Serge Gnabry den ersten Platz.


Klopp ist "nicht wütend"


Nach der Partie äußerte sich Jürgen Klopp über den wilden Tanz an der Anfield Road und überschüttete die wacker kämpfenden Gäste mit jeder Menge Lob. "Es gibt einige Teams, die nach einem 0:3 in Anfield einbrechen würden - Salzburg zeigte sich nicht wirklich gestört davon", wird der 52-Jährige vom Sportbuzzer zitiert. Dennoch habe seine eigene Mannschaft zuvor aber auch "die Türe geöffnet". Unterm Strich sei die Partie aber eine weitere "wichtige Lektion" gewesen.


Wirklich böse konnte der ehemalige BVB-Coach seinen Schützlingen daher nicht sein. "Wir haben nach dem 3:3 auch unser System geändert und gezeigt, dass wir immer noch hier sind, um das Spiel zu gewinnen. Es war ein typisches Liverpool-Spiel - sehr aufregend", so Klopp. "Ich dachte nach dem Spiel, ich wäre vielleicht wütend. Aber dann wurde mir klar, dass ich nicht wütend bin. Ich habe viele gute Dinge von uns gesehen, wir können es besser und werden es besser machen."