Noch vor wenigen Jahren galt Sinan Kurt als eines der größten Talente des deutschen Fußballs. Doch dieser Bürde konnte der mittlerweile 23-Jährige nie gerecht werden - daran ist er selbst nicht ganz unschuldig.


Mit gerade einmal 18 Jahren wechselte Sinan Kurt damals für drei Millionen Euro Ablöse von ​Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern München. ​Damals noch wurde ihm eine verheißungsvolle Karriere vorausgesagt. Ein Aufschrei ging durch das Land, als die Bayern mal wieder eines der umworbensten und vielversprechendsten Talente der Bundesliga für gerade einmal läppische drei Millionen Ablöse an Land gezogen hatte. 


​Drei Jahre später verkauften die ​Münchener Kurt aber an Hertha BSC weiter - für nur noch 500.000 Euro Ablöse. Auch in der Hauptstadt erging es Sinan Kurt nicht besser, gerade einmal 48 Minuten Bundesliga-Spielzeit konnte Sinan Kurt in seiner Zeit bei der Hertha verzeichnen.

​2018/19 sah man auch in Berlin keine Zukunft mehr für Sinan Kurt, der dann ablösefrei an den österreichischen Zweitligisten WSG Tirol abgegeben wurde. 


​Zwar stieg WSG Tirol in diesem Jahr in die österreichische Bundesliga auf, Sinan Kurt hatte dort jedoch keine Zukunft mehr. Stefan Köck, Manager von WSG Tirol, betonte im Interview bei laola1.at, dass diese Entscheidung allerdings keine sportlichen Gründe hatte: "Er hat immer wieder seine Klasse gezeigt, war ein sehr angenehmer und super Typ." ​Die Entscheidung gegen Sinan Kurt wurde getroffen, weil aufgrund der Ausländerbeschränkung eine Fortsetzung des Kontraktes als schlichtweg nicht möglich angesehen wurde.


Image des Problemprofis


In seiner Zeit beim FC Bayern München ​und bei ​Hertha BSC machte Sinan Kurt immer wieder auch mit Schlagzeilen neben dem Fußball auf sich aufmerksam. ​So z.B., als er sich während seiner Zeit bei den Münchener Bayern seinen eigenen Friseur aus Düsseldorf zum Stylen einfliegen ließ. 


​Unter anderem wurde ihm immer wieder mangelnde Einstellung vorgeworfen, Ex-Hertha-Coach Pal Dardai sagte einst: "Ich bin mit Sinan unzufrieden, das weiß er auch selbst. Ich habe ein Problem, wenn man junge Spieler immer wieder motivieren muss." ​Dieses Image hat das einstige Talent sich natürlich selbst zuzuschreiben. 


Sinan Kurt ist derzeit ohne Verein


​Mittlerweile ist Kurt arbeitslos und auf der Suche nach einem neuen Verein. Dass es mit so einer Vorgeschichte nicht leicht werden könnte, steht außer Frage. In Wattens kann man dies allerdings nicht bestätigen, Manager Stefan Köck stellte klar: "Ich kann von dem Jungen nur das Beste sagen, er hat Null Star-Allüren gehabt, er ist ein toller Mensch." 


​Ob es Sinan Kurt nochmal gelingen wird, im Profifußball Fuß zu fassen, bleibt fraglich. Momentan ist er in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Mit einem Alter von 23 Jahren sollte man ihn aber vielleicht nicht gänzlich abschreiben.