​Der FC Bayern München gewann sein Auftaktspiel in der Champions League ungefährdet mit 3:0. Jedoch muss man auch festhalten, dass Roter Stern Belgrad (zumindest in der gestrigen Form) kein Maßstab für den Rekordmeister sein kann. 


90min zeigt euch die Tops und Flops der Partie.


Top: Neuzugänge kommen immer besser rein

Ivan Perisic,Philippe Coutinho

Mit Lucas Hernandez, Benjamin Pavard, Philippe Coutinho und Lucas Hernandez standen gestern Abend gleich vier Neuzugänge in der Startelf des ​FC Bayern - und alle machten ihre Sache gut. Pavard wusste dieses Mal als Innenverteidiger zu überzeugen, Hernandez schaltete sich als Linksverteidiger immer wieder in die Offensive ein und fing den Ausfall von David Alaba somit sehr gut ab. 


Coutinho sprühte als Zehner nur so vor Spielfreude, suchte häufiger den Torabschluss und erhielt von Niko Kovac sogar ein Extralob. "Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Wenn er sich anbietet, den Ball mitnimmt… er bringt eine neue Dimension in unser Spiel", frohlockte der Bayern-Coach gegenüber der Sport Bild.


Und auch Perisic, der vielleicht umstrittenste Transfer beim FCB, wusste auf der linken Außenbahn zu gefallen. Mit einer tollen Einzelaktion bereitete er das 1:0 durch Kingsley Coman vor - insgesamt ein gutes Spiel vom Kroaten, das sogar Lust auf mehr macht.


Flop: Boateng schaut in die Röhre

Jerome Boateng

Obwohl Hernandez gegen Belgrad erneut als Linksverteidiger ran musste, blieb für ​Jerome Boateng nur ein Platz auf der Bank übrig. Pavard rückte wie erwähnt von der rechten Abwehrseite ins Zentrum und verteidigte neben Niklas Süle. Klarer Fingerzeig von Kovac: Boateng ist (derzeit) nur Innenverteidiger Nummer vier.


Am Wochenende hatte Boateng zwar noch in der Startelf gestanden - das aber wohl auch nur, weil Alaba sich erst beim Aufwärmen verletzt hatte und Kovac kurz vor Anpfiff nicht seine halbe Elf noch umbauen wollte.


Top: Müller - Edeljoker und neuer Rekordhalter

Thomas Mueller

Am Wochenende durfte Müller noch von Beginn an ran - gegen Belgrad musste er für Coutinho weichen. Doch das machte dem 30-Jährigen nichts. Zwar wurde Müller erst in der 83. Minute eingewechselt, anschließend hatte er aber gleich doppelten Grund zur Freude.


Zum einen traf Müller ganz Müller-like (er rutschte beim Torschuss ein wenig weg und traf den Ball deshalb nicht voll) in der Nachspielzeit zum 3:0. Zum anderen bedeutete diese Einwechslung einen neuen Rekord: Es war Müllers 106. Einsatz in der Königsklasse - damit löste er Oliver Kahn und Philipp Lahm als Rekordhalter des FC Bayern ab.


Flop: Die Chancenverwertung

Robert Lewandowski

So souverän und ungefährdet der 3:0-Sieg des FC Bayern auch war, über die mangelhafte Chancenverwertung wird man intern noch einmal reden müssen. Denn trotz deutlicher Überlegenheit in Ballbesitz und Torschüssen dauerte es bis zur 80. Minute, ehe die Münchener (und dann auch noch per Billard-Tor) das 2:0 erzielten und somit den Deckel drauf machten.


Auch wenn Belgrad an diesem Abend unfassbar harmlos war: Ein gegnerischer Standard kann immer mal ins Tor durchrutschen - und dann hätte der FC Bayern nach einem möglichen 1:1 den Salat gehabt. "Hätte, wäre, wenn" zählen im Fußball zwar nicht - am Ende muss man die Chancenverwertung und fehlende Konsequenz dennoch bemängeln.


Top: Coman wird immer besser

Kingsley Coman

Nach dem Abgang von Franck Ribéry und Arjen Robben ruhten die Hoffnungen der Bayern-Verantwortlichen vor allem auf Kingsley Coman - und bislang wird er den Erwartungen vollständig gerecht. Gegen Belgrad zeigte sich der Flügelflitzer, der dieses Mal über die rechte Seite kam, erneut agil und spritzig.


Kein Wunder, dass es auch der Franzose war, der den erlösenden Treffer zum 1:0 erzielte. Bleibt der 23-Jährige in dieser Saison endlich über einen längeren Zeitraum fit, kann er Bayerns X-Faktor werden.


Top: Lewandowski knackt die 200er Marke

Robert Lewandowski

Neben Müller durfte sich auch ein anderer Spieler über eine persönliche Bestmarke freuen: Robert Lewandowski erzielte gegen Belgrad seinen insgesamt 200. Treffer im Trikot des FC Bayern - nur Karl-Heinz Rummenigge (217 Tore) und Gerd Müller (508 Tore) liegen noch vor dem Polen.


Es war zwar nicht der schönste Treffer des Torjägers, doch für Stürmer zählt bekanntlich ohnehin nur: Drin ist drin!