​Es war ja klar. Wer keine Tomaten auf den Augen hat, muss einfach gesehen haben, über welche herausragenden Qualitäten​ Adrian Fein (20) verfügt. Die Leihgabe vom FC Bayern München hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Anführer im HSV-Mittelfeld und zu einem der besten Spieler der Liga entwickelt. Das ist auch den Münchenern nicht entgangen.


Salihamidzic' Aussagen sind als Besitzanspruch zu werten


Deren Sportchef Hasan Salidhamidzic ergoss sich jetzt gegenüber der Sport Bild in Lobeshymnen über den gebürtigen Münchener: "Wir sehen hier die Chance, dass eines unserer Talente nach überzeugenden Lehrjahren im Profifußball zum ​FC Bayern zurückkehrt und Mitglied unserer Mannschaft wird." 


Das klingt, so leid es mir als HSV-Fan tut, schon nicht mehr nach den üblichen strategischen Worthülsen, um sich für eine anstehende Verhandlung in Stellung zu bringen. Die Bayern werden schlichtweg nicht verhandeln, so meine Prognose. Oder nur ab Geldbeträgen, bei denen der HSV nicht mehr mithalten kann. Ich schrieb es schon vor einigen Wochen: ​Adrian Fein hat nicht nur das Zeug, sich beim FC Bayern durchzusetzen, sondern auch in der deutschen Nationalmannschaft. Auf Sicht zumindest. Wir wollen schließlich nicht vergessen: der Junge ist gerade mal 20. 


Spielt aber wie ein alter Hase. Selbst die in diesem Alter durchaus als normal zu bezeichnenden Schwankungen blieben bisher aus. In sieben von acht Zweitligaspielen gehörte Fein zu den besten Hamburgern. Selbst wenn er mal nicht so gut war - war er immer noch über dem Durchschnitt. Nur bei seiner alten Wirkungsstätte in Regensburg sah er zum ersten Mal ein wenig blass aus - doch das Merkmal hatte er am Samstag wahrlich nicht als einziger im HSV-Team. Und irgendwie ist es ja auch logisch, dass ihm die Ex-Kollegen, im Wissen um seine Qualitäten, besonders auf den Füßen standen. 


Wahrscheinlichkeit auf Verbleib in Hamburg gering


Des Weiteren führte Brazzo (selbst ehemaliger ​HSV-Spieler, der nach seiner Hamburger Zeit nach München ging!) aus, froh zu sein, "dass Adrian konstant gute Spiele zeigt, und er sich stark in Hamburg präsentiert". Für Fein sei es genau der richtige Schritt gewesen, zum HSV zu gehen. 


Können wohl alle Beteiligten so unterschreiben. Und der HSV täte gut daran, ab sofort den Blick auf den Markt zu richten und sich nach einem passenden Ersatz umzugucken. Denn wenn nichts Dramatisches (in Form von Verletzungen oder Leistungslöchern) passiert, wird Adrian Fein ab Sommer nächsten Jahres seinen Dienst in München antreten. 


Soviel Realist muss man sein. Leider.