Diese Pleite wird man bei Borussia Mönchengladbach nicht so einfach vergessen. Das 0:4 in der Europa League gegen den Wolfsberger AC ist nicht nur die höchste Heimniederlage im Europapokal, sondern auch der erste Tiefpunkt in der noch jungen Amtszeit von Marco Rose. Der Trainer bat seine Spieler laut BILD am Freitagmorgen zu einer fast einstündigen Sitzung, das Blatt rechnet mit zahlreichen personellen Änderungen im kommenden Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf.


Wenige Minuten nach Abpfiff fehlten Sportdirektor Max Eberl die Worte. Die Vorfreude auf die Europa League war bei den Beteiligten von Borussia Mönchengladbach groß, das Auftaktspiel gegen den österreichischen Bundesligisten Wolfsberger AC auf dem Papier eine dankbare Aufgabe. Marco Rose und Stefan Lainer, der gemeinsam mit dem Trainer von RB Salzburg an den Niederrhein wechselte, wurden aber nicht müde zu betonen, dass den Fohlen kein leichtes Spiel bevorsteht - und sollten am Ende recht behalten. Der WAC wirkte über 90 Minuten giftiger, fokussierter, blieb eiskalt vor dem Tor und gewann das erste Europapokalspiel der Vereinsgeschichte mit 4:0.


"Ich bin vor dem Spiel hier gestanden, habe mich gefreut und gehofft, dass wir alle das tun. Wir sind aber ganz, ganz böse erwacht", sagte Eberl gemäß dem kicker bei TV-Sender Nitro. Man müsse "die ganze Mannschaft kritisieren", sich "richtig schütteln und dann auch die Lehren daraus ziehen." Denn "Positives", wie der Sportdirektor konstatierte, war kaum zu sehen. 

Max Eberl

  Max Eberl (Foto) konnte nach Spielende nur erahnen, wieso die Mannschaft im ersten Gruppenspiel solch einen Auftritt hinlegte.


​Fehlpässe, mangelnde Bereitschaft in den Zweikämpfen, lethargisches Verhalten bei gegnerischen Standards. Die Liste ist lang, obwohl Rose laut Eberl "drei Tage auf die Aggressivität vom Wolfsberger AC hingewiesen" habe. "Vielleicht", rätselt er, "hat der eine oder andere nicht richtig hingehört."


Ausgiebige Analyse


Am Freitagmorgen waren die Spieler allerdings gut beraten, genau hinzuhören. Wie BILD berichtet, bat Rose zu einer 57 Minuten langen Videoanalyse der Partie, in der er versucht habe, Erklärungen seitens der Mannschaft zu finden. Dem Bericht zufolge sollen sich alle Spieler "extrem schuldbewusst" gezeigt haben. Man sei zu dem Entschluss gekommen, dass man den Gegner "nicht so angenommen" habe, wie es im Vorfeld gefordert wurde und wie es sich für einen Europapokalgegner gehört. 


Wird die halbe Startelf ausgetauscht?


Viel Zeit bleibt bis zum nächsten Spiel aber nicht, bereits am Sonntag steht das Duell gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Änderungen in der Startelf seien laut Rose schon allein aus dem Grund denkbar, dass man "sehr viel Laufstärke und Frische" gegen die Fortuna benötige. 


Ein möglicher Kandidat für die Startelf ist Raffael. Wie es heißt, habe Rose sieben Minuten lang mit dem Brasilianer gesprochen. Auch dem Trio um Breel Embolo, Oscar Wendt und Patrick Herrmann winke ein Einsatz von Beginn an. Dafür seien Florian Neuhaus, Ramy Bensebaini, Laszlo Benes, Marcus Thuram und Christoph Kramer mögliche Streichkandidaten. 


Bis zu fünf Änderungen könnte Rose vornehmen, um nach der historischen Europapokalpleite eine wichtige Reaktion zu zeigen. Denn klar ist: Solch einen Auftritt darf sich die Mannschaft nicht noch ein zweites Mal erlauben.