Als Spieler hat Juan Sebastián Verón 575 Profispiele absolviert und einige Trophäen in seine Vitrine stellen dürfen, heute ist der einstige Mittelfeldmann Präsident des argentinischen Erstligisten Estudiantes de La Plata. Gegenüber unseren ​spanischen Kollegen von 90min.com/es sprach er über den besten Trainer, dem er in seiner Laufbahn begegnet ist, die fehlende Spannung in der Serie A sowie die Unterschiede zwischen Diego Maradona und Lionel Messi.


Seine ersten fußballerischen Schritte auf europäischem Boden machte Verón in Italien. Von 1996 bis 2091 sowie von 2004 bis 2006 spielte der 75-fache argentinische Nationalspieler für Sampdoria Genua, Parma Calcio, Lazio Rom und Inter Mailand, zwischenzeitlich betrat er auch die große Bühne der ​Premier League.

​In seiner Laufbahn ist er mit einigen namhaften Trainern in Kontakt gekommen. Den besten Eindruck hat dabei aber nicht etwa United-Legende Sir Alex Ferguson hinterlassen, sondern Sven-Göran Eriksson. Mit dem Schweden arbeitete er in der Saison 19966/97 bei Sampdoria erstmals zusammen, bei Lazio gewannen beide in der Saison 1999/2000 das nationale Double. "Ich habe selten irgendein Problem in seinen Mannschaften erlebt, und es waren Gruppen mit starken Persönlichkeiten", schwärmt Verón. "Er ist mit jedem gut zurechtgekommen und am Ende haben wir deshalb gewonnen, vor allem bei Lazio."


Seit vielen Jahren aber ist ​Juventus Turin das Maß aller Dinge in der ​Serie A. Die Alte Dame gewann seit der Saison 2011/12 acht Meisterschaften in Folge, sicherte sich zudem vier Mal das Double. Eine solche Dominanz wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. "Zu meiner Zeit", erinnert sich Verón, "waren es sieben [Mannschaften]", die um den begehrten Scudetto kämpften. "Hoffentlich", lautet sein Wunsch, "werden wir in der Serie A bald ein Titelrennen mit mehr als drei Mannschaften erleben."


Hoffnung auf Inter


Als ärgster Verfolger von Juve gilt der SSC Neapel, in den vergangenen Jahren hat sich aber auch Inter Mailand rehabilitiert. Die Nerazzurri nehmen zum zweiten Mal in Folge an der ​Champions League teil, nach Investitionen in Höhe von 155 Millionen Euro will der Klub mit  Cheftrainer Antonio Conte die Spitze angreifen. "Inter hat sich geändert", empfindet Verón, "heute sieht es danach aus, als würde sich die Situation normalisieren."


Der Klub ist mittlerweile in den Händen chinesischer Investoren, Ex-Präsident und Investor Massimo Moratti (1995 - 2013) verkaufte Inter nach seinem Abtritt noch an eine indonesische Investmentgruppe. Wie beim AC Mailand, als Silvio Berlusconi den Stadt-Rivalen im Jahr 2017 verkaufte, sei auch bei Inter "eine Familie mit sehr wichtigen Wurzeln innerhalb des Klubs gegangen". Juve hingegen habe stets "ihre Identität wahren" können, auch deshalb sei der Klub seit Jahren im Vorteil. 


Maradona und Messi unvergleichbar 


Nicht so gerne sprach Verón über Diego Maradona und ​Lionel Messi. Mit beiden Legenden stand der zentrale Mittelfeldspieler einst auf dem Platz, Vergleiche zwischen beiden würden aber zu nichts führen. "Die Ära" des Fußballs, "die Geschwindigkeit" des Spiels und "die Persönlichkeiten", von Maradona und Messi seien nennenswerte Unterschiede - mehr nicht. 


"Diego hat eine Ära gegründet und heute gründet Messi seine eigene mit einer unterschiedlichen Persönlichkeit und einer unterschiedlichen Art, Fußball zu spielen. Beide sind ohne Zweifel zwei historische Spieler und wir sind glücklich, dass sie Argentinier sind. Ich denke, diese Vergleiche zwischen Spielern, die dem Fußball so viel gegeben haben, sind unfair. Solche Diskussionen sind sinnlos."