Der ​VfB Stuttgart thront nach acht Spieltagen in der zweiten Liga auf dem ersten Tabellenplatz. Im Ländle sorgte zuletzt lediglich Santiago Ascacibar durch seine Wechselgedanken und die dadurch ​notwendige Disziplinarstrafe für Ärger. Am Wochenende durfte der Argentinier nun wieder von Beginn an ran. Damit dies für ihn zu einem Dauerzustand wird, muss der Mittelfeldspieler alles aus sich herausholen.​


Der 22-Jährige kann froh sein, dass seit diesem Sommer mit Tim Walter ein alles andere als nachtragender Cheftrainer bei den Schwaben das Sagen hat. Das vehemente Fordern nach einem Stammplatz von Seiten seines Schützlings konnte der Ex-Kieler so aber nicht stehen lassen und verpasste ihm in den letzten Wochen durch seine Nicht-Berücksichtung einen wichtigen Denkzettel.


​Ascacibar gibt sich reumütig


Nachdem sich der Sechser in den vergangenen Wochen nicht erneut zu Wort gemeldet hatte und seine Strafe stillschweigend akzeptierte, erhielt er am vergangenen Freitag beim ​knappen 1:0-Erfolg bei Arminia Bielefeld seine Chance auf Wiedergutmachung.​ Dabei profitierte der Argentinier von dem kurzfristigen Ausfall von Gonzalo Castro und rückte prompt zurück in die Startelf.


Nach dem Sieg gegen die Arminen zeigte sich der argentinische U23-Nationalspieler sichtlich geläutert. "Ich bin sehr froh, dass ich jetzt wieder bei der Mannschaft bin und auch gleich wieder gespielt habe. Der Streit ist beigelegt. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit", so Ascacibar laut den Stuttgarter Nachrichten


Bekannte Stärken und Schwächen


Zuvor hatte Ascacibar einen durchaus couragierten Auftritt hingelegt und sich wie gewohnt mit Feuereifer in jeden einzelnen Zweikampf geworfen​. Auch die Laufleistung des Rechtsfußes stimmte mit stolzen 12,71 abgespulten Kilometern.


Das von ihm im Nachklapp formulierte Ziel, sich auch vermehrt ins Offensivspiel der Stuttgarter einzuschalten, konnte der VfB-Youngster aber wieder einmal nicht komplett in die Tat umsetzten. So tauchte Ascacibar zwar mit einer großen Kopfballchance vor dem gegnerischen Gehäuse auf, offenbarte aber auch die ein oder andere technische Unzulänglichkeit.


Die Konkurrenz schläft nicht


Eine Stammplatzgarantie, die es in dieser Form unter Walter ohnehin für eigentlich keinen Feldspieler gibt, rechtfertigte die Leistung des Rückkehrers also nicht. So ist beispielsweise sein Teamkollege Orel Mangala ähnlich robust wie der Argentinier, verfügt aber zudem über weitaus bessere technische Fähigkeiten.


Ohnehin wird nicht in jedem Spiel eine ähnliche Robustheit im Mittelfeldzentrum gefragt sein. Spielstärkere Spieler wie Philipp Förster dürften dabei bei vielen Gegnerkonstellationen im Vergleich zu dem nicht einfach zu führenden Mittelfeldakteurs die Nase vorn haben.


Wechsel verschoben, nicht aufgehoben


Auch Walter macht daher keinen Hehl daraus, dass bereits am kommenden Spieltag wieder andere Spieler den Vorzug erhalten könnten. "Santi ist von seinem Potenzial ein Spieler, der immer spielen kann. Aber ich habe noch andere. Wenn er dann mal nicht zum Einsatz kommt, heißt das nicht, er ist außen vor. Das muss er einfach lernen", so der Coach.


Das Spielerprofil von Santiago Ascacibar:

​Position​DMF
Alter​​22
​Marktwert​12 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2023
​VfB-Spiele​64


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Bleibt nur die Frage, wie lernfähig Ascacibar in dieser Hinsicht sein kann. Sollten in den kommenden Wochen zu viele Spiele ohne Statelfeinsatz dazu kommen, könnte spätestens im kommenden Winter, dann nämlich wenn das Transferfenster wieder geöffnet wird, die Causa Asacacibar von ​neuem aufgerollt werden. Bis dahin täte der Sechser - so oder so - aber gut daran, Werbung in eigener Sache zu machen.