In der vergangenen Saison machten sich Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic in Diensten von Eintracht Frankfurt einen Namen. Das Sturm-Trio wurde aufgrund seiner Torgefahr und dem schnellen Frankfurter Fußball als Büffelherde bezeichnet, die den Gegner förmlich überrannte. Mit Breel Embolo, Alassane Plea und Marcus Thuram besitzt Borussia Mönchengladbach nun drei ähnlich starke Stürmer. Werden jetzt die Fohlen zur neuen Büffelherde?


Falls jemand dachte, die Eintracht hätte mit dem Pokalsieg im Mai 2018 ihren absoluten Höhepunkt erreicht, dann täuschte er sich. Nach dem schmerzlichen Abgang von Niko Kovac brachte Adi Hütter frischen Wind rein, ließ offensiveren und aggressiveren Fußball spielen und entwickelte einen Angriff, auf den viele Klubs in Europa Jagd gemacht haben. Jovic, Haller und Rebic erzielten 57 Tore, allein in der Bundesliga war das Trio für 68 Prozent aller Frankfurter Treffer verantwortlich.


Die Wahnsinns-Statistik der Büffelherde

​SpielerBundesliga​Europa League​DFB-Pokal​
​Luka Jovic​32 Spiele, 17 Tore​14 Spiele, 10 Tore​1 Spiel, kein Tor
​Sebastien Haller​29 Spiele, 15 Tore10 Spiele, 5 Tore​1 Spiel, kein Tor​
​Ante Rebic​28 Spiele, 9 Tore9 Spiele, 1 Tor​​-
​Gesamt41 Tore​16 Tore​0 Tore​

Jovic wechselte daraufhin für 60 Millionen Euro zu Real Madrid, Haller für 40 Millionen Euro für West Ham und Rebic im Tauschgeschäft mit André Silva für zwei Jahre auf Leihbasis zum AC Mailand. Bei Borussia Mönchengladbach, der Klub, dem es die Eintracht in vielerlei Hinsicht gleichgetan hat, bahnt sich nun die Entwicklung eines ähnliches Trios an.


Im 4-4-2-System mit Mittelfeld-Raute bekleidet Neuzugang Breel Embolo die Zehner-Position, die Doppelspitze bilden Alassane Plea und Marcus Thuram, der ebenfalls erst im Sommer an den Niederrhein wechselte. Alle drei bringen Torgefahr, Dynamik und Wucht mit, bilden das neue Herzstück der Borussia, die in der Vergangenheit kaum auf Mittelstürmer setzte.


Fünf Tore hat die Elf von Marco Rose auf dem Konto, je zwei Mal trafen Plea und Embolo. Thuram erzielte im DFB-Pokal beim SV Sandhausen sein bislang einziges Tor, deutet sein Potenzial aber auch ohne Scorerpunkte an.


Killerinstinkt, Tempo und Physis


Sollte Plea seine Form aus der vergangenen Hinrunde wiederfinden, ist er zweifelsfrei der Schlüsselspieler. Damals traf er in 17 Bundesligaspielen neun Mal, in der Rückrunde kam er lediglich auf drei Tore. Aufgrund seiner Physis ist er schwer vom Ball zu trennen, sein Abschluss wuchtig und technisch stark. 


Embolo, in der Vergangenheit ausgebremst von Verletzungen, kommt immer besser in Fahrt. Der Schweizer kommt aus der Tiefe, macht dabei von seinem enormen Tempo Gebrauch und war bei der 1:3-Niederlage gegen RB Leipzig der auffälligste Mann im Strafraum. Wenn er weiter gesund bleibt, wird er noch gefährlicher - schon jetzt ist er kaum von der Zehn wegzudenken.


Thuram braucht noch ein wenig Zeit, schließlich wechselte er erst im Sommer aus der französischen Ligue 1 in die Bundesliga. Aber ebenso wie Plea besitzt er eine enorme Physis, ist mit seiner Körpergröße von 1,92 Metern der größte Spieler des gesamten Kaders und - wie er bereits bewiesen hat - per Kopf gefährlich. Für Plea eröffnete er beim 1:0-Sieg über den 1. FC Köln immer wieder Räume, trifft im letzten Drittel am Ball aber nicht immer die richtige Entscheidung.


Sobald sich das Trio endgültig eingespielt und auch die Mannschaft das Spielprinzip von Rose zu 100 Prozent verinnerlicht hat, verfügt Gladbach über einen Sturm, den es so für viele Jahre nicht gab. Statt technisch feinem Fußball stehen nun Wucht und Intensität an der Tagesordnung, ähnlich wie in Frankfurt. Die Parallelen zur Büffelherde sind erkennbar; Plea, Thuram und Embolo können die Nachfolger von Jovic, Haller und Rebic werden.