Beim 1. FC Köln liegen die Nerven blank: Nach der 4:0-Niederlage gegen Hertha BSC  im eigenen Stadion sind die Rheinländer Vorletzter in der Tabelle. Gerade weil die Kölner Aufsteiger sind, wird nun kräftig diskutiert, ob der Kader überhaupt bundestauglich sei. Geschäftsführer Armin Veh besteht darauf.


Nach dem schweren Saisonauftakt gegen den ​BVB​Borussia Mönchengladbach und ​​Bayern München sollte das Heimspiel gegen ​Hertha BSC ein neuer Start in die Erstligasaison sein. Nach 90 Minuten folgte aber das bittere Erwachen: Mit 0:4 hatte man deutlich das Nachsehen gegen die Hauptstädter. Weil Jorge Meré vom Platz flog, musste der Effzeh sogar in Unterzahl spielen.


Wegen der deutlichen Niederlage sind die Rheinländer nun Vorletzter. Mit nur vier Treffern stellen sie zudem die bislang schwächste Offensive der Liga, trotz der drei Stoßstürmer um Jhon Cordoba, Anthony Modeste und Simon Terodde. Beim Last-Minute-Sieg in ​Freiburg entschieden nicht sie, sondern Ellyes Skhiri die Partie zugunsten der Kölner.


Veh nimmt seine Kölner in Schutz

Auch wenn der Start nicht nach Maß verlief, gibt es für Geschäftsführer Armin Veh aber noch keinen Grund, seiner Mannschaft Qualität abzusprechen. Im Gegenteil: Vor allem nach den jüngsten Ergebnissen nimmt er die Kölner Mannschaft im Express in Schutz: "Ich glaube, dass wir absolut Qualität in der Mannschaft haben. Ich sehe es in jedem Training. Und ich glaube, das kann ich nach 27 Jahren als Trainer beurteilen."


Die Statistiken sprechen derzeit zwar eine andere Sprache, Unrecht hat der 58-Jährige aber nicht. Zumindest nicht wenn man die Namen im Kader betrachtet. Torhüter Timo Horn zum Beispiel. Mit seinen 26 Jahren ist er noch nicht einmal in das beste Alter eines Keepers gekommen. Trotzdem hütet er den Kasten des Effzeh seit gefühlt zwei Jahrzehnten auf einem Niveau, mit dem er fast jedem Bundesligaverein auf Anhieb helfen würde. Ganz zu schweigen von seiner Loyalität zum Verein.

Timo Horn

Timo Horn hütet das Kölner Tor seit Jahren zuverlässig



Die Abwehr der Kölner ist auf dem Papier womöglich die einzige Schwachstelle. Wobei auch dort mit Jonas Hector ein Nationalspieler ist. Lasse Sobiech ist zum Beispiel schon bundesligaerfahren. Damit soll er den jüngeren Verteidigern, von denen es in der Tat einige gibt, helfen. Wie zum Beispiel Jorge Meré, der zwar gegen Hertha eine unglückliche Figur machte, mit seinen 22 Jahren trotzdem schon Stammspieler in einer europäischen Topliga ist.


Am ausgewogensten ist der Effzeh aber im Mittelfeld. Mit Florian Kainz, Marco Höger und Christian Clemens kennen gleich drei Akteure die Bundesliga in- und auswendig. Trotzdem ist der 24-jährige Ellyes Skhiri derzeit bester Scorer im Kader. Auch Niklas Hauptmann, Vincent Koziello und Darko Churlinov gelten als vielversprechende Talente im Kader.


Starke Stürmer im Effzeh-Kader

Zweifellos am stärksten sind die Rheinländer neben Torwart Horn aber im Sturm aufgestellt. Man erinnere sich zurück an die Saison, als Modeste beinahe Torschützenkönig wurde. Ganze 25 Mal traf er und wurde nur durch das Duo um Aubameyang und Lewandowski auf den dritten Rang versetzt. Jhon Cordoba und Simon Terodde haben ebenfalls enorme Torjägerqualitäten, die sie bereits in ​Mainz bzw. ​Stuttgart zeigten.


Sicherlich können die Spieler und Verantwortlichen des ​1. FC Köln mit dem vorletzten Rang nicht zufrieden sein. Der Anspruch, in der ​Bundesliga zu bleiben, muss der unabdingbare Status quo sein. Vertraut man aber auf die Worte Armin Vehs und auf die eigentlichen Qualitäten der Spieler, wird es eine Frage der Zeit sein, bis die Kölner zumindest die Abstiegsränge verlassen werden.