Sportlich hat die Serie A zuletzt wieder an Glanz gewonnen, in einigen Punkten ist Italiens Eliteliga aber noch ein gutes Stück von der internationalen Konkurrenz entfernt. Neben einer schwachen Infrastruktur sind rassistische Äußerungen auf den Rängen ein seit vielen Jahren bestehendes Problem - und in den Augen von Antonio Conte wird die Lage immer schlimmer.


Der 50-Jährige verbrachte 28 Jahre seiner bisherigen Laufbahn als Spieler und Trainer in seinem Heimatland. Erst im Sommer 2016 wagte er erstmals den Sprung ins Ausland und schloss sich dem FC Chelsea an, ehe er vor wenigen Monaten wieder nach Italien zurückkehrte. Conte soll Inter Mailand endgültig an das Spitzenduo um Juventus Turin und dem SSC Neapel heranführen, bekam dafür teils teure Spieler.


Einer der Neuzugänge heißt Romelu Lukaku. Der bullige Mittelstürmer wurde für 65 Millionen Euro von Manchester United verpflichtet, erzielte in seinen ersten drei Ligaspielen zwei Tore. Beim Auswärtsspiel gegen Cagliari Calcio (2:1) stand er aber nicht wegen seines Siegtreffers im Vordergrund, sondern aufgrund von Affenlauten, mit welchen ihn die gegnerischen Fans verhöhnten. Die Anhänger von Cagliari fallen laut einem Bericht von ​n-tv häufig negativ auf, haben so beispielsweise auch Moise Kean, der im Sommer von Juventus Turin zum FC Everton wechselte, nach seinem Tor im April mit Affenlauten begleitet. 

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       In seinen ersten Wochen in Italien wurde Romelu Lukaku (Foto) bereits Opfer von rassistischen Äußerungen



Rassismus ist seit vielen Jahren ein großes Problem des italienischen Fußballs. Unvergessen ist die Rede von Kevin-Prince Boateng vor den Vereinten Nationen im März 2013. Der Offensivspieler wurde während seiner Zeit beim AC Mailand Opfer von rassistischen Äußerungen und setzt sich seit vielen Jahren für den Kampf gegen Rassismus ein, laut Conte sei von einer Besserung jedoch keine Spur.


"Ich bin nach drei Jahren zurückgekommen und alles ist schlimmer geworden", sagte er gemäß Sport1 auf der Pressekonferenz vor dem Derby della Madonnina, der Begegnung zwischen dem AC und Inter Mailand. Im italienischen Fußball verspüre er "sehr viel Hass [und] Ablehnung. Das ist sehr schlecht. Diese Dinge existieren in Italien und es wird nur schlimmer und schlimmer."


Conte nimmt Medien in die Pflicht


Einen Anteil dazu tragen seiner Meinung nach auch die Medien bei: "Es gibt Artikel, die einen Mangel an Respekt fördern. Wir werden unser Gewissen alle einer Prüfung unterziehen müssen", so Conte, der sich um die nachfolgenden Generationen, die "vor einer Tastatur aufwachsen und von Hass und Gewalt lesen", sorge. 


Sein Appell lautet: "Stachelt die Gewalt nicht an und hebt die Rivalitäten hervor." Denn was auch immer gegen weitere Rassismus-Eklats unternommen wurde: Geholfen hat bislang gar nichts.