​Der Fall Bakery Jatta ist wohl doch noch nicht abgeschlossen. Zumindest gilt das für den Axel-Springer-Verlag. Die Bild will neue Hinweise erhalten haben, dass Jatta tatsächlich unter einer falschen Identität in Deutschland lebt.


Der 21-Jährige soll demnach kurz nach seiner Einreise 2015 bei den Bremer Behörden eine Mail-Adresse hinterlegt haben, die den Namen Daffeh beinhalten (bakarydaffeh*@*********). Also jenen Namen, der angeblich der tatsächliche Nachname von Jatta sein soll - so der Vorwurf der Bild.


Komisch dabei, dass der Vorname Bakery in der Mailadresse mit zwei 'a' geschrieben wird - also Bakary. Jedenfalls beruft sich die Bild auf diese neuen Indizien - und stellt weiter in den Raum, der HSV-Profi heiße in Wirklichkeit Daffeh und ist bereits 23 Jahre alt.


Der Ablauf von der Einreise bis heute


Um die Zweifel zu untermauern, versucht das Boulevardblatt den Ablauf seit der Einreise nachzuvollziehen. Zwischen Ende Juli und Anfang August 2015 wird dabei der Vorname von Bakary in Bakery geändert. 


Ein Jahr später unterschreibt Jatta einen Dreijahresvertrag beim ​HSV. Anfang August geht die Sportbild an die Öffentlichkeit und präsentiert seine Indizien. Am 2. September stellt das ermittelnde Bezirksamt Hamburg-Mitte die Untersuchungen aber ein. Jattas Anwalt legt einen gültigen Reisepass vor, dazu einen Auszug aus dem gambischen Geburtsregister, inklusive eidesstattliche Versicherung eines Beamten. 


Bremer Polizei prüft neue Hinweise


Einen Tag später sollen Unterlagen mit der Daffeh-Mailadresse beim aus dem Sozialzentrum Gröpelingen/Walle werden beim Kommissariat 54 der Polizei Bremen eingegangen sein. Das Sozialzentrum sehe Ungereimtheiten in dem Fall. Am Mittwoch teilte der Bremer Oberstaatsanwalt Frank Passade der Bild mit: "Seit Anfang September haben wir neue Erkenntnisse. Wir hatten zwar bereits im Jahr 2015 in der Sache ermittelt und das Verfahren eingestellt. Doch jetzt prüft die Polizei den Sachverhalt aufs Neue."


Der HSV reagiert gelassen


Jatta selbst will sich dazu weiter nicht äußern. Der HSV-Vorstand teilte mit, dass man "auf die behördlichen Entscheidungen" vertraue, "die die Identität des Spielers Bakery Jatta bestätigt haben."