​​Werder Bremen hat mit sechs Punkten aus den letzten beiden Spielen einen kleinen Trend gestartet. Das Spitzenspiel gegen ​RB Leipzig wird allerdings eine große Herausforderung für den SVW, denn noch gibt es einige Baustellen. Im Vorfeld der Partie beleuchten wir die Key Points bei Werder.


Gelingt der erste echte Härtetest?


Bisher war die Saison des SV Werder Bremen zwar durchwachsen, doch gegen richtig starke Gegner ging es noch in keinem Spiel. Am fünften Spieltag wartet allerdings der Tabellenerste aus Leipzig, für Werder ist es eine echte Bewährungsprobe. Denn erst dann zeigt sich, ob es Werder wirklich mit den besten der Liga aufnehmen kann und eine Chance auf Europa hat.


Wie ersetzt Kohfeldt Sahin?


Die Situation rund um die vielen Verletzten machen bei Bremen aber weiterhin Sorgen. Dazu kommt nun die Gelb-Rote Karte von Nuri Sahin am letzten Samstag, der damit für das Spiel gegen die Sachsen gesperrt ist. Bis jetzt ist fraglich, wie der Sechser ersetzt werden kann. Wird Maximilian Eggestein fit, könnte Kohfeldt ihn vor die Abwehr ziehen. Davy Klaassen und Johannes Eggestein würden dann das zentrale Mittelfeld bekleiden. Ansonsten wäre es Klaassen, der als defensiver Mittelfeldspieler aushelfen muss.


Ist Werders Innenverteidigung reif für den Favoriten?


Die vielen Ausfälle sind ebenso für die Abwehr-Zentrale von großer Bedeutung. Nach aktuellem Stand sind dort nur Theodor Gebre Selassie und Regionalliga-Profi Christian Groß einsatzbereit. Doch das Duo zeigte sich gegen ​Union Berlin durchaus stabil und überraschte mit unerwarteter Physis. Gegen die schnellen Leipziger kann dieses Konzept allerdings nur aufgehen, wenn die Außenverteidiger immer wieder mit zurückkommen und das Zentrum verdichten. Gegen eine Überzahl der Leipziger ist die angeschlagene Verteidigung machtlos.


Wer ersetzt Yuya Osako?


In dieser Woche gesellte sich der bisher erfolgreichste Angreifer, Yuya Osako, ins Lazarett dazu. Der Japaner wird mindestens in dieser Woche ausfallen, damit bleiben Kohfeldt nur wenige Optionen. Johannes Eggestein startet erneut ziemlich sicher im Mittelfeld, Leonardo Bittencourt könnte dann den Part als offensiver Zentrumsspieler übernehmen. Niclas Füllkrug und Milot Rashica sorgen dann für die Gefahr im Sturm, der Kosovare würde somit in die Startelf zurückkehren. Fällt Rashica weiter aus, setzt Kohfeldt auf Josh Sargent.


Wie stellt Kohfeldt seine Mannschaft auf Leipzig ein?


Florian Kohfeldt ist bekanntlich ein Liebhaber von Herausforderungen. Demnach schaut er gerne auf das Duell gegen die Bullen und wird seine Mannschaft​ ausbalanciert aufstellen. Zu defensiv darf es vor eigenem Publikum nicht gehen, dafür ist die individuelle Stärke des eigenen Kaders zu hoch. Doch ein Offensiv-Feuerwerk kann sich Bremen ebenfalls nicht erlauben, doch das weiß Kohfeldt nur zu genau. Aus den Lehren der letzten Saison wird er darauf verzichten, große Experimente zu wagen und auf die eigenen Stärken zu vertrauen.


Überzeugen die Neuzugänge weiter?


Neben den Leistungs​trägern aus der Vorsaison überzeugten bisher auch die einsatzbereiten Neuzugänge. Michael Lang übertraf beispielsweise viele Erwartungen auf der rechten Seite und wird gegen die starken Leipziger einiges zu tun bekommen. Doch er könnte sich ebenso wie Angreifer Niclas Füllkrug weiter bewähren. Der Stürmer war zuletzt immer für ein Tor gut und wird von Woche zu Woche stärker, daneben machte Leonardo Bittencourt einen guten Eindruck und überzeugte kämpferisch.


Wie hoch ist der Anspruch im eigenen Stadion?


Im Weserstadion ist prinzipiell egal, welche Mannschaft gegen den SVW antritt. Denn stets sollen die drei Punkte eingefahren und eine tolle Leistung gezeigt werden. Selbiges dürfte für das Spiel am Samstagabend ebenfalls gelten, denn damit würde Grün-Weiß nicht nur den Lauf bestätigen, sondern auch ein deutliches Zeichen setzen. Die Leipziger sind nach der Champions League müder und müssen vor der tollen Kulisse gewarnt sein. Bremen ist trotz aller Umstände enorm heiß.​