Der ​FC Chelsea stand in diesem Sommer vor einem Paradigmenwechsel: Mit Klub-Ikone Frank Lampard kam ein neuer, junger Trainer an die Stamford Bridge, der ein neues, junges Team aufbauen sollte. Die Blues - getrieben von der Transfersperre und dem Abgang von Topstar Eden Hazard - wollten und brauchten ein neues Gesicht. 


Christian Pulisic war dabei als Nachfolger des Belgiers als Aushängeschild auserkoren. Bereits im Winter investierte Chelsea satte 64 Millionen Euro, um sich die Dienste des US-Amerikaners zu sichern. Mit einem halben Jahr Verspätung, denn Pulisic wurde direkt zurück an den BVB verliehen, wo sein Stern einst aufging.


Doch schon in Schwarz-Gelb leuchtete der in der abgelaufenen Saison nicht mehr so hell. Jadon Sancho hatte Pulisic längst den Rang abgelaufen. Bei den Blues sollte nun der Neustart gelingen. Und die Vorzeichen standen eigentlich bestens: Mit 21 Jahren passt Pulisic perfekt ins Anforderungsprofil. Seine Qualitäten: Schnelligkeit und Dribbelstärke. Kann man gut gebrauchen, wenn ein Eden Hazard den Klub verlässt.


Doch nach dem schleppenden Saisonstart, bei dem Frank Lampard aber immerhin noch auf Pulisic setzte (viermal Startelf, einmal als Joker), war der Ex-Dortmunder in den letzten drei Spielen komplett außen vor. 270 Minuten hieß es in der ​Premier League und der ​Königsklasse von draußen aus zuschauen. 


Pulisic derzeit klar hinter der Konkurrenz


Andere haben ihm längst den Rang abgelaufen. Allen voran Shootingstar Mason Mount, der schon in der vergangenen Spielzeit in der zweiten Liga unter Lampard spielte. Als dieser sich gegen Valencia früh im Spiel verletzte, brachte sein Trainer Pedro - Pulisic blieb auf der Bank. Aufgrund der Erfahrung habe er sich für den Spanier entschieden, teilte Lampard im Anschluss mit. Eben jener Lampard, der vor dem Spiel noch gesagt hatte, dass Erfahrung für ihn keine Rolle spiele.


Die Wahrheit ist wohl eher: Aktuell scheint ihm die Qualität von Pulisic nicht auszureichen. Klar, floskelhaft verweist Lampard auf den breiten Kader, die vielen Spiele - und darauf, dass Pulisic' Chance kommen werde. Das mag auch so sein. Am Mittwoch dürfte er im Ligapokal mal wieder ran dürfen. Dann heißt der Gegner aber nicht Valencia oder Liverpool, sondern Grimsby Town aus der vierten englischen Liga.


In den wichtigen Spielen hat Pulisic derzeit sehr schlechte Karten. Mount ist wieder fit und absolut gesetzt, dazu baut Lampard auf Willian und auch Pedro steht wohl in der internen Hierarchie noch vor ihm. Pulisic ist nach Adam Riese also nur die Nummer vier auf den Außenbahnen, auf denen es eben nur zwei Positionen gibt. Und dass, obwohl der große Hoffnungsträger noch gar nicht fit ist. ​Callum Hudson-Odoi hat jüngst erst einen neuen, langfristigen Vertrag unterschrieben. Er soll bei den Blues unter Lampard endlich so richtig durchstarten.


Für Pulisic keine all zu guten Aussichten. Im Moment spielt er kaum eine Rolle - und wenn er nicht aufpasst, dürfte das erstmal so bleiben...