​In den letzten Jahren vergraulte so mancher Bundesligist mit seinen internationalen Auftritten die Fans. Das Wort vom "Abschenken des Wettbewerbes" machte die Runde - vor allem in der ​Europa League. Wie jedes Jahr bleibt die Hoffnung, dass es die Klubs irgendwann mal schnallen. Nach den Eindrücken dieser Woche muss man allerdings schon wieder daran zweifeln.


Gutem Start am Dienstag folgte ein durchwachsener Mittwoch


Dabei fing am Dienstagabend alles so schön an. In der ​Champions League spielte der BVB den großen FC Barcelona zeitweise an die Wand, wenngleich am Ende "nur" ein 0:0 herauskam. Gleichzeitig gewann RB Leipzig bei Benfica Lissabon. Machte vier von sechs möglichen Punkten - und vor allem: zwei sehr ansprechende Leistungen der Bundesliga-Vertreter. 


Doch schon am folgenden Mittwoch sah das Ganze anders aus: Der FC Bayern kam zwar zu einem schmucklosen (und nie gefährdeten) 3:0-Sieg gegen Roter Stern Belgrad, doch Bayer Leverkusen zeigte (wieder einmal) sein hässliches Europa-Gesicht. ​Entsprechend erzürnt war Bayer-Sportchef Rudi Völler nach dem Spiel gegen Lokomotiv Moskau (1:2) und sprach von einer "unterirdischen Leistung" seines Teams. 


Mehr Schatten als Licht in der Europa League


Der Donnerstag sollte dann noch mehr Enttäuschungen bereit halten: Den Anfang machte die Frankfurter Eintracht, die in einem lange Zeit ausgeglichenen Spiel gegen Arsenal London am Ende nicht clever genug war. Um mindestens ein Tor zu hoch gewannen die Gunners mit 3:0. 


Richtig beunruhigend und bisweilen irritierend war die Leistung von Borussia Mönchengladbach. Sang- und klanglos verloren die Niederrheiner gegen die sicherlich nicht zu den Favoriten auf den Titel zählenden Österreicher aus Wolfsberg. Denen, die sich vor der Partie noch zu Frotzeleien ob des ziemlich unbekannten Gegners hinreißen ließen, dürfte der Spaß nach den neunzig Minuten im Borussia Park vergangen sein. In der Form wird Borussia die Gruppe als Letzter beenden. 


Einziger Lichtblick am gestrigen Europa-League-Spieltag war aus deutscher Sicht der souverän eingefahrene 3:1-Sieg der Wölfe gegen den ukrainischen Vertreter Oleksandrija. 


Auch die anderen Ligen mit Punktverlusten


Und vielleicht noch die Tatsache, dass keine der großen Liga in der Lage war, alle zu vergebenen Punkte zu holen. 


Die Spanier ließen mit dem FC Barcelona (Remis in Dortmund), Real Madrid (Pleite in Paris) und Atlético (2:2 zuhause gegen Juventus) schon in der Königsklasse ein paar Punkte liegen. In der Europa League kam auch Espanyol Barcelona zuhause gegen Ferencvaros Budapest nicht über ein 1:1 hinaus. Getafe (1:0 gegen Trabzonspor) und Sevilla (3:0 bei Qarabag) hielten sich dagegen schadlos. 


Auch die Engländer ließen Federn. Liverpool und Chelsea verloren (in Neapel und Valencia) und Tottenham konnte einen 2:0-Vorsprung in Piräus nicht über die Zeit bringen. Lediglich Guardiolas Manchester City bestand die Aufgabe mit einem souveränen 3:0-Erfolg bei Schachtar Donezk.


In der Europa League quälte sich Manchester United zu einem 1:0 gegen die Kasachen aus Astana, während die Wolves ihr Heimspiel gegen starke Portugiesen aus Braga mit 0:1 in den Sand setzten. Arsenal, wie schon erwähnt, feierte einen Dreier bei der SGE. 


Und auch die Italiener kamen nicht unbeschadet durch. Inter und Juve teilten die Punkte, während der SSC Neapel den Titelverteidiger schlug. Im Gegensatz zahlte Atalanta Bergamo, als Neuling in der Königsklasse, Lehrgeld bei Dinamo Zagreb (0:4). 


In der Europa League gewann AS Rom mit 4:0 gegen Gladbachs nächsten Gegner Basaksehir, während der Stadtnachbar von Lazio eine überraschende Niederlage beim rumänischen CFR Cluj einstecken musste. 


Man sieht: noch sind einige der Klubs aus den großen Ligen im Findungsprozess. Dennoch sollten sich die deutschen Vereine dafür nicht mehr allzu viel Zeit nehmen. Ehe man sich verguckt, ist die Gruppenphase vorbei und man selbst plötzlich ausgeschieden. Auf die dann zu erwartenden Entschuldigungsphrasen der Verantwortlichen können wir Fans sehr gut verzichten.