​Der ​VfB Stuttgart konnte zum Auftakt des achten Spieltages in der 2. Bundesliga das Spitzenspiel bei ​Arminia Bielefeld durch einen Treffer in der Nachspielzeit für sich entscheiden. Das Team von Trainer Tim Walter belohnte sich dabei für einen couragierten Auftritt und bleibt weiterhin ungeschlagen. Luft nach oben war im Spiel der Stuttgarter dennoch zu erkennen.


90min zeigt euch die Tops und Flops der Partie:


Top: VfB nimmt Kampf sofort an


Obwohl der VfB das letzte Heimspiel gegen Greuther Fürth mit 2:0 für sich entschieden hatte, mahnte Tim Walter zuletzt, dass seine Mannschaft gegen die Kleeblätter in einigen Situationen zu passiv agiert hatte und sich zu einfach den Schneid hatte abkaufen lassen. Gegen die Arminen traten die Schwaben nun, insbesondere zu Spielbeginn, deutlich entschlossener auf und konnten insgesamt 54 Prozent der Zweikämpfe gewinnen.


Auch nach dem Platzverweis von Fabian Klos behielten die Stuttgarter einen kühlen Kopf und ließen sich nur für kurze Zeit auf einen offenen Schlagabtausch ein. Rückkehrer Santiago Ascacibar fügte sich dabei rein kämpferisch bereits wieder prima ein, auch wenn der Argentinier im Spiel nach vorne weiterhin zu unpräzise ist.


Flop: Offensive kam nicht richtig in Fahrt


Da mit Philipp Klement und Silas Wamangituka zwei Offensivspieler nicht zur Verfügung standen und auch Nicolas Gonzalez nur im absoluten Notfall spielen sollte, stellte Walter sein System notgedrungen um und setzte auf ein 4-3-3-System. Defensiv ging der Plan dabei ziemlich gut auf, in der Offensive zeigte das neuformierte Team aber einige Anpassungsprobleme.


So wurde wieder einmal deutlich, dass sich Daniel Didavi auf dem linken Flügel nicht wirklich wohl fühlt. Der Spielmacher verfügt nicht über das nötige Tempo für diese Position und wirkte kreativ gehemmt. Hamadi Al Ghaddioui war als einzige echte Spitze nur selten in das Offensivspiel eingebunden. Zugute halten muss man dem Deutsch-Marokkaner aber nicht nur seinen späten Siegtreffer, sondern auch, dass er sichtbar alles in seiner Macht stehende gab, um der Mannschaft zu helfen.


Top: Förster überzeugt erneut​


Auffälligster Offensivspieler der Stuttgarter war wieder einmal Philipp Förster. Der ehemalige Sandhäuser hat sich im Ländle in Rekordzeit einen Namen gemacht und war auch gegen die Bielefelder an dem meisten aussichtsreichen Offensivaktionen der Schwaben beteiligt. Dabei harmoniert der Offensivspieler auf der rechten Seite sehr gut mit Orel Mangala.


Krönen konnte der Last-Minute-Neuzugang seinen starken Auftritt durch seine mustergültige Vorarbeit vor dem Siegtreffer in der Nachspielzeit und war somit in seinen ersten drei Pflichtspielen für den VfB an zwei Treffern direkt beteiligt.


Flop: Unmotivierte Standards​


Der VfB konnte sich über weite Strecken der Partie keine zwingenden Tormöglichkeiten erarbeiten. Umso wichtiger wäre es daher gewesen, zumindest bei Eckbällen eine gewisse Gefahr auszustrahlen. Was die Stuttgarter in Bielefeld jedoch für Standardvarianten ausprobierten, war allem Anschein nach selbst für die Spieler eine Nummer zu hoch.


Anstatt das Leder einfach mit Schmackes auf Höhe des Elfmeterpunkts zu zimmern, verloren sich die Stuttgarter immer wieder in zu komplexen Kurzpassvarianten, die schlussendlich nicht nur einmal dazu führten, dass der Ball anstatt im gegnerischen Sechzehner, am Fuß eines eigenen Spielers in Höhe der Mittellinie oder gar beim eigenen Schlussmann Gregor Kobel landete


Top: Defensive bleibt stabil


Auffällig war, dass die Stuttgarter mit jeder Menge Respekt zu der Arminia gefahren waren. Die Walter-Elf tat dabei gut daran den Gegner keineswegs zu unterschätzen, stellen die Bielefelder doch die bislang treffsicherste Offensive der zweiten Liga. 


Unter dieser Prämisse ließen die Schwaben nur wenige echte Torchancen der Bielefelder zu. In gelegentlich doch aufkommenden Druckphasen der Gastgeber behielt die Abwehrzentrale rund um Kapitän Marc Oliver Kempf und den ebenfalls erneut überzeugenden ​Holger Badstuber jedoch einen kühlen Kopf und auch Torhüter Gregor Kobel, war dann zur Stelle, wenn er gebraucht wurde.​