​Ganz bitterer Europa-League-Abend aus Sicht von ​Eintracht Frankfurt. Der Auftakt gegen den ​FC Arsenal ging mit 3:0 verloren - und das obwohl die SGE über weite Strecken einen aufopferungsvollen Auftritt hinlegte. 24 Torschüsse und zahlreiche Chancen reichten aber nicht für einen Treffer. Auf der anderen Seite konterten die Gunners dreimal erfolgreich: Willock, Saka und Aubameyang sorgten für einen viel zu hohen Auswärtssieg des Vorjahresfinalisten.


Zum Knaller-Auftakt in der Europa League empfingen die Frankfurter Adler am Donnerstagabend den Vorjahresfinalisten FC Arsenal. Die Gunners reisten ohne Mesut Özil und Sokratis an, Bernd Leno saß wie einige andere Stars nur auf der Bank. Dafür durfte Shkodran Mustafi mal wieder von Beginn an auf dem Feld stehen.


Bei den Hausherren war dagegen volle Kappelle angesagt. Sebastian Rode fehlte allerdings wegen einer Knieprellung. Im Sturm feierte Milan-Neuzugang Andre Silva sein Debüt, neben dem anderen Neu-Adler Bas Dost. Filip Kostic kehrte in die Startelf zurück.

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Die Bude in Frankfurt - natürlich ausverkauft. Schließlich sind Eintracht-Heimspiele in Europa Festtage. Als Ehrengast mit dabei war auch Anthony Yeboah. Der sah wieder einmal eine herrliche Choreo. Gehört bei Eintracht-Spielen in Europa ja schon zum Inventar.


Und die SGE begann gleich schwungvoll: Djibril Sow hatte in der vierten Minute den ersten Abschluss, sein Fernschuss kam aber zu zentral auf das Arsenal-Gehäuse. Im Gegenzug hatte aber Lucas Torreira die erste Großchance auf den Fuß. Völlig frei setzte er eine Flanke aber über das Tor von Kevin Trapp - Glück für die Eintracht.


Die erste große Eintracht-Chance hatte Kostic auf dem Fuß. Der Serbe setzte sich gewohnt dynamisch durch, sein Schuss aus spitzem Winkel fand aber nur das Außennetz. Ein Beleg für den guten Start der SGE. Ein weiterer: Sieben zu zwei Torschüsse nach 20 Minuten.


Und der Chancenreigen hörte nicht auf. In der 23. Minute war Kostic wieder auf der linken Seite frei, sein Schuss wurde aber stark pariert von Arsenal-Schlussmann Martinez. Das 1:0 lag in der Luft! Auf der anderen Seite blieb Arsenal im Konter immer wieder gefährlich. In der 29. Minute tanzte Aubameyang Abraham aus, Willock zielte aber neben das Tor - wieder Glück für die Eintracht.


Und in der 32. wieder eine Großchance für Arsenal: Smith Rowe scheitert frei vor Kevin Trapp, der ganz stark den Fuß ausfuhr. Nach gut einer halben Stunde war die Partie völlig offen, ein 0:0 der guten Sorte!


Dost setzte in der 37. Minute Kopfball nach Ecke nur knapp daneben. Das Hin und Her ging weiter. Im Gegenzug sorgte dann Willock für die Ernüchterung: Ein Konter der Gunners vollendete der Youngster in der 38. Minute. Sein Schuss wurde von Hasebe unhaltbar für Trapp abgefälscht.


So ging es mit 0:1 in die Pause.


Eintracht rennt an - der Ball will aber nicht ins Tor


Nach dem Seitenwechsel ging es direkt wieder feurig weiter: Silva hatte die nächste Chance auf dem Fuß (49). Sein Schuss ging aber knapp drüber.


In der 56. Minute dann fast das 2:0 für die Gäste: Xhaka zog einen Freistoß von der rechten Seite direkt aufs Tor - zur Überraschung von SGE-Keeper Trapp. Der Ball klatschte aber nur an die Latte. Drei Minuten später war wieder Silva zur Stelle, jagte die Kugel aber wieder über das Tor. Aus Eintracht-Sicht war es schier zum Verzweifeln.


Kurz darauf brachte Hütter mit Paciencia einen weiteren Stürmer, der sein Glück versuchen sollte. Für den Portugiesen musste Dost weichen.


Der Ball wollte aber weiter nicht rein. Und es kam noch bitterer: Dominik Kohr sah in der 79. Minute seine zweite Verwarnung und musste mit Gelb-Rot vom Feld. Eine ziemlich kleinliche, aber noch vertretbare Entscheidung von Schiedsrichter Davide Massa. 


Nach einer weiteren Großchance von Aubameyang sorgte Saka in der 85. Minute für die Entscheidung. Einen weiteren Gegenstoß schloss der 18-Jährige gekonnt ab. Sein Schuss aus gut 20 Metern war für Trapp nicht zu parieren. 


In der 88. Minute kam es noch dicker: Wieder Konter, wieder Tor für Arsenal. Abraham ließ sich den Ball vom Fuß stibitzen, Aubameyang war der Nutznießer und blieb dieses Mal eiskalt vor dem Tor. 


Am Ende hört sich das 3:0 ziemlich heftig an - wer das Spiel verfolgt hat, muss klar sagen: Das Ergebnis ist deutlich zu hoch und hätte sogar andersherum ausfallen können. Für die SGE ein schwacher Trost!


Erkenntnisse Eintracht Frankfurt


Viel Aufwand, wenig Ertrag - so kann man die Partie der SGE zusammenfassen. Die Eintracht bot dem FC Arsenal eigentlich in jeder Phase des Spiels Paroli, war sogar über weite Strecken das spielbestimmende Team. Einzig im Abschluss haperte es bei den Adlern gewaltig. 24 (!) Schüsse aufs Tor feuerte die Hütter-Elf ab, keiner Fand das innere Netz. Das laufintensive Pressing der Frankfurter musste aber auch immer wieder ihren Tribut zollen: Bei Kontern der Gunners wirkte die Eintracht sehr anfällig. Auch deshalb ließ man auch zahlreiche Möglichkeiten zu.


Insgesamt ein tolles Spiel, bei dem Frankfurt keineswegs die schlechtere Mannschaft war. Am Ende entschied eben ein abgefälschter Schuss - und die mangelnde Chancenverwertung der Hausherren. Mit etwas mehr Glück im Anschluss hätte die Eintracht das Spiel auch gut und gerne für sich entscheiden können.


Spielerbewertung:

Trapp (2-) - Abraham (4-), Hasebe (3), Hinteregger (3-) - da Costa (4-), Sow (4), Kohr (4-), Kostic (2) - Kamada (3) - Dost (3-), Silva (2-)


Erkenntnisse FC Arsenal


Die Gunners müssen zum dritten Mal in Folge in der Europa League an. Dass die "zweite Liga Europas" für die Gunners nicht die allerhöchste Priorität genießt, zeigte Trainer Unai Emery mit seiner Startelf, die mit zahlreichen Youngster gespickt war. Dass Arsenal trotzdem gefährlich ist, war angesichts von Pierre-Emerick Aubameyang in der Spitze von Beginn an klar. 


Und die Stärke des Ex-Dortmunders ist seine Geschwindigkeit. Arsenal nutzte diese immer wieder mit gefährlichen Kontern. Die Eintracht versuchte es mit dem gewohnten Pressing - gelang Arsenal dabei das Mittelfeld schnell zu überbrücken, wurde es gefährlich. So auch in der 32. Minute, als Joe Willock das Tor des Tages gelang.


Hinten wacklig, nach vorne immer gefährlich - Arsenal zeigte auch in Frankfurt in dieser Hinsicht das gewohnte Gesicht. Ballbesitz und Dominanz strahlte die Emery-Elf aber nicht wie gewohnt aus. Die Frankfurter schafften es immer wieder den Gästen den Schneid abzukaufen. Am Ende behielt Arsenal etwas glücklich die Oberhand - obwohl auch die Gunners jede Menge guter Gelegenheiten ausließen. Die Eigengewächse Willock und Saka sorgten für die Vorentscheidung, Aubameyang machte den Deckel drauf.


Das kommende Programm für die SGE und die Gunners


​Für die Eintracht geht es Schlag auf Schlag weiter: Am kommenden Sonntag ist der BVB zu Gast in der Commerzbank-Arena (18 Uhr). Es folgt eine kleine Vernschnaufspause unter der Woche, bevor man den 6. Bundesliga-Spieltag bei Aufsteiger Union Berlin eröffnet. Knapp eine Woche später reisen die Adler zum zweiten Europa-League-Spiel nach Portugal zu Vitoria Guimaraes. Vor der Länderspielpause steht dann noch das Liga-Heimspiel gegen Werder Bremen an.


Die Gunners empfangen ebenfalls am kommenden Sonntag Aston Villa (17.30 Uhr), bevor es dienstags im Ligapokal gegen Nottingham Forest weitergeht. In der Woche drauf steigt am Montag dann der Kracher gegen Manchester United im Old Trafford. Das zweite Spiel in der Europa League bestreitet Arsenal dann zuhause gegen Standard Lüttich. Vor der Länderspielpause steht dann noch ein Premier-League-Heimspiel gegen Bournemouth an.