Vor dem Freitagabend-Spiel zwischen ​Schalke 04 und ​Mainz 05 gibt es aufseiten des S04 ein paar wichtige Schlüsselpunkte, die diskutiert werden. Kann Königsblau die gute Form bestätigen und Konstanz entwickeln? Wird Guido Burgstaller weiterhin gesetzt sein? Wie sieht es mit den Neuzugängen aus? Das und mehr erläutern wir vor dem Duell, das den fünften Spieltag eröffnet.


Während Mainz im letzten Spiel gegen ​Hertha BSC den ersten Dreier holen konnte und somit auf Aufschwung hofft, wünscht man sich auf Schalke, dass man die Form der letzten beiden, klaren Siege bestätigen und fortführen kann. Im Vorfeld stellen sich beim S04 ein paar Fragen - wir klären die Schlüsselpunkte.


Die Burgstaller-Frage: Stammplatz trotz Kritik?

Guido Burgstaller ist als Typ, charakterlich, bei vielen Fans beliebt. Er ist offen, ehrlich und kein abgehobener Profi - genau das, was man im Ruhrgebiet schätzt. Andererseits ist er auf dem Platz einiger Kritik ausgesetzt. Zu langsam, zu behäbig, häufig keine Torgefahr trotz guter Chancen. Währenddessen scharrt Ahmed Kutucu mit den Hufen, drängt als Gegenstück mit Tempo und Torgefahr auf Einsätze. 


Burgstaller wird dennoch weiterhin spielen, und das auch von Beginn an - solange er sich nicht verletzt. Auf der gestrigen Pressekonferenz äußerte sich David Wagner zu diesem Thema. Trotz einiger, vergebener Großchancen habe Burgstaller ein "richtig gutes Spiel" gemacht, hätte er die Chancen genutzt, wäre es ein "super Spiel" gewesen, so Wagner. Was weiter für ihn spricht, wie der Coach erklärte: Er arbeite sehr viel, beläuft dazu wichtige Räume und ist "wahnsinnig torgefährlich". Er brauche nur etwas Glück beim Torabschluss, sodass das Rundumpaket genau passt. 


Da Wagner mit ihm "voll zufrieden" ist, ist es nicht vorstellbar, dass Burgstaller nach diesem Lob nicht erneut und weiterhin (von Beginn an) spielen wird. Kutucu wird also entweder auf seine Chancen warten müssen, oder seine Möglichkeiten in der offensiven Dreierreihe suchen, so wie Mark Uth.


Miranda und Kabak - kommen die Neuzugänge zum Zug?

Neben Jonjoe Kenny, der als Leihspieler bereits Stammspieler ist, hat Schalke sich defensiv noch mit ​Juan Miranda (Linksverteidiger) und Ozan Kabak (Innenverteidigung) verstärkt. Beide sind fit und einsatzbereit, doch werden sie gegen Mainz spielen?


Bei beiden erscheint es eher unwahrscheinlich, dass sie in der Startelf stehen. Miranda ist erst kurz vor Ende der Transferphase nach Gelsenkirchen gekommen, und fehlte in den knapp drei Wochen auch noch rund eine Woche aufgrund der Länderspielpause. Zwar passt er als "offensiver Linksverteidiger", wie er sich selbst beschreibt, gut zum neuen Spielstil des S04, doch wird er mit zwei Wochen Training noch nicht so weit sein, dass er starten wird. Sollte das Spiel gut laufen, und die Wechselmöglichkeit bestehen, scheint eine etwas frühere Einwechslung in der zweiten Halbzeit für den noch (zwangsweise?) gesetzten​ Bastian Oczipka gut möglich zu sein. 

Ozan Kabak

Ozan Kabak kam für 15 Millionen Euro und gilt als großes Innenverteidiger-Talent


Ozan Kabak ist mittlerweile rund einen Monat wieder fit und einsatzbereit, nachdem er sich Anfang Juli beim dritten Training verletzt hatte und bis Mitte August nicht komplett hat trainieren können. Theoretisch könnte er gegen Mainz starten, doch scheinen sich Salif Sané und Benjamin Stambouli vorerst festgespielt zu haben. 


Stambouli als Innenverteidiger sei die "größte Überraschung" innerhalb des Teams, wie Wagner es gestern beschrieb. Sané hatte zuletzt den durch Krankheit ausgefallenen Matija Nastasic verdrängt. Eine offene Konkurrenzsituation, wie man an den Worten von David Wagner ablesen kann, in der Stambouli und Sané momentan schlichtweg die Nase vorne zu haben scheinen. Auch hier wäre eine Einwechslung, wie bereits gegen den ​SC Paderborn, eine Möglichkeit.


S04 und die Konstanz - eine ewige Fehde?

Im letzten Jahrzehnt hat Schalke es nie geschafft, über einige Wochen hinaus konstant nicht nur zu gewinnen bzw. nicht zu verlieren, sondern auch souverän aufzutreten. In keinem der bisher vier absolvierten Liga-Spielen hat S04 schlecht ​gespielt, doch in den letzten beiden Spielen konnte man noch souverän und deutlich gewinnen. Es wäre enorm wichtig, auch gegen Mainz einen sicheren Sieg einzufahren, vor allem im Hinblick auf die nachfolgenden Gegner: ​RB Leipzig, ​1. FC Köln, ​TSG Hoffenheim und ​Borussia Dortmund


Wenn man es schafft, mit drei Siegen im Rücken in diese vier sehr schweren Spiele zu gehen, wäre das definitiv ein mentaler Vorteil. Nun liegt es an der Mannschaft, die Fehler, die man gegen Berlin und Paderborn noch gemacht hat (Chancenverwertung, defensive Zuordnung) abzustellen, um noch sicherer auftreten zu können. Mit dem heimischen Publikum zusammen wird man am Freitagabend den nächsten Sieg gegen nun aufstrebende Mainzer erringen müssen - eben nicht nur, um möglichst viele Punkte zu sammeln, sondern auch, um einen sehr wichtigen Schritt in der Entwicklung, in Richtung Konstanz und Auftreten, machen zu können.