Bevor der VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim im ersten Montagsspiel der Saison aufeinandertreffen, wird der Bundesliga-Sonntag mit dem Heimspiel von ​Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund abgerundet. Ein Blick auf die von Opta bereitgestellten Daten verspricht eine packende Begegnung, der aktuelle Trend spricht dagegen eine eindeutige Sprache.


Der Fußball ist unberechenbar. Das Lesen von Statistiken im Vorfeld der Partien kann helfen, die Rollen der aufeinandertreffenden Mannschaften besser einzuordnen - endgültige Gewissheit über Sieg oder Niederlage gibt es aber erst nach dem Schlusspfiff. Nicht umsonst heißt es beispielsweise, dass der DFB-Pokal seine eigenen Gesetze schreibt; und damit, dass der SC Freiburg mit drei Siegen in die Saison startet, hat wohl auch kaum jemand gerechnet.

​Im Hinblick auf das Spiel zwischen ​Eintracht Frankfurt und ​Borussia Dortmund sprechen die Zahlen und Fakten aufgrund der Austragung in der Frankfurter Commerzbank-Arena keine eindeutige Sprache. So sammelte der BVB gegen die Eintracht zwar so viele Siege wie gegen keinen anderen Bundesligisten (44 in 92 Begegnungen), der letzte Auswärtssieg ist aber schon eine Weile her: Am 01. September 2013 stand ein 2:1 auf der Anzeigetafel, Henrikh Mkhitaryan avancierte per Doppelpack zum Matchwinner. 


Von 2014 bis 2016 fuhr Schwarz-Gelb allerdings ohne Punkte nach Hause, in den vergangenen beiden Jahren gab es immerhin zwei Unentschieden (2:2 ; 1:1).


Frankfurt vs. Dortmund: Der direkte Vergleich

​Die letzten 10 Duelle im Überblick
​SGE 1:1 BVB (20. Bundesliga-Spieltag 2018/19)
​BVB 3:1 SGE (3. Bundesliga-Spieltag 2018/19)
​BVB 3:2 SGE (26. Bundesliga-Spieltag 2017/18)
​SGE 2:2 BVB (9. Bundesliga-Spieltag 2017/18)
​SGE 1:2 BVB (Endspiel DFB-Pokal 2016/17)
​BVB 3:1 SGE (29. Bundesliga-Spieltag 2016/17)
​SGE 2:1 BVB (12. Bundesliga-Spieltag 2016/17)
​SGE 1:0 BVB (33. Bundesliga-Spieltag 2015/16)
​BVB 4:1 SGE (16. Bundesliga-Spieltag 2015/16)
​BVB 2:0 SGE (30. Bundesliga-Spieltag 2014/15)

Heimstarke Adler


Passend dazu haben die Adler gegen Dortmund 23 Bundesliga-Heimspiele gewonnen, nur gegen den FC Schalke (25) stehen noch mehr zu Buche. Ein weiteres Argument für die Elf von Adi Hütter ist nicht nur die ohnehin starke Heimbilanz von wettbewerbsübergreifend fünf Siegen in sechs Spielen, sondern auch folgende Statistik: Im Kalenderjahr 2019 blieb die SGE vor heimischer Kulisse in elf Bundesligaspielen vier Mal ohne Gegentor - nur RB Leipzig und Bayern München waren noch besser (beide 5).


Paciencia blüht auf


Beide Teams sind für ihre starken Offensivreihen bekannt. Auch wenn auf Seiten der Frankfurter mit Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic das Spitzentrio der Vorsaison fehlt, so kann sich das derzeitige Aufgebot um Bas Dost, André Silva und Goncalo Paciencia sehen lassen. 


Letzterer drehte in den vergangenen Wochen auf. Gegen RB Leipzig (1:2), Fortuna Düsseldorf (2:1) sowie dem FC Augsburg (1:2) gelang Paciencia jeweils ein Tor, zudem lieferte er beim Sieg über die Fortuna die Vorlage für Dosts Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich. 

Goncalo Paciencia

Goncalo Paciencia (Foto) ist derzeit Frankfurts zuverlässigster Angreifer.


Eintracht anfällig für Konter - Trend spricht für BVB


Das große Aber: Gegen Augsburg sowie in der Europa League gegen Arsenal London (0:3) offenbarte Frankfurt große Schwächen in der Rückwärtsbewegung. Gerade in Umschaltsituationen mit hohem Tempo - etwas, das das Offensivspiel des BVB ausmacht - war die Dreierkette um Martin Hinteregger, Makoto Hasebe und David Abraham zu schläfrig und zu langsam. 


Am Sonntag ist ein anderer Ansatz gefragt als gegen Arsenal, das vor dem Führungstor durch Joe Willock zwischenzeitlich kaum Luft zum Atmen bekam. Denn einerseits hat Schwarz-Gelb bereits 13 Bundesligatore erzielt, doch andererseits tut sich die Elf von Lucien Favre schwer, wenn sie das Spiel selbst in die Hand nehmen muss. 


Der jüngste Trend spricht aber klar für den BVB: In den bisherigen sieben Pflichtspielen feierte der Vizemeister fünf Siege, die Eintracht derweil nur drei bei vier Niederlagen. Dortmund wiederum musste sich lediglich gegen Union Berlin (1:3) geschlagen geben und ließ beim 0:0 gegen den FC Barcelona zahlreiche Torchancen liegen.