​Auch wenn in Deutschland mittlerweile die kalten Herbstmonate angebrochen sind, so kann sich jeder Fan noch bestens an ein gewisses ​Transfer-Wirrwarr aus dem Sommer erinnern: Wochenlang beherrschte der Poker um Leroy Sané die Schlagzeilen, ehe er sich verletzte und der FC Bayern stattdessen Ivan Perisic als Plan B verpflichtete. 


Der Kroate schlug entgegen der meisten Erwartungen gut ein, kann bei seinen vier Pflichtspieleinsätzen beachtliche vier Scorerpunkte vorweisen. Man kann sogar die gewagte These aufstellen: Mit Perisic fährt der Rekordmeister besser als mit Sané - sechs Punkte, die diesen Standpunkt unterstreichen.


1. Perisic ist günstiger

Dieser Punkt ist schnell erzählt: Da Inter Mailand den Flügelspieler loswerden wollte, konnte der ​FC Bayern einen guten Deal rausschlagen. Perisic wurde für eine Leihgebühr von fünf Millionen Euro ausgeliehen, im kommenden Sommer kann man den Spieler für 20 Millionen Euro fest kaufen. Zum Vergleich: Sané hätte wohl zwischen 130 und 150 Millionen Euro gekostet - vom Monstergehalt (rund 20 Millionen Euro) ganz zu schweigen.


2. Ambitioniert, aber kein Stinkstiefel

Mit Serge Gnabry und Kingsley Coman besitzen die Münchener zwei junge Flügelspieler, die für ihre Entwicklung ausreichend Spielzeit benötigen. Bedeutet: Perisic muss ab und zu mal auf der Bank Platz nehmen - für den 30-Jährigen ist das aber kein Problem. Der Kroate ist zwar ehrgeizig (so wie es sich für einen Profi gehört), aber im Gegensatz zu Leroy Sané, der sich das in schöner Regelmäßigkeit mit Sicherheit nicht gefallen lassen würde, schiebt Perisic keinen Frust, sondern gibt einfach auf dem Trainingsplatz Gas. 


3. Perisic hatte Bock auf Bayern

Ivan Perisic

Dass der Transferpoker im Sommer zwischen ​ManCity und dem FC Bayern im Sommer so lang andauerte, lag auch daran, dass sich Sané nicht deutlich für einen Wechsel in die bayrische Landeshauptstadt positioniert hatte. Es schien eher so, als würde er eigentlich viel lieber in Manchester bleiben und nur zum FCB wechseln, wenn er bei den Citizens keine Chance bekäme.

​Perisic dagegen musste nur eine Nacht lang nachdenken, ehe er das Angebot der Rot-Weißen annahm - dieses Feuer für den Verein sieht man auch auf dem Platz.


4. Für keinen Zweikampf zu schade

Feingeister besitzt der FC Bayern auf dem Platz zur Genüge. Woran es beim Rekordmeister gerne mal hakt, ist das Zweikampfverhalten - und hier macht Perisic niemand etwas vor. Der Routinier geht dahin, wo es wehtut und ist sich zudem auch für Defensivarbeit nicht zu schade. Ein Punkt, bei dem er Sané definitiv etwas voraus hat, auch wenn der deutsche Nationalspieler insgesamt der bessere Fußballer sein mag.


5. Connection zu Kovac

Als Kroate hat Perisic einen ausgezeichneten Draht zu Landsmann Niko Kovac, der den Flügelspieler bereits vor einigen Monaten bei den Bayern-Bossen als Neuzugang vorgeschlagen hat. Wie wichtig es ist, dass Spieler und Trainer harmonieren, zeigte nicht zuletzt das Beispiel James Rodriguez. Der Kolumbianer ist zwar ein überragender Fußballer, kam aber nicht mit Kovac klar und konnte seine Leistungen daher nur selten auf den Platz bringen.

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Wie die Verbindung zwischen Kovac und Sané gewesen wäre, ist zwar nur hypothetischer Natur - fest steht aber, dass sie definitiv nicht harmonischer als die zwischen Kovac und Perisic wäre. Für seinen Coach würde Perisic auf dem Platz wohl auch töten, um es martialisch auszudrücken.


6. Mit Sané wäre kein Coutinho in München

Ein anderer Punkt, den man beachten muss: Hätte der FC Bayern Sané im Sommer bekommen, wäre Philippe Coutinho kein Thema für die Münchener mehr gewesen. Der Brasilianer ist aber bereits jetzt Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel und zeigt, dass er der X-Faktor für die ganz großen Titel sein kann.

Statt Sané hat man also nicht nur Perisic, sondern auch Coutinho bekommen - doppeltes Glück für die Münchener, die aus der Sané-Verletzung das Beste gemacht haben und in dieser Konstellation sogar insgesamt besser fahren dürften.