​Es ist gerade einmal vier Jahre her, dass Marian Sarr bei Borussia Dortmund Teil des Bundesliga-Kaders war. Der heute 24-Jährige hatte eine vielversprechende Karriere vor sich - doch mittlerweile befindet sich der Innenverteidiger in der Oberliga.


In der Jugend war Sarr beim ​FC Schalke und ​Bayer Leverkusen ausgebildet worden, ehe er 2013 den Sprung zum BVB wagte. Über die schwarz-gelbe U19 wollte sich das damals hochgepriesene Talent für die Profis empfehlen. Ein Plan, der vorerst auch aufging.


Einsatz in der Champions League


Bereits in seinem ersten Jahr bei ​Borussia Dortmund durfte Sarr Profiluft schnuppern. Er kam zweimal in der Bundesliga zum Einsatz und bestritt sogar in der Champions League ein Spiel über 90 Minuten - in der Gruppenphase gegen Olympique Marseille war das, Sarr und der BVB gewannen mit 2:1. Innerhalb von wenigen Monaten von der U19 in die ​Königsklasse, das kann auch nicht jeder Spieler von sich behaupten.

FBL-EUR-C1-MARSEILLE-DORTMUND

Da man als junger Spieler jedoch nicht unbedingt damit rechnen kann, dass man bei den Profis in jedem Spiel zum Einsatz kommt, durfte er nebenbei in der Reserve auflaufen. Mit 18 oder 19 Jahren regelmäßig in der 3. Liga aufzulaufen, ist ja auch schonmal was. Damals deutete alles daraufhin, dass Sarr einer der Spieler sein würde, der den dauerhaften Sprung zu den BVB-Profis locker packt.


Doch wie das nunmal im Fußballgeschäft so ist: Meistens kommt es anders als man denkt und hofft. Die darauffolgende Saison 2014/15 verpasste Sarr aufgrund einer Verletzung fast komplett. Eine Stressreaktion des Knochens sorgte dafür, dass der Youngster erstmal nicht den Durchbruch in das Profigeschäft schaffen sollte - stattdessen kam er in dieser Spielzeit auf gerade einmal sechs Spiele für die Reserve. Das war's.


Weil man in Dortmund jedoch weiter an Sarr und seine Qualitäten glaubte, zog man den Verteidiger 2015 in den Profikader hoch. Man konnte dies auch als Vertrauensbeweis nach seiner Verletzung werten. Doch anstatt zu zünden, blieb Sarr auch in diesem Jahr nur die Rolle des Zuschauers. 

Marvin Sarr,Julian Schieber,Kevin Grosskreutz

Sarr (re.) mit Julian Schieber (li.) und Kevin Großkreutz



Zu Saisonbeginn lief das Talent erneut für die Reserve (die damals in die Regionalliga abgestiegen war) auf, ehe Sarr von einer Hüftverletzung schon wieder für mehrere Wochen aus dem Verkehr gezogen wurde. Der Profibereich hatte sich somit erstmal erledigt, auch für die Reserve kam er nur noch im allerletzten Saisonspiel zum Einsatz - es sollte gleichzeitig auch sein letzter Auftritt im BVB-Dress gewesen sein. Im Sommer 2016 wechselte er zum VfL Wolfsburg, wo er jedoch ebenfalls nur für die 2. Mannschaft auflaufen durfte.


Fortan ging es auf der Karriereleiter für Sarr nur noch bergab: Nach zwei Jahren bei der Wölfe-Reserve (wo er immerhin Stammspieler war und von weiteren Verletzungen verschont blieb) wechselte der gebürtige Essener 2018 zum VfR Aalen in die 3. Liga.


Dort schaffte es Sarr aber nicht zum Stammspieler, am Ende stieg er mit dem Verein sogar in die Regionalliga ab. Das einst so vielversprechende Talent galt vor vier Jahren noch als potenzieller BVB-Profi, nun spielte er bei einem Team, das in die 4. Liga abstieg.


Sarr in Jena degradiert


Sarr versuchte, seine Karriere zu retten und wechselte in diesem Sommer zu Carl Zeiss Jena, das im Gegensatz zu Aalen weiterhin in der 3. Liga spielt. Beim Traditionsklubs aus dem Osten folgte dann aber der vielleicht endgültige Genickschlag: Nach neun Spieltagen liegt Jena mit einem Punkt aus neun Spielen abgeschlagen am Tabellenende, Sarr wurde zu Wochenbeginn aus dem Profikader rausgeworfen, weil er die Erwartungen nicht erfüllen konnte, und in die Reserve abgeschoben - in die Oberliga.


Der Weg des 24-Jährigen zeigt, wie schnell es im Fußballbusiness nach unten gehen kann. Wie es mit Sarr weitergeht, ist derzeit offen. Doch es deutet vieles daraufhin, dass sich der Traum vom Profifußball für das einstige BVB-Talent, das sogar in der Königsklasse auflaufen durfte, zerschlagen hat.